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Kloster Maulbronn

Das meisterhafte Wassersystem der Zisterzienser in Maulbronn

Tiefer See

ssg-Pressebild

Der "Tiefe See" bei Kloster Maulbronn

Die Beherrschung der Wassertechnik ist eine Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Zum Weltwassertag am 22. März erinnern die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg an das ausgeklügelte Wassersystem der Zisterzienser. Wasser bildete das Fundament für alle Bereiche der Klosterwirtschaft – und diese große Bedeutung kann man noch heute im Kloster Maulbronn und in seiner Umgebung entdecken.

Die Zisterzienser und das Wasser

Wasser in den Klöstern – das bedeutet mehr als das romantische Bild von plätschernden Brunnen im stillen Kreuzgang. Wissenschaftliche Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, wie sehr das Wasser und die Macht über diese Ressource die materielle Grundlage für das Leben in den Klöstern war. Das gilt ganz besonders für die Zisterzienser. Der diesjährige Weltwassertag der Vereinten Nationen steht unter dem Motto „Valuing Water“ – Wert des Wassers. Der Tag regt an, über den Wert dieses Elements für unsere Gesellschaft nachzudenken. Kloster Maulbronn zeigt, wie die Mönche mit dem lebenswichtigen Gut umgegangen sind. Der Blick in die Vergangenheit hilft, die grundlegende Bedeutung des Wassers besser zu verstehen.

Meisterleistungen der Wasserwirtschaft

Die Zisterzienser beherrschten den Wasserbau virtuos und schufen damit die Basis für die wirtschaftliche Prosperität der großen Konvente. Zudem gelang es dem Zisterzienserorden mit seinen europaweiten Verbindungen, Wissen bis hin zu arabischen Bewässerungstechnologien zusammenzuführen und zu perfektionieren.
Es ist ein großer Reichtum an Zeugnissen der zisterziensischen Wasserwirtschaft, die bis in die Gegenwart in Kloster Maulbronn sichtbar ist. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, der Betrieb von Mühlen, Fischzucht und Teichwirtschaft, landwirtschaftliche Bewässerung, Transportkanäle: In allen Bereichen war Wasser grundlegend. Mit diesem Blick kann man die große Klosteranlage neu sehen und erleben.

Drei Zisterzienserklöster im Vergleich

In seinem 2020 erschienenen Buch „Die Zisterzienser und das Wasser“ untersucht der promovierte Kunsthistoriker Ulrich Knapp die Wassersysteme der drei großen Zisterzienserklöster und vergleicht die Anlagen – untereinander und auch über die Grenzen hinweg. Die drei bedeutendsten ehemaligen Zisterzienserklöster Südwestdeutschlands gehören zum Arbeitsbereich der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. In diesen Monumenten und in ihrer Umgebung haben sich in reichem Maß die Zeugnisse der zisterziensischen Technikkompetenz erhalten. Für Kloster Maulbronn waren es nicht zuletzt die aus dem Mittelalter bewahrten, gut sichtbaren und sogar in vielen Fällen bis heute funktionierenden Bausteine der zisterziensischen Wassertechnologie einer der Gründe, warum das Kloster von der UNESCO 1993 zum Weltkulturerbe ernannt wurde.