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Landsmannschaft der Donauschwaben

70. Kirchweihfest und 60 Jahre Jugendtanzgruppe gefeiert

Frank Heuß

Der emeritierte Erzbischof Robert Zollitsch kam zum 70. Kirchweihgottesdienst der Mosbacher Landsmannschaft der Donauschwaben in die Sankt Josefskirche.

Schon seit 1948 feiern die Mosbacher Donauschwaben jährlich ihr Kirchweihfest. Das 70. Jubiläum beging die Landsmannschaft zum Auftakt mit der katholischen Seelsorgeeinheit „Mose“ beim Kirchweihgottesdienst in der Sankt Josefskirche am Hammerweg. Als Hauptzelebrant war dafür der ehemalige Erzbischof von Freiburg, Robert Zollitsch gekommen, der selbst Donauschwabe ist. Am darauffolgenden Samstagabend wurde im Gemeindesaal St. Cäcilia gefeiert.

Musikalisch markierte der von Franz Gräff dirigierte Chor der Donauschwaben Mosbach den Auftakt mit heimatlichen Liedern. Der eigens aus dem ungarischen Szigetscép angereiste Chor unter der musikalischen Leitung von Attila Dòsa brachte ebenfalls zwei Liedbeiträge zu Gehör. Als weitere Zelebranten wirkten die Pfarrer Dr. Stefan Rencsik und Karl Haller mit.

Kirchweih-Messe

Die Predigt von Robert Zollitsch drehte sich rund um die bewegte Geschichte der Donauschwaben. „Sie blieben nicht stehen bei dem, was Ihnen genommen wurde!“ rief er den Gottesdienstbesuchern zu: „Sie packten an und schufen eine neue Heimat“, hob er die Aufbauleistung der Heimatvertriebenen im neuen Deutschland hervor. So geht in der Stadt Mosbach unter anderem der gesamte Masseldorn auf die Donauschwaben zurück. Nicht zuletzt aber stehe die Kirche für die „Heimat im Glauben, die man uns nicht nehmen konnte“, so Zollitsch. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde in den benachbarten Pirmin-Saal der Pfarrei zum Umtrunk eingeladen.

Fest in St. Cäcilia

Als Vorsitzender der Landsmannschaft konnte Stadtrat Anton Kindtner am Samstagabend zum geselligen, zünftig bewirteten Teil des Traditionsfests begrüßen, das bereits zum fünften Mal im Gemeindesaal „St. Cäcilia“ stattfand. Zuvor hatte der Einmarsch der aktiven Tanzgruppen sowie des Kirchweihpaares Rebecca Greeuw und Christian Polland mit Kirchweihstrauß zu den Klängen der Festkapelle „Die Gschlampadn“ aus Schwäbisch Gmünd den stimmungsvollen Auftakt markiert.

Die grün-weiße Fahne der Landsmannschaft trug der Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, Stefan Ihas in den Saal. Unter den Gästen waren auch Landrat Dr. Achim Brötel, Oberbürgermeister Michael Jann sowie weitere Vertreter aus Kommunalpolitik und Gesellschaft.

Tanzprogramm

Unter der Moderation der stellvertretenden Vorsitzenden der Landsmannschaft, Sabine Kreß, gab es insgesamt acht Auftrittsblöcke mit jeweils mehreren Tänzen zu sehen. Gezeigt wurden Volkstänze aus dem donauschwäbischen Raum, die über Generationen weitergegeben sind. Dazwischen gab es immer wieder offene Tanzrunden. In den traditionellen Trachten gingen die nach Jahrgängen zusammengestellten Tanzgruppen mitunter auch in gemischten Formationen von 20 und mehr Tänzerinnen und Tänzern an den Start.

Den Anfang machte unter reichlich Applaus die von Isabell Gaiser und Daniela Kreß trainierte Kindertanzgruppe. Ebenso steuerte die aus dem ungarischen Szigetcsép angereiste Volkstanzgruppe unter der Leitung von Kulcsár Ibolya einige Tanzdarbietungen bei.

60 Jahre Jugendtanzgruppe

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Jugendtanzgruppe bei den Donauschwaben Mosbach nutzte man die Gelegenheit auch für einige Ehrungen. So wurde mit Maria Gräff ein Gründungsmitglied dieser Gruppe für 60 Jahre Engagement – heute unter anderem auch als Leiterin eines 1997 gegründeten Tanzkreises – mit Urkunde und Ehrennadel ausgezeichnet.

Ebenso wurde Franz Gräff geehrt, der seit 40 Jahren als Musiker bei den Donauschwaben aktiv ist und seit 1989 die Gesangsgruppe leitet. Besondere Anerkennungen für Verdienste um die Jugendtanzgruppe gingen auch an Rosi Kellner (Trachtenverwalterin), Andreas Jupé (früherer Leiter), Robert Kraft (Leiter der 80er-Jugendtanzgruppe), Monika Polland und Jennifer Dobranzsky (Leiterinnen).