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Preis für das Café Central

Der 40.000-Euro-Applaus für ein Stück Heimat

Das Café Central in Weinheim

pr

Das Café Central hat mit seinem Bühnenprogramm überzeugt.

Belegt ist das durch den Preis „Applaus – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten“. Mit dem Preis würdigt Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters Club-Betreiber und Veranstalter für ihre herausragenden Livemusikprogramme. Insgesamt wurden 94 Musikclubs in drei Kategorien ausgezeichnet, das Central war in der Königsklasse der Clubs mit mehr als 104 Konzerten und Veranstaltungen im Jahr veranlagt. Der Preis ist mit einer Förderung von 40.000 Euro verbunden und wurde vergangene Woche in Mannheim verliehen. Das Geld ist zweckgebunden, bereits bei der Bewerbung musste für den Fall einer Auszeichnung angegeben werden, in welche Projekte investiert wird. Michael Wiegand hat die digitale Ausstattung im Blick, „vielleicht müssen wir auch noch was beim Mischpult machen“. Ansonsten fließt die Förderung in die laufenden Kosten, der Rest füllt das Rücklagenkonto. Es ist nach 2014 die zweite Auszeichnung ihrer Art für das Café Central, damals wurde fast komplett in eine neue Lichtanlage investiert.
Für Michael Wiegand kommen Auszeichnung und Preisgeld gerade recht, schließlich waren die vergangenen zwei Jahre alles andere als einfach. Aus gesundheitlichen Gründen musste er stark kürzertreten, das Café Central von heute auf morgen gewissermaßen „kopflos“. Michael Schomber, Wiegands rechte Hand, hielt die Fäden zusammen und sorgte mit einem engagierten Team dafür, dass der Betrieb weiterlief. „Ohne ihn wäre der Laden längst dicht“, sagt Michael Wiegand. Es kam zum Glück anders, denn das Café Central spielt eine wichtige Rolle im Kulturleben der Stadt Weinheim und darüber hinaus, die Pressestelle der Stadt Weinheim spricht daher auch von „einer Auszeichnung für den Kultur- und Jugendstandort Weinheim“.

Musikclubs sind Qualitätsmerkmal

Den hohen Stellenwert der Auszeichnung hob Karsten Schölermann von LiveKomm, dem Verband der Musikspielstätten in Deutschland, bei der Preisverleihung im Mannheimer Rosengarten hervor: „Gerade in einer Zeit, in der es Veranstaltungsagenturen eher in die Ballungszentren der Unterhaltung zieht und in einigen Regionen eine kulturelle Verarmung droht, ist dies ein starkes Signal. Der freie Zugang zu ausgeübter Musik im unmittelbaren Wohnumfeld, anstelle der durch digitale Assistenten ausgewählten und gefilterten Streamings aus Computern oder Handys, gehört zu den Errungenschaften einer freien, demokratischen Gesellschaft. Wir tun gut daran, unsere Musikclubs als Qualitätsmerkmal eines intakten Gemeinwesens zu begreifen und zu würdigen.“
Michael Wiegand sieht das nicht anders und widmet sich nun wieder in Ruhe dem Café Central und den mehr als 100 Veranstaltungen pro Jahr. Sein Ziel ist es, die 23-jährige Geschichte des Café Central vom einst ungeliebten, selbstverwalteten Jugendcafé hin zu einem etablierten Musikclub mit enormer Strahlkraft weiterzuschreiben. Das hat nicht nur etwas mit Musik zu tun: „Das Café Central bedeutet für viele ein Stück Heimat. Und das soll auch so bleiben.“