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Seelsorgeeinheit Hockenheim

Bischof Dr. Birkhofer lobt Arbeit der Seelsorgeeinheit

Visitation in Hockenheim

Benno Müller

Weihbischof Birkhofer, Pfarrgemeinderatsmitglied Andreas Becker, drei Europapfadfinder. Der „Benjamin“ von ihnen durfte eine ganze Weile die Bischofsmütze tragen.

Sie gehörte zu den ersten Seelsorgeeinheiten der Erzdiözese Freiburg, hier lebte man schon die Gemeinschaft, arbeitete intensiv und ergänzend zusammen, als andere noch eher skeptisch in die gemeinsame Zukunft blickten. Der Erfolg gab und gibt der Seelsorgeeinheit mit Hockenheim, Reilingen und den beiden Lußheimer Gemeinden  recht. Viel Lob und Anerkennung gab es jetzt vom zuständigen Bischof Dr. Peter Birkhofer nach der Beendigung der zweitägigen Visitation.  Damit konnten jetzt die Visitationen der sieben Seelsorgeeinheiten im Dekanat Wiesloch erfolgreich abgeschlossen werden.

Zwei Visitationstage

Bereits bei den intensiven Vorbereitungsarbeiten und an den beiden Visitationstagen selbst  wurde deutlich, dass es  ein wichtiges Ziel der Kirche ist, sich in lebendigen Gemeinden zu verwirklichen. Wo stehen wir? Wohin wollen wir? Wie erreichen wir unsere Ziele? Das sind hierfür die Grundfragen. Diese Visitation war die ideale Möglichkeit, sich hierüber eine aktuelle Momentaufnahme zu verschaffen, zurückzublicken auf die jüngere Vergangenheit, den Ist-Zustand zu beleuchten und gemeinsame Ziel-Perspektiven für die Zukunft zu erarbeiten.

Selbstbewertungsbericht

Dazu  war  Weihbischof Dr. Peter Birkhofer von der Erzdiözese Freiburg, unterstützt vom Leiter des Referates „Visitationen und pastorale Entwicklung“, Martin J. Müller sowie zeitweise durch den Vorsitzenden des Dekanatsrates, Dr. Klemens Gramlich, zu Gast. Seitens der Seelsorgeeinheit Hockenheim/Lussheim/Reilingen wurde dazu intensive Vorbereitungsarbeit in den letzten Monaten geleistet. Dabei  wurde als Grundlage für die Visitation ein 64-seitiger Selbstbewertungsbericht erstellt. Dieser Bericht dokumentiert die derzeitige Situation in der Seelsorgeeinheit, geht auf die Strukturen ein und schlüsselt die einzelnen Gruppierungen und deren Aktivitäten und Zielsetzungen auf. Durch die Lektüre dieser 64-seitigen Standortbestimmung hatte sich das Visitationsteam auf die beiden Tage vorbereitet. Am Freitag letzter Woche fand eine Reihe von Gesprächen mit Hauptamtlichen statt, am Samstag trat man in intensiven Dialog mit der Vielzahl ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorgeeinheit.

Öffentliche Versammlung

Der Abschluss der Visitation war am späten Samstagnachmittag das Feedback des Weihbischofs im Rahmen einer öffentlichen Versammlung im Gemeindehaus St. Christophorus.  Dekan Jürgen Grabetz war ebenso wie Bischof Dr. Peter Birkhofer erfreut über das große Interessen der Christen aus allen vier Gemeinden sowie Gästen.

Menschliches Gesicht

Bischof Birkhofer zeigte sich beeindruckt von dem großen Engagement innerhalb der Seelsorgeeinheit, es werde Wertvolles geleistet, die Aktivitäten seien sehr vielseitig: „Die Kirche zeigt hier ein sehr menschliches Gesicht“, betonte der Weihbischof.

Schneeballsystem

Bischof Peter Birkhofer ging zunächst auf den Begriff der Solidarität ein, die Ehrenamtstätigkeit sei vorbildlich,  man habe den Eindruck, dass es sich  in einer Art „Schneeballsystem“  stets weiterentwickle: „Das Ehrenamt ist ein Schatz, von dem wir leben“, betonte der Bischof. Als weitere wichtige Säule bezeichenete der Bischof die Spiritualität, der Glaube  solle sich auch im Alltag stets aufs neue bewähren. „Wir wollen christliche Werte hineinbuchstabieren in die Politik unserer Zeit“, meinte Birkhofer .

Gesellschaft mitgestalten

Wichtig sei auch die Kommunikation, das Engagement und der Einsatz müssten nach außen hin sichtbar werden, schließlich wolle man die Gesellschaft mitgestalten. Positiv äußerte sich Bischof Birkhofer auch zu den  konkreten Plänen des neuen kirchlichen Zentrums Lussheim,  das in seiner ganzen Art zukunftsweisend sei.

Kunst der Gelassenheit

Abschließend stellte Bischof Dr. Birkhofer offen fest, man müsse sich mitunter  auch mit der „Kunst der Gelassenheit“ beschäftigen, man müsse mitunter auch loslassen können, müsse sich für einen von mehreren möglichen Wegen entscheiden. Man müsse  sich auf erreichbare Ziele konzentrieren, damit könne man auch drohende Überforderungen sowohl von ehrenamtlichen als auch von hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermeiden.

Gottesdienst und Stehempfang

Im Anschluss an die Ausführungen des Weihbischofs feierte man gemeinsam den Gottesdienst in der St. Georgskirche, um sich dann wieder im Gemeindehaus St. Christophorus zu einem Stehempfang zu treffen, der genügend Möglichkeit zu Gesprächen, zu Fragen und zu Antworten, zum persönlichen Meinungsaustausch gab. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Eberhard Dommer hatte sich bereits zuvor bei dem Visitationsteam unter großem Beifall mit einem „leuchtenden“ und einem kulinarischen Geschenk bedankt. Weihbischof Dr. Peter Birkhofer, der sich in der Kurpfalz sichtlich wohlfühlte, freute sich über die zahlreichen individuellen Fragen, Gedanken und Anregungen und die  lebhaft-faire Diskussion mit den engagierten Christen der Seelsorgeeinheit. Er lobte auch die ökumenische Zusammenarbeit  und den interreligiösen Dialog, der „Einheit in Vielfalt“ unter Beweis stelle. „Die offene und ehrliche Betrachtung der aktuellen Situationen und die eigene  Art und Weise des Umgangs miteinander haben mich sehr beeindruckt“, meinte Weihbischof Birkhofer zum Abschied.