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Kunstverein Hockenheim

Burkhart Braunbehrens bewegt, was in der Welt passiert

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Dr. Clemens Suter-Crazzolara (l.) und Burkhart Braunbehrens beim Kamingespräch

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren in den kleinen Saal der Stadthalle geströmt, um die Ausstellung, unter dem Titel „figura.politics.blumen“ zu sehen. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Sängerin Jana Schrietter, der Tochter des Künstlers, und Steffen Schuhmacher am E-Piano. Der Künstler selbst war ebenfalls vor Ort und ließ die Gäste beim „Kamingespräch“ mit dem neuen Kunstvereinsvorsitzenden Dr. Clemens Suter-Crazzolara an seiner bewegenden Biographie und seinem Verhältnis zur Kunst teilhaben. Dr. Clemens Suter-Crazzolara hatte die zahlreichen Besucherinnen und Besucher zuvor begrüßt und einen Einblick in die Vereinsarbeit gegeben. Es sei die erste Vernissage des neuen Vorstands und man sei trotz Corona mit viel Optimismus ans Werk gegangen, so Suter-Crazzolara. Er wies in seiner Rede auf den Dachverband der deutschen Kunstvereine hin, in welcher auch der Hockenheimer Kunstverein organisiert ist. „Wir halten die Gesellschaft kulturell zusammen“, zitierte Suter-Crazzolara den Dachverband, um die Bedeutung der Kunstvereine zu unterstreichen. Und mit einer „spannenden Ausstellung“ gehe es an diesem Tag um die Kunst.

Dem wollte sich auch Oberbürgermeister Marcus Zeitler nicht entziehen. Dieser gab zwar zu, dass er nicht viel von Kunst verstehe. Dafür sei er aber ein leidenschaftlicher Musik- und besonders Heavy-Metal-Fan. Er stellte mit „Hells Bells“ und Highway to hell“ zwei seiner Lieblingstitel der Band AC/DC vor, um damit den Bogen zu Burkhart Braunbehrens Werk „Höllensturz“ zu schlagen, der aufgrund seiner Dimensionen im großen Saal der Stadthalle aufgehängt wurde. Damit sei ein neuer Lieblingstitel für ihn hinzugekommen, so Zeitler.

In der  „Kamingespräch“ genannten Unterhaltung auf der Bühne antwortete Burkhart Braunbehrens auf die Fragen von Dr. Clemens Suter-Crazzolara, der unter anderem von ihm wissen wollte, was ihn als Künstler bewege. „Mich bewegt, was in der Welt passiert. Und das ist sehr vielfältig“, so Braunbehrens. Viel passierte auch in der Biografie von Burkhart Braunbehrens. Schon früh habe er sich für Kunst interessiert. Auslöser sei ein Aquarell von Emil Nolde gewesen, das bei ihm zu Hause hing. „Die Farbintensität hat mich beeindruckt“, so Braunbehrens. Auch habe ihn beim Malen das Risiko mit dem Misserfolg gereizt.

In seiner Laufbahn habe er eine sehr politische Phase durchlebt, in der die Kunst in den Hintergrund trat. Diese habe er sich danach erst wieder aneignen müssen. Dass er ein politischer Mensch ist, kann man auch in seiner Kunst sehen. Seit 1983, mit Helmut Kohls Amtseinführung, hat Braunbehrens sich mit Politik künstlerisch auseinandergesetzt. Ihn interessiere dabei vor allem, den Zwiespalt zwischen dem öffentlichen Bild und dem wirklichen Menschen herauszuarbeiten. Burkhart Braunbehrens, der vor kurzem 80 Jahre alt geworden ist, bezeichnete es als großes Glück und Geschenk, dass er in der Stadthalle die Ausstellung durchführen dürfe. Dazu gehöre auch das Aufhängen des Bildes „Höllensturz“, bei dem er sich von Rubens habe inspirieren lassen. Nach dem offiziellen Programm hatten die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, mit dem Künstler persönlich ins Gespräch zu kommen und seine Werke näher in Augenschein zu nehmen. (dom)

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. August, täglich von 17 bis 20 Uhr, in der Stadthalle zu sehen.

Dr. Clemens Suter-Crazzolara begrüßte die Gäste in der Stadthalle zur Vernissage.

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Dr. Clemens Suter-Crazzolara begrüßte die Gäste in der Stadthalle zur Vernissage.
Dr. Clemens Suter-Crazzolara (l.) und Burkhart Braunbehrens beim Kamingespräch

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Dr. Clemens Suter-Crazzolara (l.) und Burkhart Braunbehrens beim Kamingespräch
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