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Vincent Feigenbutz gegen Caleb Plant

Der Kampf seines Lebens: „Die Punktrichter sind gegen uns"

incent Feigenbutz im Boxclub Eggenstein.

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Vincent Feigenbutz im Boxclub Eggenstein (bei Karlsruhe), in dem er seit zwei Jahren trainiert.

Entweder verlässt er diesen als erster WM-Titelträger in den USA seit Max Schmeling - oder als weiterer Verlierer, der den aktuellen IBF-Gürtelträger (19-0, 11 K.o.) im Supermittelgewicht nicht besiegen konnte. Feigenbutz‘ Bilanz liest sich nicht weniger beeindruckend: 31 Siege, davon 28 K.o., 2 Niederlagen. Dennoch wird es eine Mammutaufgabe, Plant in seiner Heimatstadt Nashville zu schlagen. „Wir können nur durch K.o. gewinnen“, ist sich Manager Rainer Gottwald sicher. „Die amerikanischen Punktrichter werden alle gegen uns sein.“ Er sieht die Chancen seines Schützlings bei 50:50 Prozent.

Erschwerte Vorbereitung

Dafür bereitet sich Feigenbutz erst seit Anfang Januar akribisch vor. Die relativ kurzfristige Ansetzung des Kampftermins durch den Weltverband und mehrere Trainerwechsel erschwerten zunächst ein professionelles Training. „Für die Zeit haben die neuen Trainer aber fast 100 Prozent aus Vincent herausgeholt“, so Gottwald zufrieden.
Der Boxer selbst bereitet sich nicht anders vor, als sonst auch: „Generell gibt es drei Phasen“, erklärt der 24-Jährige. „Die Kraftphase, dann Kraft-Ausdauer und zum Schluss die Sparringphase. Wir befinden uns in der letzten.“ Der Karlsruher wirkt ruhig und konzentriert, kann es dennoch kaum erwarten, in den Ring zu steigen.
Am 5. Februar fliegt er mit Physiotherapeut, Arzt und Manager über den Atlantik, um die Zeit zur Akklimatisation zu nutzen. Viel Zeit wird dennoch nicht zum Sightseeing bleiben, zumal es direkt nach dem Kampf wieder zurück in die Heimat geht.

„Ich kann nur gewinnen“

Selbst bei einer Niederlage sieht sich Feigenbutz als Gewinner. „Er ist der amtierende Weltmeister, der alles verlieren kann, ich kann nur gewinnen, mich gut verkaufen.“ Seiner Bekanntheit dürfte der Kampf indes weiter auf die Sprünge helfen, in Deutschland wie international.
Wo sieht er die Schwachstellen seines Gegners? „Ich denke, dass ich robuster und mental stärker bin und auch mehr Ausdauer habe. Das wird sich hinten raus zeigen.“
Die Atmosphäre wird den Hobbyangler nicht beeindrucken, versichert dieser. Sein Manager drückt es ob des Heimpublikums, das Plant nach vorne pushen wird, und im Angesicht des patriotischen Verbands vor Ort drastischer aus: „Wir werden ins Feuer geschickt! ich hoffe, dass er es löschen kann.“