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Auf klimaneutralen Wegen in die Goldäcker

KaepseLE Goldäcker heißt das Vorhaben, in dem von 2023 an 180 Wohneinheiten in Echterdingen-West entstehen sollen. Die Ziele sind reichlich ambitioniert und wurden bislang in noch keinem Neubauprojekt der Stadt in dieser Summe formuliert. Die Maßgabe lautet: Klimaschutz, emissionsfreies Bauen, CO2-Neutralität, Pflanzen, Stoffkreisläufe und Energievernetzung sowie bezahlbares Wohnen sollen unter einen Hut gebracht werden – das klingt beinahe so, als hätte die Stadt Leinfelden-Echterdingen die eierlegende Wollmilchsau entdeckt. Denn schließlich und endlich sollen sich auch Investoren finden, die mit diesem Projekt Geld verdienen können. Kurz und knapp: Die Vereinbarkeit der drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales stehen im Vordergrund. Unsere Fraktion hat dieses Vorhaben von Beginn an unterstützt, wir sind der Meinung, in den Goldäckern kann ein Vorzeige-Baugebiet entstehen. Daher haben Jürgen Kemmner und Sigrid Ott am vergangenen Dienstag im Technischen Ausschuss folgendem Beschlussantrag der Stadt zugestimmt: Die Stadtverwaltung wird beauftragt eine Konzeptvergabe für Investoren durchzuführen, auf Grundlage einer zustimmend zur Kenntnis genommenen Preiskalkulation.

Das Konzept ist in sich schlüssig und könnte der Aufbruch in ein neues Zeitalter des Bauens in unserer Stadt sein. Dass Klimaneutralität in den kommenden Jahrzehnten ein bestimmender Faktor in der Bauwirtschaft sein wird, steht außer Frage. Was uns im Vorhaben KaepseLE ganz besonders gefällt: Die Stadt wird im Gebiet nicht nur deutlich unter dem Marktpreis für Bauland anbieten, sondern auch unterhalb des Preises, der in der Bodenrichtwertkarte festgelegt wurde und 1.050 Euro pro Quadratmeter beträgt. Lediglich 910 Euro pro Quadratmeter werden verlangt. Mit dieser indirekten Förderung soll gewährleistet werden, dass die Inhalte des Handlungsprogramm Wohnens angewendet werden. Es sollen 30 Prozent geförderter Wohnungsbau sowie 20 Prozent preisgünstiger Wohnungsbau zur Miete oder als Eigentum entstehen. Die restlichen 50 Prozent der Wohngebäude erhalten keine Bindung und sind damit frei vermarktbar. Außerdem wird mit dem niedrigen Kaufpreis den hohen baulichen, architektonischen und ökologischen Anforderungen innerhalb des Gebiets Rechnung getragen. Die L.E.Bürger/DiB-Fraktion hat den Inhalt der Ausschreibung gelobt und dabei darauf hingewiesen, dass es damit auch möglich sei, Mehrgenerationenhäuser im Goldäcker zu erstellen, wie es in der Haushaltsrede 2022 von Fraktionschef Jürgen Kemmner gefordert wurde. Unsere Fraktion wird dieses Projekt gerne begleiten und fördern – und sich dabei für ein Mehrgenerationenhaus einsetzen.