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Mutter Courage und ihre Kinder

Brechts Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg kehrt zurück

Szene aus »Mutter Courage und ihre Kinder«

Susanne Reichardt

Szene aus »Mutter Courage und ihre Kinder«

Die »Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg« von Bertolt Brecht mit Musik von Paul Dessau verzeichnete in der Inszenierung von Regisseur Markus Dietz in der vergangenen Spielzeit große Erfolge in Heidelberg. Wiederaufnahme ist am Montag, 28. November 2022 um 19:30 Uhr im Marguerre-Saal.

Meistgespieltes Stück des modernen Theaters

Nicht nur in Heidelberg ist Bertolt Brechts Antikriegsstück »Mutter Courage und ihre Kinder« ein Erfolg. Die kraftvolle Kriegs- und Kapitalismuskritik gehört zu den am häufigsten gespielten Stücken des modernen Theaters. Brecht schildert den Zynismus des Kriegs und die Verrohung des Menschen, der versucht, in einer vom Konkurrenzkampf bestimmten Welt zu bestehen.

Das Stück spielt mitten im Dreißigjährigen Krieg und begleitet die »Mutter Courage«, eigentlich Anna Fierling, die mit ihren Kindern den kämpfenden Truppen kreuz und quer durch Europa folgt. Der Krieg ist für sie Geschäftsmodell und -partner, doch während sie versucht, als Händlerin Profit zu machen, rinnt ihr das persönliche Glück durch die Hände: Nach und nach werden ihren Kindern ihre Tugenden zum Verhängnis und sie verliert alle drei an den grausamen Krieg.

Viel gelobte Titelpartie und Live-Musik

In der Heidelberger Titelrolle zu sehen ist Ensembleschauspielerin Katharina Quast, die laut Mannheimer Morgen (11. Dezember 2021) »Durchsetzungsstärke, Mundwerk, Format und Gestaltungswille« zeige, aber auch große Emotionen, »ohne in die Kitsch-Falle zu tappen«. »Eine solche leidensfähige und leidenschaftliche Courage sah man noch nicht«, so das Resümee der Rezension. Neben Quast stehen Marie Dziomber, Martin Wißner, Benedict Fellmer, Steffen Gangloff, Marco Albrecht, Lisa Förster, Olaf Weißenberg, André Kuntze und Félicien Moisset auf der Bühne. Die Musik von Paul Dessau präsentiert eine Live-Band.

Wiederaufnahme / 28. November 2022 / 19:30 Uhr / Marguerre-Saal