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30 Jahre Städtepartnerschaft

30 Jahre Städtepartnerschaft mit Hohenstein-Ernstthal

Freundeskreis Hockenheim/Hohenstein-Ernstthal

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16. Mai 2011: Gründungsveranstaltung des Freundeskreises in der Stadthalle

Diese Chronik über die Entstehung der Städtepartnerschaft mit Hohenstein-Ernstthal in Sachsen ist eine Wiedergabe der Geschehen aus der persönlichen Erinnerung von Peter Busch. Er ist Mitbegründer und Vorstand des im Jahr 2011 gegründeten Freundeskreises Hockenheim/ Hohenstein-Ernstthal.

An der Baugrube

Durch einen Bekannten erfuhr Peter Busch von dem Wunsch der Stadtverwaltung Hockenheim bzw. des damaligen Bürgermeisters Gustav Schrank, eine Partnerstadt in Sachsen zu finden. An der Baugrube zur Stadthalle in Jahre 1989 sprach Peter Busch Gustav Schrank darauf an. Dieser bat Peter Busch nachzufragen, ob die Stadt Hohenstein-Ernstthal an einer Städtepartnerschaft Interesse hätte. Auf die offizielle Anfrage der Stadt Hockenheim vom 2.1.1990 wurde schon am 10.1.1990 durch den damaligen Bürgermeister von Honenstein-Ernstthal, Herrn Geipel, Interesse  bekundet. Nach Einstimmigkeit in beiden Städten wurde am 3.10. 1990 am Vormittag im Rathaus Hohenstein-Ernstthal, und am Abend im Rathaus Hockenheim die Partnerschaftsurkunde von beiden Bürgermeistern unterzeichnet.

Einmal Sachsen und zurück

Zur damaligen Zeit ein nicht so einfach zu lösendes Problem war die Fahrt nach Sachsen und zurück an einem Tag. Die heute fast direkte Autobahnverbindung bestand noch lange nicht! Die Plauener Autobahn war einspurig bis Pirk, dann musste über Dörfer bis zum Anschluss Hof gefahren werden. Die A9 war dem  Verkehrsaufkommen nicht gewachsen. Auch Dank „Soli“ wurde hier im Laufe der Jahre Abhilfe geschaffen. Inzwischen sind einige dieser damals wichtigen Entwicklungen schon vergessen. In den ersten Jahren der Partnerschaft waren die Stadtverwaltungen der Motor um die im Vertrag beschriebenen Aufgaben zu erfüllen und auszubauen. Peter Kühn, Uwe Gleisberg, Heidrun Günter, Heike Rabe auf Seite Hohenstein-Ernstthals sowie Manfred Bühler, Hans-Jürgen Brox und Natascha Spahn in Hockenheim haben dabei sehr vorbildlich, zusammen mit den jeweiligen Bürgermeistern und Oberbürgermeistern agiert.  
Viele Besuche durch Parteien, Stadträte, DRK und Feuerwehr bildeten die Kontakte in der ersten Zeit der Partnerschaft in beiden Richtungen. Personelle aktive Hilfe durch die Stadtverwaltung Hockenheim für die Stadt Hohenstein-Ernstthal, betreffend die neuen, unbekannten Richtlinien und Gesetze im Bereich der Stadtführung, wurde gern angenommen und begrüßt.  

Sachsenring

Auch die Entwicklung der Rennstrecke „Sachsenring“ die nach schweren Unfällen im Jahr 1990 gesperrt wurde, konnte durch die Mithilfe von Hockenheimern gefördert werden. Mit der Stadtverwaltung Hockenheim und dem Fremdenverkehrsverein der Partnerstadt wurden die Beziehungen  weiter ausgebaut. Zum Hockenheimer Mai und Advent präsentiert sich die sächsische Partnerstadt mit einem Stand auf dem jeweiligen Fest. Familie Laube, von Anfang an dabei, und alle fleißigen Mitglieder des Fremdenverkehrsvereins die schon in Hockenheim waren, haben viele persönliche Kontakte geschlossen. Klöpplerin Sylvia Walter oder Schnitzer Jürgen Junghänl sind stets umlagert, wenn sie beim  Weihnachtsmarkt ihr Können zeigen.

15 Jahre Partnerschaft

Am Wochenende 29. bis 30.10. 2005 war eine Delegation aus Hockenheim zum Tag der Freundschaft “15 Jahre Partnerschaft”  nach Hohenstein-Ernstthal eingeladen. .
Vom 6. bis 13. Juni 2010 feierte die Partnerstadt „500 Jahre Hohenstein“. Eine Delegation aus Hockenheim nahm mit OB Dieter Gummer an den Feierlichkeiten teil.
Zur Feier „20 Jahre Partnerstadt” hatte Hockenheim Gäste aus Hohenstein-Ernstthal eingeladen. Über 50 Personen waren mit OB Erich Homilius gekommen und trugen sich nach der Festveranstaltung in das Goldene Buch der Stadt Hockenheim zusammen mit Hockenheimer Bürgern ein. Der Vortrag des Museumsleiters des Karl-May Museums in Hohenstein-Ernstthal, Andre Neubert, am 20. Oktober 2010  zog die Teilnehmer in der Volkshochschule Hockenheim in seinen Bann. Neben vielen Anekdoten und Geschichten um den Schriftsteller konnte die Nachbildung der Silberbüchse in die Hand genommen werden.

Freundeskreis gegründet

Im Partnerschaftsbeirat Hockenheims wurde die Frage nach der Gründung eines  Freundeskreises gestellt. Der Beirat sprach sich für die Gründung aus. Am 16.05.2011 fand im Kleinen Saal der Stadthalle die Gründungsversammlung statt. Als Gäste aus der Partnerstadt waren Heidrun Günther Uwe Gleisberg anwesend. OB Dieter Gummer leitete die Versammlung, zu der 56 Personen gekommen waren. Nach der Gründung laut Satzungsvorgaben, bei der sich sogleich 45 der Anwesenden als Mitglied eintrugen, wurde die Wahl des Vorstandes durchgeführt.

Andreas Barth

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Hohenstein-Ernstthal ist zu Recht stolz auf Karl May, der in der Stadt am 25. Februar 1842 geboren wurde. Karl-May-Fachmann Andreas Barth hielt auf Einladung des Freundeskreises im April 2018 einen Vortrag über die „Erzgebirgischen Dorfgeschichten“. Mit dabei: das Buschgespenst.

Der Freundeskreis ist seitdem bemüht, die Verbindung der beiden Städte und ihrer Bürger weiter auszubauen. Jährlich findet eine Mehrtagesfahrt nach Sachsen statt, verbunden mit dem Aufenthalt in Hohenstein-Ernstthal. Neben den Sehenswürdigkeiten in der Partnerstadt selbst, wie Karl May-Geburtshaus und Museum, dem Textil- und Rennsportmuseum, der Rennstrecke Sachsenring dem Naherholungszentrum Oberwald oder dem Stadtgarten, konnten bereits viele persönliche Bekanntschaften geschlossen werden. Bei vielen Treffen wurden unterschiedliche Anschauungen über die Entwicklung der Wiedervereinigung  besprochen und Vorurteile abgebaut. Aus der Sicht der Mitglieder des Freundeskreises ist dies ein wichtiger Aspekt der Städtepartnerschaft. Nach der Wende wurde von vielen Hockenheimer Bürgern die Möglichkeit das Land Sachsen kennenzulernen gern angenommen. Bei den Reisen des Freundeskreises wurden viele neue Sehenswürdigkeiten erschlossen. Besucht wurden zum Beispiel Altenburg mit dem „ internationalen Skatgericht“ und dem Schloss, Augustusburg, das Jagdschloss von August dem Starken, Radebeul mit Karl May Museum und Grabstätte, Weingut Schloss Wackerbart im Weinanbaugebiet Sachsens, Seiffen, die Heimat der Holzschnitzerei im Osterzgebirge oder Oberwiesental mit dem höchsten Berg in Sachsen.

Baumpflanzung

Beim Besuch der Partnerstadt im April 2013 wurde im Schulgarten der Karl-May-Grundschule, eine Spende vom Mitglied Günter Sporys, ein Bäumchen gepflanzt. „Wachse Bäumchen wachse und werde ein guter Sachse“ so waren die Wünsche, die Schulleiter Lutz Krauße dazu aussprach. Zum 25. Jahrestag der Städtepartnerschaft nahm eine Delegation aus Hockenheim an der Feierveranstaltung in Hohenstein-Ernstthal teil. Die Stadtverwaltung der Partnerstadt hatte dafür ein tolles Programm vorbereitet. Im Feuerwehrgerätehaus in Ernstthal empfing OB Lars Kluge die Delegationen der drei Partnerstädte   Hockenheim (BW.) Burghausen (Bayern) und Rheinberg(NRW). Im Kino „Capitol“ fand neben einigen Kurzfilmen der Auftritt der „Bäzoldn“, (Frau Pätzold) statt, die den Versuch startete, den sächsischen Dialekt für die Gäste verständlich werden zu lassen. Bei der großen Festveranstaltung am Abend „25 Jahre Wiedervereinigung und 25 Jahre Städtepartnerschaft” wurde auch ein Beitrag der Sing- und Musikschule Hockenheim mit reichlich Beifall bedacht.
Im Rahmen der Städtepartnerschaft waren bereits zahlreiche Vereine in Hohenstein-Ernstthal zu Gast. Eine Radtour führte in Etappen bis auf den Pfaffenberg zum Bergfest,  an der auch Ex-OB Gustav Schrank teilnahm, regelmäßige Turniere der Schachvereinigung 1930 Hockenheim, im Wechsel in Hockenheim und Hohenstein-Ernstthal durchgeführt, sind seit 1991 fester Bestandteil des Jahreskalenders. Weitere Ausstellungen und Vorträge bilden eine Bereicherung der Partnerschaft. 2013 informierte Andreas Barth über die Besiedlung des Llano Estacado durch deutsche Aussiedler, 2018 wurden die „Erzgebirgischen Dorfgeschichten“ des Schriftstellers Karl May von ihm sehr anschaulich zum Vergnügen der anwesenden Zuhörer  vorgestellt.

Karl Stülpner

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Auch das Erzgebirge hat seinen Robin Hood. Die Hockenheimer Reisegruppe begegnete dem überraschend agilen 256-jährigen Karl Stülpner auf Burg Scharfenstein im Jahr 2018. Der Wilderer, Schmuggler und Volksheld ließ unüberhörbar seine Büchse knallen.

Ein Dokumentation über das Leben und Wirken Karl Mays in der Zehntscheune unter Mithilfe des Karl-May-Verlags Bamberg und des Vereins „Silberbüchse“ fand im September 2012 statt. Die Präsentation der Indianistik und Westernsammlung von Harry Maaken wurde 2017 von  vielen Besuchern betrachtet. Als besonderer Höhepunkt muss das große Partnerschaftstreffen im Juni 2019 betrachtet werden. Anlässlich der 1250- Jahrfeier der Stadt Hockenheim waren Delegation aus Hohenstein-Ernstthal in Sachsen, Commercy in Frankreich sowie Mooresville in den USA zu Gast in Hockenheim. Das dreitägige umfangreiche Programm bildete für die Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis. Die persönlichen Gespräche der Gäste untereinander förderten die Freundschaft und den Geist der Partnerschaften über alle Grenzen.

Letzte Begegnung 2019

Die Reise des Freundeskreises zum Jahrestag der Wiedervereinigung 2019 und der Besuch der Gäste aus Hohenstein-Ernstthal zum Hockenheimer Advent sind bis heute die letzten Begegnungen im Zuge der Partnerschaft. Mit zwei Bussen waren die Besucher aus Hockenheim nach Hohenstein–Ernstthal gekommen. Der MGV „Liedertafel” und der Freundeskreis weilten für mehrere Tage in Sachsen. Neben dem Programm der Liedertafel hatte der Freundeskreis das Musikinstrumentenmuseum in Markneukirchen, die Talsperre Kriebstein, Schloss Waldenburg und die Felsendome Rabenstein im Ausflugsprogramm. Der Abend mit den Hohenstein-Ernstthaler Gastgebern im Schützenhaus bildete den hervorragenden Abschluss des Freundschaftstreffens. Die Liedertafel bot zur Unterhaltung der Anwesenden ein buntes Gesangsprogramm. Das Anliegen des Freundeskreises, dass Schulen oder einige der verschiedenen Vereine Hockenheims einen Kontakt mit Schulen oder Organisationen in Hohenstein-Ernstthal herstellen, ist bisher leider noch nicht so gelungen wie es wünschenswert wäre. Der Freundeskreis Hockenheim/Hohenstein-Ernstthal hofft, dass die Feiern zu den  nun verschobenen beiden Jubiläen „30 Jahre Städteparnterschaft“ und „10 Jahre Freundeskreis“ im Jahr 2021 nachgeholt werden können.