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61. Hockenheimer Fastnachtsumzug

Ein bunter Narrentraum in Hockenheims Straßen

Hockenheimer Fastnachtsumzug

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Die Faschingsfreunde Hoggene mischten als Bienen mit.

Bejubeln und bestaunen konnten die säumenden Zuschauer bei guten Wetterbedingungen über 70 Zugteilnehmer aus der ganzen Region. Diese setzten sich aus Fußgruppen und Motivwagen aller Couleur zusammen. Und Farbe spielte eine große Rolle bei vielen der Teilnehmer. Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Brühl etwa hatte sich mit knalligen Farben in Schale geworfen und sorgte auch mit schmissiger Musik für bunte Unterhaltung. Musik hatten einige der Teilnehmenden zu bieten.

Dröhnende Beats

Besonders von den Motivwagen dröhnten wummernde Beats zu den Zuschauern. Die Titelauswahl wurde vor allem aus der Welt der Schlager- und Partymusik entnommen. Bei über 70 Zugnummern hatten die Kommentatoren Uwe Bär am Rathaus und Klaus Zizmann am Marktplatz viel zu tun. Wahlweise wurden die Ankömmlinge mit „Helau“ oder „Ole“ begrüßt und dem Publikum vorgestellt. Das erwiderte gerne die närrischen Begrüßungsformeln mit in die Luft geworfenem Arm. Beim bloßen Zuwinken blieb es aber nicht immer: Aus den Fußgruppen scherten immer wieder Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus und gingen auf Tuchfühlung zu den Zuschauern. Die freute sich dann über Umarmungen und vor allem über Geschenke in meist süßer Form. Die Kamellen wurden auch werfend in die Menge verteilt. Vor allem die Kinder kamen dabei auf ihre Kosten und sammelten fleißig die begehrten Naschereien ein.

Hockenheimer Fastnachtsumzug

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Spielmannszug aus Brühl

Einen optischen Augenschmaus hatten alle Zugteilnehmer zu bieten. Sei es durch besonders bunte Farben auf den Kostümen, durch fantasievoll und aufwändig gestaltete Gewänder oder eben die präparierten Motivwagen. Und wie bei den Fastnachtsumzügen üblich, gab es auch in diesem Jahr die eine oder andere Gruppe, die aktuell gesellschaftliche und politische Themen aufgegriffen hatte. Die Faschingsfreunde Hoggene bekundeten ihre Solidarität mit den Bienen unter dem Motto „Sind erst mal alle Bienen tot, ist nicht nur Puuh der Bär in Not“. Und die Reisegruppe Haselnuss griff die verschärften Sicherheitsbedingungen rund um den Fastnachtszug auf, den sie als „Zirkus mit Alkohol, Gewalt und Auflagen“ bezeichneten. Auch der Klimawandel wurde von einigen Gruppen thematisiert.

Marktplatz

Aber egal, welchem Motto eine Gruppe folgte, der Spaß an der Veranstaltung trieb alle gleichermaßen durch die Straßen. Nach dem Umzug ging die Party auf dem Marktplatz weiter, wo noch eine besondere Prämierung stattfand: nämlich die der besten Fußgruppen und Motivwagen. Über den ersten Platz durften sich dann jeweils die „Alten Gaussianer auf Abwegen“ (Fußgruppe) und die „Hoggema Jugend & Katholische Jugend“ (Motivwagen) freuen.

Polizeibilanz

Aus polizeilicher Sicht gab es am Samstag im Rahmen des Umzuges 12 Körperverletzungen, 7 Beleidigungen gegen Polizeibeamte, 4 Sachbeschädigungen und einmal Widerstand gegen Polizeibeamte sowie zahlreiche Platzverweise zu verzeichnen. Ein Polizeibeamter wurde verletzt.
Michael Klump vom zuständigen Polizeirevier Mannheim bilanzierte den Einsatz der Polizei im Gespräch mit der HOCKENHEIMER WOCHE wie folgt: „Es ist nicht wenig, aber es fällt auch nicht aus dem Rahmen.“ Bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung, bei der auch nicht wenig Alkohol konsumiert werde, sei mit solchen Vorkommnissen zu rechnen, so Klump. Auch wenn jedes Delikt eines zuviel sei, wie Michael Klump ergänzte.