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VHS übergibt Deutsch-Zertifikate

Die Sprache als Perspektivöffner

Ruby Kaur freut sich über ihr Zertifikat zusammen mit Dr. Cristina Ricca und OB Manuel Just.

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Ruby Kaur freut sich über ihr Zertifikat zusammen mit Dr. Cristina Ricca und OB Manuel Just.

„Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.“ Mit diesem Zitat des österreichisch-britischen Philosophen Ludwig Wittgenstein eröffnete Dr. Christina Ricca, Leiterin der VHS, ihre bemerkenswerte Rede vor den glücklichen Prüflingen des „Deutsch-Tests für Zuwanderer“. „Durch den Mut, eine neue Sprache zu erlernen, kann eine gemeinsame Identität der Gesellschaft erreicht werden“, so Dr. Ricca. Im Anschluss unterstrich Oberbürgermeister Manuel Just die Chancen, die sich Weinheim durch die Integration neuer Bürger bieten. „Weinheim wird bunter, jünger und kreativer“, führte er aus. Zudem verwies er auf die anwesende Integrationsbeauftragte der Stadt, Ulrike Herrmann. „Die Stadt Weinheim unterstützen Zuwanderer bei ihrer Einbürgerung“, so der OB.

„Ein toller Kurs“

Vier junge Damen sowie die Dozentin Isabel Bäder erzählten von ihren gemeinsamen Erfahrungen in den letzten acht Monaten. „Von null auf 100 in so kurzer Zeit ist mehr als beachtlich, es war ein toller Kurs“, lobte Frau Bäder ihre Schülerinnen. Und in der Tat: Wer den jungen Frauen bei ihren launigen Ausführungen bezüglich des Erlernens der deutschen Sprache lauschte, glaubte kaum, dass diese vor kurzem kein Wort verstehen und sprechen konnten. Als Stolpersteine der deutschen Sprache erwiesen sich naturgemäß die willkürliche Verwendung der Artikel, aber auch die Aussprache der Umlaute sowie ellenlange Wörter bereiteten gelegentlich Probleme. „Bei manchen Wörtern scheint das ganze Alphabet vorzukommen“, witzelte eine Teilnehmerin. „Oberbürgermeistersitzplatz wäre ein passendes Beispiel“, ergänzte eine weitere Absolventin, was zu Lachanfällen im Publikum führte. Als am schwersten auszusprechendes Wort einigten sich die Studentinnen auf „Eichhörnchen“. Doch neben all der ausgelassenen Heiterkeit war den Absolventen bewusst, dass durch ihre erfolgreiche Prüfung zunächst nur ein erster Schritt zur gelungenen Integration geglückt ist. „Durch die Sprache haben wir einen Schlüssel gefunden der uns neue Räume und Perspektiven bietet“, so das Fazit der Teilnehmerinnen. Nun gelte es, auf dem Arbeitsmarkt Anschluss zu finden und soziale Kontakte zu knüpfen.

Beteiligte leisten Großes

An die Dozenten wurde überschwängliches Lob verteilt. „Frau Bäder war nicht nur eine sehr gute Lehrerin sondern auch ein toller Mensch“, bedankte sich zum Beispiel Juwan Mehee aus Syrien. Auch Dr. Ricca unterstrich die Leistung ihrer Lehrkräfte. „Unsere Lehrer standen auch bei den Problemen des Alltags mit Rat und Tat zur Verfügung.“ VHS-Vize Klaus Rippel erläuterte, was die Schüler und Dozenten in den vergangenen Monaten geleistet hatten: In der Regel standen an vier Tagen in der Woche täglich fünf Unterrichtsstunden auf dem Programm. Insgesamt leistete die VHS im vergangenen Jahr 13.056 Stunden, verteilt auf 30 Kursleiter und 157 Kurse. Die Teilnehmer kamen aus 64 Ländern. „Es war wieder einmal faszinierend zu sehen, wie viele verschiedene Kulturen hier zusammengewachsen sind“, freute sich Herr Rippel.
Dann war der große Moment gekommen. Die Absolventen wurden einzeln aufgerufen und bekamen ihr Zertifikat samt einer Rose überreicht. Die Musik-Combo „One World Jam“ sorgte dabei für die musikalische Untermalung. Beim abschließenden Ausklang waren ausnahmslos glückliche Gesichter zu beobachten.

Die erfolgreichen Absolventen des „Deutsch-Test für Zuwanderer“.

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Die erfolgreichen Absolventen des „Deutsch-Test für Zuwanderer“.