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„Wir müssen uns retten“

Eckart von Hirschhausen besuchte die Klima Arena

Eckart von Hirschhausen bei seinem Besuch in der Klima Arena

Dominic Karac

Eckart von Hirschhausen ließ sich von der Klima Arena und den dort gezeigten Themen nachhaltig inspirieren.

Dieser Tage besuchte der 53-Jährige die Klima Arena in Sinsheim. Eckart von Hirschhausen gründete nach "Humor hilft Heilen" am 30. März 2020 mit "Gesunde Erde – Gesunde Menschen" seine zweite eigene, gemeinnützige Stiftung. Ihm geht es darum, über Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Gesundheit aufzuklären und einen gesellschaftlichen Bewusstseinwandel anzustoßen.

Fairer Umgang

"Ich glaube, wir haben nicht nur ein Wissensproblem, wir haben vor allen Dingen ein Umsetzungsproblem. Und ein Visualisierungsthema. Ich finde die Klima Arena auch deswegen so gelungen, weil in diesem virtuellen Raumschiff man auch verstehen kann, wir sind schon die ganze Zeit in einem Raumschiff", so Eckart von Hirschhausen. Die Menschen müssten zunächst verstehen, dass sie wenige Jahre vor sich hätten, die darüber entscheiden, wie die nächsten 10.000 Jahre auf diesem Planeten laufen. "Wir sind die erste Generation, die eigentlich Hunger abschaffen könnte. Wir haben zwei Milliarden Übergewichtige, eine knappe Milliarde Menschen, die hungert. Wir können umverteilen, wir können fairer miteinander leben auf diesem Planeten."

Wissen um die Umwelt hat nicht zu Maßnahmen geführt

Als er 17 Jahre alt war, sei er schon umweltbewegt gewesen, so der Wissenschaftsjournalist. "Da war saurer Regen das große Thema. Da haben wir schon über Tempolimit geredet, da ging es auch schon darum, brauchen wir überhaupt Atomkraft in Deutschland." Entscheidende Jahrzehnte seien verloren gegangen, obwohl die Wissenschaft eindeutig war. Die Informationen seien nicht in politische Maßnahmen und persönliches Verhalten übersetzt worden. "Und deswegen ist jetzt die Zeit knapper und um so wichtiger ist es, dass wir die Mitte der Gesellschaft erreichen."

Ort des Begreifens und der Interaktion

Die Sonderausstellung "use-less" über nachhaltige Kleidung habe ihn inspiriert. "Natürlich braucht jeder gefühlt jedes Jahr mindestens drei Paar neue Turnschuhe. Mein Vater hat ein Paar. Und der sieht nicht ein, warum er ein zweites braucht, wenn das eine noch funktioniert. Das heißt Nachhaltigkeit ist keine Modeerscheinung, sondern auch etwas, was in den Generationen vor uns schon mal gelebt wurde", stellte von Hirschhausen fest. Es sei wichtig, die Klima Arena als einen Ort zu begreifen, an dem Interaktion stattfindet.

Mitmach-Effekte

Die Klima Arena animiere zum Mitmachen, stellte von Hirschhausen fest. "Was ich eben erkannt habe für mich, und dafür brenne ich inzwischen auch sehr, diese Verbindung mit der Gesundheit, das ist für viele Menschen der Schlüssel, wo sie kapieren: ‚Ach, das ist gar nicht ein Thema, was Eisbären und Meeresspiegel und Atmosphäre betrifft, sondern uns.‘ Es geht um neue Infektionskrankheiten. Wir haben hier in Baden-Württemberg plötzlich asiatische Tigermücken und die gehören hier nicht hin. Die überleben, weil es nicht mehr kalt wird. Wir haben Allergien, die zunehmen. Wir haben Hitzetote, 2018, 2019 viele, viele tausend Menschen in Deutschland." Deshalb müsse den Menschen klargemacht macht, dass es allen an den Kragen gehe, wenn nichts getan wird.