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Hier ging es leise zu, so richtig leise

Dritte Auflage der ECOmobil-Gala auf dem Schlossplatz

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Eröffneten die ECOmobil-Gala gemeinsam: MdL Manfred Kern, Bürgermeister Matthias Steffan, Wolfgang Gauf, Horst Schultz und MdB Olav Gutting.

Wer nach einem Besuch der „Classic-Gala Schwetzingen - International Concours d’Elegance Automobile“ den Ausgang aus dem Schlosspark gerade in jenem Augenblick ansteuerte, als ein „Grade-Rennwagen D“ losrollte, dürfte sich nahezu zwangsläufig Gedanken gemacht haben. Und das in zweierlei Hinsicht.

Lautstark

Denn zum einen ist dieser Oldtimer aus dem Jahr 1921 mit seinem gerade einmal 16 PS starken Motor unter der windschnittigen Haube schier unglaublich laut. So laut, dass man eher an ein startendes Flugzeug dachte, was interessanterweise so arg gar nicht von der Hand zu weisen ist. Denn Hans Grade, der Erbauer dieser Donnerkiste, war, wie dem wunderbar gestalteten Classic-Gala-Programm zu entnehmen war, „Flugpionier, Erfinder und Konstrukteur“, dessen „Eindecker ein erfolgreiches Flugzeug war“. Hat Grade womöglich einen Flugzeugmotor in einen Rennwagen eingebaut, könnte sich der Laie angesichts des Krachs gefragt haben.

Gedankenexperiment

Zum anderen machte man sich nach dem Verlassen des Schlossparks fast schon zwangsläufig Gedanken darüber, wie es wohl heutzutage auf den Straßen bestellt wäre, wenn auf diesen nicht nur der „Grade-Rennwagen D“ in zig Exemplaren unterwegs wäre, sondern auch die anderen Oldtimer, von denen sich einige den Kosenamen „Schnauferl“ redlich verdienen. Sprich: wenn es sich bei jenen 63,7 Millionen Fahrzeugen, die laut dem Kraftfahrt-Bundesamt am 1. Januar 2018 in Deutschland zugelassen waren, ausschließlich um Oldtimer handeln würde. Man mag sich gar nicht vorstellen, welch schlicht unerträglichem Geräuschpotential die Menschen in diesem Land ausgesetzt wären.

Kontrastprogramm

Gewissermaßen auf das Kontrastprogramm traf man nach der Überquerung des Ehrenhofes des Schlosses auf dem Schlossplatz. Nämlich auf die „3. ECOmobil-Gala Schwetzingen“, die unter dem Motto „Nachhaltige Mobilität erleben“ stand und in der sich alles um Elektro- und Hybrid-Automobile drehte, um E-Bikes, E-Scooter, Fahrräder und E-Roller sowie um deren Hersteller, Dienstleister, Institutionen, Events und Vereine.
Leise ging es hier zu, so richtig, richtig leise, denn E-Motoren verursachen nun mal keinen Lärm. Aber natürlich wurde viel gesprochen auf der ECOmobil-Gala, denn schließlich wollte man sich in aller Ausführlichkeit und möglichst profund über das Angebot informieren und es womöglich sogar testen.

 

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Vor dem Palais Hirsch stieß man auf diese sehr interessante Flotte von E-Automobilen

Mitmachen gewünscht

Letzteres war durchaus drin, denn der Gala-Gastgeber hatte schon im Vorfeld Wert auf den Hinweis gelegt, dass es „Mitmachaktionen für die Besucher bei E-Bike-Parcours und Probefahrten“ geben werde. Auf diese Weise wolle man die „nachhaltigen Mobilitätskonzepte und Mobile ins Zentrum“ stellen, technische Eindrücke vermitteln und Fahrspaß garantieren. Das Fazit vorneweg: Exakt das ist den ECO-Gala-Veranstaltern zweifelsohne im vollen Umfang gelungen. Dazu, das breite Spektrum der Ecomobilität erlebbar zu machen, trug auch die Stadt bei, in deren Pavillon die Umweltabteilung mit Patrick Cisowski an der Spitze über das Schwetzinger Umweltkonzept informierte.

Mobil mit Zwei- oder Vierrad

Die VRNnextbike GmbH präsentierte sich als das Fahrradverleihsystem im Verkehrsverbund Rhein-Neckar und offerierte neben Infos zum Umstieg auch Probefahrten mit E-Bikes, die in den vielen teilnehmenden Städten angemietet werden können. Probefahrten möglich waren aber auch auf den hochwertigen E-Bikes der Firma HNF Nicolai. Der Verein Electrify-BW e.V. klärte an seinem Stand über die praktische Nutzung von E-Automobilen im Alltag auf, wobei der Austausch mit Vereinsmitgliedern überaus erwünscht war. Vertreten durch das Autohaus Bellemann wurden auch nachhaltige Automobile von KIA ausgestellt, die auch für Testfahrten zur Verfügung standen.

Flitzer

Am Stand von e4 Testival wurde in Kooperation mit der BMW-Niederlassung Mannheim unter anderem das enorm schnittige Elektroautomobil BMW i8 vorgeführt. Falls man sich aber noch nicht dazu durchgerungen hat, ein eigenes E-Mobil zu erstehen, konnte man sich am Stand von KazenMaier über die attraktiven Leasing-Möglichkeiten von E-Bikes und E-Automobilen unterrichten.

Stille

Und was war mit am schönsten auf der 3. Auflage der „ECOmobil-Gala Schwetzingen“? Richtig, die nahezu idyllische Stille auf beiden Seiten des Schlossplatzes. Mal abgesehen vom Lärm der Autos, die jedoch fast alle im vorgesehenen Schritttempo über die Mitte des Schlossplatzes rollten und daher weniger Lärm verursachten als sonst.

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Der Stand von Ralf Itzin stand ganz im Zeichen von „Dein Traumrad“.

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Visionär: Horst Schultz vom Museum Autovision Altlußheim präsentierte einen Nachbau des ersten Elektroautos von 1881.
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