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Freiraum für Veranstalter schaffen

Die Stadthalle hat keinen Pächter mehr

Die Weinheimer Stadthalle hat keinen festen Pächter mehr.

cs

Wie geht es weiter mit der Stadthalle?

Die Ro-He-Wo Gastronomie-Betriebs GmbH hat den Vertrag zum 30. September gekündigt. Man sei im Guten auseinandergegangen, heißt es übereinstimmend.
Die Benutzerordnung, die für alle Veranstaltungen in der Stadthalle eine Bewirtung durch den Pächter vorsieht, ist außer Kraft gesetzt. Schlicht deswegen, weil es den Pächter derzeit nicht gibt. Geht es nach der Stadt, wird das auch so bleiben. „Es ist nicht vorgesehen, wieder einen festen Pächter reinzunehmen“, sagt Roland Kern, städtischer Pressesprecher, auf Anfrage unserer Redaktion. Zu Beginn des Jahres 2019 solle dem Gemeinderat eine neue Benutzerordnung vorgelegt werden, die Zeit bis dahin sehe man als „Probebetrieb“. Für die Veranstalter heißt das, sie kümmern sich selber um ein Catering und haben dabei die freie Wahl, wen sie engagieren. „Die Veranstalter wurden von uns nach der Kündigung des Pächters als Erstes in Kenntnis gesetzt“, erklärt Kern.

Ende früher als geplant

Die Kündigung erfolgte laut Marlies Pflästerer, deren Ehemann Rolf der Geschäftsführer der Ro-He-Wo ist, Mitte August unter Einhaltung der vereinbarten sechswöchigen Frist zum Monatsende. „Wir hatten aber schon länger vor, den Betrieb in der Stadthalle aufzugeben“, sagt sie und nennt als geplanten Zeitpunkt Ende 2018 oder Mitte 2019. Die öffentlich kursierenden Zahlen zu den ausstehenden Pachtzahlungen im Zuge der Diskussion um einen Windeck-Verkauf hätten ihren Teil zu der Entscheidung einer schnelleren Beendigung des Pachtverhältnisses beigetragen. „Es wird einem bewusster, dass man die Reißleine ziehen muss“, so Marlies Pflästerer. Zumal die Außenstände mittlerweile weitestgehend abgebaut seien und die Ro-He-Wo die durch weitere mit Verlust behaftete Veranstaltungen nicht wieder aufbauen wollte. Laut Pflästerers Aussage ist eine kostendeckende Bewirtschaftung der Stadthalle vor dem Hintergrund rückläufiger Veranstaltungen nicht mehr machbar. Das bestätigt auch Roland Kern: „Über das Jahr gesehen ist das sicher schwierig.“

Präkere Situation für die Kulturgemeinde

Ein Veranstalter, der von den Ereignissen kalt erwischt wurde, war die Kulturgemeinde. Sie hat die meisten Veranstaltungen in der Stadthalle – für die Saison stehen 24 Termine an - und stand für alle ohne Catering da. „Uns war klar, dass wir das nicht selber durchführen können“, sagt Geschäftsführer Martin Grieb im Gespräch. Nicht nur, weil man ein gemeinnütziger Verein ist, der dann einen Betrieb im Betrieb hätte führen müssen. Auch personell sei es nicht machbar - und schon gar nicht finanziell. Für die Nutzung von Theke und Stehtischen verlangt die Stadt nämlich Miete vom Nutzer. 100 Euro stehen für die Theke an, pro Stehtisch werden 10 Euro fällig, 10 davon würden pro Veranstaltung gebraucht, sagt Grieb. „Das sind aufs Jahr 4.800 Euro“, rechnet er vor. Geld, das er nicht hat. In kurzer Zeit musste eine andere Lösung her.

Kooperation mit Holzwurm

Sie findet sich für die Kulturgemeinde in einer saisonalen Kooperation mit dem Holzwurm-Theater. „Wir haben dadurch die Möglichkeit bekannter zu werden, weil wir uns bei den Vorstellungen der Kulturgemeinde präsentieren können“, sieht deren Chef Joachim Goerdelmann den Nutzen für den Theaterverein im Vordergrund. Für ihn bedeutet das aber auch einen vorerst hohen personellen Einsatz, die Organisation von Schanklizenz und Gesundheitszeugnis – und die Übernahme des finanziellen Risikos. „Kostendeckend wird das nicht bei jeder Veranstaltung laufen, aber über das Jahr schon“, gibt sich Goerdelmann optimistisch. Man müsse schließlich keinen Überschuss erwirtschaften, wie es ein Caterer oder Pächter müsste. Goerdelmann ist klar, dass bei den ersten Veranstaltungen nicht alles reibungslos laufen wird. Die ersten zwei Monaten seien notwendig für eine Konzept-erarbeitung. So lange wird es wohl für alle ein „Learning by doing“. „Es wird spannend“, bestätigt Martin Grieb.

Ungewollte Vorreiterrolle

Mit den jetzigen Möglichkeiten der Bestimmung des Caterers durch den Veranstalter selbst, schaffe man „so viele Freiräume wie möglich“, erklärt Roland Kern die Testphase, die sich die Stadt bis zum Jahresende anschauen will. Die Rückmeldungen sind laut Kern bisher positiv. Martin Grieb sieht das differenzierter: „Man findet sich wieder in einer Vorreiterrolle, die man gar nicht haben will“, sagt er mit Verweis auf etliche Anrufe und Anfragen, die ihn schon erreicht haben, nachdem die Lösung der Kulturgemeinde bekannt wurde. Und auch bei Joachim Goerdelmann klingelt das Telefon mit den Anfragen, ob das Holzwurm-Theater weiteres Catering in der Stadthalle übernimmt. Doch er winkt ab: „Wir machen das nur für die Kulturgemeinde und sorgen dafür, dass sich die Gäste während ihres Aufenthalts in der Stadthalle wohlfühlen.“ Die müssen vorerst lediglich auf die Brezeln in der Pause verzichten. Denn bei aller erreichten Lösungen – das zum Verkauf von Lebensmitteln benötigte Gesundheitszeugnis ließ sich in der Kürze der Zeit nicht organisieren.