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Rotarier würdigen soziales Engagement

Acht Projekte mit Vorbildcharakter erhalten den Rotary Award

Die Vertreterinnen und Vertreter der diesjährigen Preisträger-Projekte des Rotary Awards beim abschließenden Gruppenbild.

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Die Vertreterinnen und Vertreter der diesjährigen Preisträger-Projekte des Rotary Awards beim abschließenden Gruppenbild (v.l.): Marc-Philipp Unger (Past-President Rotary Club), Michael Seefeld (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald), Thomas Kreuzer (Pro Down Heidelberg), Sascha Spataru und Klaus Nussbaum (Nussbaum Stiftung), Tobias Distler (SG Poseidon Eppelheim), Dr. Marc Hemberger (DLRG Schwetzingen - Oftersheim - Plankstadt), Werner Wohlfahrt (Bürgerbus Plankstadt), Mirjam Fischer (Förderverein Schulreiten Comeniusschule), Andreas Kistner (Bürgerbus Plankstadt), Roland Schäfer (WSC Brühl), Harald Weimer (Rotary Club), Prof. Dr. Michael Hauth (Präsident Rotary Club Schwetzingen - Kurpfalz).

„Ein sportliches Programm“, fasste es Prof. Dr. Michael Hauth zusammen. In der Tat stand den Mitgliedern des Rotary Clubs Schwetzingen - Kurpfalz am Montagabend der Vorwoche im Schwetzinger Welde Brauhaus einiges an Information ins Haus – sehr zur Freude von Dr. Hauth, dem diesjährigen Präsidenten des Service Clubs. Schließlich sei es die ureigenste Aufgabe von Rotary „soziale Projekte zu unterstützen“. „Mit dem Award haben wir es geschafft“, so Hauth. „Da waren so viele tolle dabei, und wir sind froh und dankbar, dass wir Sie unterstützen können.“

Bewährtes Konzept

Sie – das sind die diesjährigen Preisträger, von denen sechs von acht ihre Vertreter vorbeigeschickt hatten, um die Auszeichnung entgegenzunehmen und ihr Projekt vorzustellen. Harald Weimer, beim Rotary Club für die Koordination des Awards zuständig, ließ die vergangenen fünf Jahre, in denen der Preis verliehen wird, Revue passieren und zeigte sich zufrieden: „Der Award hat sich bewährt“. 22 Anträge haben er und das Team in diesem Jahr erhalten und auch die Sorge, „dass uns Corona einen Strich durch die Rechnung macht“, blieb am Schluss unbegründet. „Wir möchten auch weiterhin Vereine und Institutionen motivieren, einen Förderantrag bei uns einzureichen“, so sein Fazit.

Rotary Präsident Professor Doktor Michael Hauth

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Rotary-Präsident Professor Dr. Michael Hauth freute sich über die vielen positiven Rückmeldungen.

Mittendrin

Ein Projekt, dass das getan hat, setzt sich in besonderem Maße für die Teilhabe von Menschen mit Handicap am sportlichen Leben in der Region ein: „Mittendrin im Schwimmverein“ lautet das Motto, unter dem der Verein Pro Down Heidelberg und der Schwimmverein SG Poseidon Eppelheim seit 2016 gemeinsam arbeiten. „Ein ganz tolles Projekt“, wie auch Rotary Past-President Marc-Philipp Unger meint, in dessen Amtszeit die Auswahl der Ausgezeichneten fiel. Thomas Kreuzer von Pro Down und Tobias Distler von der SG Poseidon erläutern, was sie mit dem Projekt beabsichtigen. „Alle können mittendrin sein“ – beim Kinder- und Jugendschwimmen. Inzwischen sind bis zu 25 Schwimmbegeisterte aus der gesamten Region mit dabei.

„Der Spaß am Element Wasser steht im Vordergrund“, erläutert Kreuzer. Konkret bedeute das die Verbesserung der Schwimmfähigkeit, soziale Ziele wie die Einbindung ins Vereinsleben und die Stärkung der Gruppenzugehörigkeit. Aber auch die Wettkampfvorbereitung steht inzwischen im Vordergrund. Denn inzwischen nehmen die Schwimmerinnen und Schwimmer zwischen 18 und 30 der inklusiven Wettkampfgruppe sogar an den Special Olympics teil – und zwar mit Erfolg: im vergangenen Jahr reichte es für die „Unified-Staffel“, in der Menschen mit Behinderung und ohne gemeinsam an den Start gehen, sogar für Podestplätze. Trainerfortbildungen, das Ausbauen des Angebots und gemeinsame Wettbewerbe stehen künftig auf der Agenda. Da kommen die 3.000 Euro Förderzusage aus dem Rotary Award genau richtig.

Marc-Philipp Unger vom Rotary Club überreicht den Rotary Award 2020 an Tobias Distler und Thomas Kreuzer für das Projekt Mittendrin im Schwimmverein.

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Schwimmen für alle lautet das Motto des Projekts "Mittendrin im Schwimmverein", für das die Verantwortlichen Tobias Distler (M., SG Poseidon Eppelheim) und Thomas Kreuzer (r., Pro Down Heidelberg) den Rotary Award aus den Händen von Marc-Philipp Unger entgegennehmen.

Von Bürgern für Bürger

Ein weiteres Projekt, das die Rotary-Juroren begeistert hat, ist der Bürgerbus Plankstadt. Werner Wohlfahrt, 1. Vorsitzender des Vereins, der das Projekt entwickelt hat, erläutert, was es damit auf sich hat: Um älteren Menschen die Fahrt in die Supermärkte am Ortsrand und den Anbindungen nach Schwetzingen und Eppelheim oder umgekehrt den Weg ins Zentrum zu Rathaus oder Friedhof zu ermöglichen, hat der Verein 2016 den Bürgerbus etabliert. Inzwischen fährt dieser im Halbstundentakt von Montag bis Samstag 17 Haltestellen an. Einen Euro kostet die Fahrt, Kinder und Jugendliche zahlen 50 Cent, VRN-Fahrkarten werden natürlich auch akzeptiert, schließlich ist man Teil des Linienplans: Linie 714 steht auf dem Bus. Doch im Gegensatz zu den Busfahrern der Linienbusse arbeiten die inzwischen 22 Fahrer hier allesamt ehrenamtlich – sogar der Plankstadter Bürgermeister Nils Drescher setzt sich ans Steuer, wenn er Zeit hat.


Das Problem: Die kurzen Strecken bei geringen Geschwindigkeiten und die vielen Stopps sorgen für ordentlich Verschleiß: Muss das Fahrzeug in die Werkstatt, müsste die Verbindung pausieren. Deshalb plant der Verein die Anschaffung eines zweiten Busses. Schatzmeister Andreas Kistner ist stolz, dass das ohne Bezuschussung erfolgen kann, durch Rücklagen, Spendenakquise und Werbeflächen. Auch der Rotary Club fördert das Projekt, das insgesamt mit 105.000 Euro zu Buche schlägt – mit 4.200 Euro. Ein Bremsassistent, 360°-Kamera und Tempomat sollten so drin sein.

Der Bürgerbus Plankstadt, vertreten durch Andreas Kistner und Werner Wolfahrt bei der Award-Übergabe durch Marc-Philipp Unger.

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Der Bürgerbus Plankstadt, vertreten durch Andreas Kistner (M.) und Werner Wolfahrt (r.) bei der Award-Übergabe durch Marc-Philipp Unger.

Reiten für alle

Schulische Projekte und schulnahe Einrichtungen, so Harald Weimer, fördere man bei Rotary auch immer gerne. Das Schulreit-Projekt der Schwetzinger Comeniusschule freut sich deshalb über 2.000 Euro. Mirjam Fischer vom Vorstand des Fördervereins Schulreiten erklärt das Projekt, das seit vielen Jahren wesentlicher Teil des Schullebens und inzwischen sogar im Leitbild der Schule verankert ist.

90 Minuten in der Woche therapeutisches Reiten können die Schülerinnen und Schüler des sonderpädagogischen Bildungs- und Betreuungszentrums so in Anspruch nehmen. Neben motorischen werden auch emotionale und soziale Kompetenzen gefördert. Der Förderverein hilft, das Angebot dauerhaft sicherzustellen, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Dank Zuschüssen des Schulträgers Rhein-Neckar-Kreis, Monatsbeiträgen der Familien und eben durch Spendenzuschüsse wie denen des Rotary Clubs gelingt das auch hervorragend, so dass der Beitrag derzeit für die 40 teilnehmenden Schüler nur rund 15 Euro im Monat beträgt. „Wir brauchen diese Gelder wirklich“, erklärt Fischer, „und freuen uns über jeden Cent.“

Marc-Philipp Unger überreicht Mirjam Fischer den Rotary Award für das Schulreit-Projekt der Comeniusschule Schwetzingen.

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Marc-Philipp Unger überreicht Mirjam Fischer den Rotary Award für das Schulreit-Projekt der Comeniusschule Schwetzingen.

„WaldMachtMut“ ...

… So heißt das Projekt, dass die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gemeinsam mit der Nussbaum Stiftung zur Förderung eingereicht hat – mit Erfolg: Klaus Nussbaum, selbst engagierter Rotarier, freut sich, dass der Club das mit dem Award würdigt. Michael Seefeld von der Schutzgemeinschaft stellt „WaldMachtMut“ an dem Abend genauer vor. „Wir sind stolz, dass wir hier ausgezeichnet wurden“, bedankt sich der staatlich zertifizierte Waldpädagoge. "WaldMachtMut" sei ein „mutmachendes, und Stärken weckendes Programm u.a. für sozial benachteiligte Jugendliche von 12 bis 15 Jahren, die den Wald als Kraftort und Ruhequelle, aber auch als Übungsfeld erfahren dürfen.“ Das Angebot richtet sich vor allem an Haupt-, Gemeinschafts- und Werkrealschulen. Das Waldmobil, das Seefeld und sein Team dafür eigens eingerichtet haben, dienst als Basislager für die Kinder und Betreuer, die in einem modularen Konzept die Abenteuer des Waldlebens an mehreren Tagen aktiv erfahren und so Gemeinschaft, Teamwork und Klassenverband stärken. Die Nussbaum Stiftung finanziert die Teilnahme von sechs Schulen in ganz Baden-Württemberg über mindestens drei Jahre, durch die Unterstützung der Schwetzinger Rotarier kommen nun noch drei weitere Schulen im Rhein-Neckar-Kreis dazu.

Past-President Marc-Philipp Unger überreicht den Rotary Award 2020 an Michael Seefeld und Klaus Nussbaum

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Als eines von acht ausgezeichneten Projekten nahmen Michael Seefeld von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Klaus Nussbaum von der Nussbaum Stiftung den Rotary Award für „Wald macht Mut“ aus den Händen von Marc-Philipp Unger entgegen.

Schwimmen lernen

Jährlich ertrinken in Deutschland Menschen – 2019 waren es 417. Darunter sind auch Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 14 Jahren. Diese Zahl weiter zu minimieren, hat sich die DLRG als Ziel gesetzt. Die DLRG-Ortsgruppe Schwetzingen Oftersheim Plankstadt möchte deshalb künftig neben dem klassischen Schwimmkursangebot für Kinder auch spezielle Kurse für Jugendliche anbieten. Vorstand Dr. Marc Hemberger erläutert weshalb: Jugendliche, die nicht schwimmen können, haben oft eine hohe Hemmschwelle, einen Schwimmkurs für Kinder zu besuchen – aus Scham „oder Coolnessgründen“. Diese Jugendlichen will man nun mit einem speziellen Schwimmkurs, der auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist, erreichen. Dazu bedarf es neben Zeit, spezieller Methodik, eigens geschulter Ausbilder und Materialien auch entsprechende Zeit in den Schwimmbädern – alles Faktoren, die Geld kosten. Deshalb kommt der Zuschuss der Rotarier auch hier genau richtig. Und: „Was ist besser als Leben zu retten“, meinte Marc-Philipp Unger bei der Awardübergabe an Hemberger.

Einen Rotary Award aus den Händen von Marc-Philipp Unger gab es für das Jugend-Schwimmkurs-Projekt der DLRG Schwetzingen - Oftersheim - Plankstadt, vertreten durch Dr. Marc Hemberger

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Einen Rotary Award aus den Händen von Marc-Philipp Unger (l.) gab es für das Jugend-Schwimmkurs-Projekt der DLRG Schwetzingen - Oftersheim - Plankstadt, vertreten durch Dr. Marc Hemberger (r.)

Natur erleben

„Kids & Nature“ lautet das Projekt, mit dem sich der Wassersportverein Brühl für den Award beworben hat. Roland Schäfer, der dem 235 Mitglieder starken Kanuten-Verein vorsteht, stellte das Konzept vor. Die 26 Jugendliche und Kinder des Vereins sollen raus in die Natur und Abenteuer erleben. Gerade in Zeitalter der Digitalisierung soll so ein Gegengewicht zu Handy und Spielkonsole geschaffen werden. Das Wohnzimmer gegen frische Luft tauschen, mit dem Kanu in die Altrheinarme fahren, Tier- und Pflanzenwelt kennenlernen, Abenteuer erleben, im Zelt übernachten und am Feuer kochen, das Handy bleibt natürlich daheim. Dank des Rotary Clubs können die Kinder künftig mit eigenen Booten, zwei Tipis und Feuerkochgeschirr standesgemäß auf Abenteuerfahrt gehen.

Marc-Philipp Unger und Roland Schäfer vom Wassersportverein Brühl bei der Awardübergabe.

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Für "Kids & Nature" gab es für den Wassersportverein Brühl einen Rotary Award, sehr zur Freude von Vorstand Roland Schäfer (r.)

Kampfsport und Gewaltprävention

Neben den sechs vorgestellten Vereinen konnten sich zwei weitere Einrichtungen unter die Award-Träger einreihen:  So freut sich der 1. Budo Club Schwetzingen über die Förderung seines Projekts „Kampfsport für alle“, das der Verein schon längere Zeit in Kooperation mit Schulen der Region unterhält. 1.000 Euro sollen an die ehrenamtlich aktiven Trainer weitergegeben werden. Und zu guter Letzt erhält die Albert-Schweitzer-Schule Wiesloch 500 Euro für einen Boxsack, der für Gewaltpräventionsprojekte eingesetzt wird.

Harald Weimer vom Rotary Club Schwetzingen - Kurpfalz

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Harald Weimer moderierte die Verleihung.

Positives Fazit

„Tolle Projekte und ein tolles Engagement“, lautet das Fazit von Prof. Dr. Hauth zum Anschluss deshalb. „Das alles passt hervorragend zu unserem Jahresmotto ‚Rotary eröffnet Möglichkeiten‘. Ja, wir eröffnen in der Tat Möglichkeiten – und mit Ihnen werden diese auch genutzt“, sind sich Hauth und sein Amtsvorgänger Marc-Philip Unger sicher.

Waldpädagoge Michael Seefeld stellt das Waldmobil vor.

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Waldpädagoge Michael Seefeld stellt das Waldmobil vor.
Die Schwetzinger Rotarier vor dem Waldmobil der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

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Die Schwetzinger Rotarier vor dem Waldmobil der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, einem der prämierten Projekte.
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Der Rotary Club Schwetzingen-Kurpfalz formierte sich im Jahre 2005 aus dem Club Schwetzingen-Walldorf unter dem Gründungspräsidenten Dr. Hans Spielmann. Seitdem unterstützt der Service Club, der mittlerweile rund 50 Mitglieder  -  Frauen und Männer - zählt, internationale, regionale und lokale Projekte, zum Beispiel mit der jährlichen Adventskalender-Aktion oder dem Rotary Award. Der Club ist Mitglied der weltweiten Rotary-Vereinigung, in der sich über 1,2 Millionen Menschen in 31.000 Clubs und 166 Ländern auf allen Kontinenten in ihrem privaten, beruflichen und öffentlichen Wirken zu Redlichkeit, Toleranz und sozialer Hilfsbereitschaft verpflichtet haben.

Infos: https://schwetzingen-kurpfalz.rotary.de/