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Grabkapelle auf dem Württemberg

Ein Denkmal ewiger Liebe

Grabkapelle auf dem Württemberg

SSG / Achim Mende

Als „Monument ewiger Liebe“ – so steht es in steinernen Lettern am Portal – hat der untröstliche König Wilhelm I. die Kapelle für seine jung verstorbene Frau Katharina errichten lassen.

Prinzessin Katharina Pawlowna, die Tochter des russischen Zaren Paul, und Prinz Wilhelm von Württemberg liebten sich – eine ungewöhnliche Verbindung. Ehen schloss der Hochadel im 19. Jahrhundert allgemein aus politischen Gründen – Gefühle spielten eigentlich keine Rolle. Doch bei Katharina und Wilhelm scheint es anders gewesen zu sein: Für beide war es die zweite Ehe, für beide war es Liebe. Ein Denkmal dieser Liebe ist die klassizistische Grabkapelle auf dem Württemberg. Daher beteiligt sich das Monument am aktuellen Themenjahr der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg: Unter dem Motto „Liebe, Lust, Leidenschaft. Leben in Schlössern und Klöstern“ erkunden Besucherinnen und Besucher die Liebe und ihre Facetten im Wandel der Zeit.

Grabkapelle

SSG / Arnim Weischer

Ein Blick in die königliche Gruft. Hier liegen Königin Katharina, König Wilhelm sowie ihre älteste Tochter beerdigt.

Kirche und Grablege zugleich

Das Glück von Katharina und Wilhelm hielt nur wenige Jahre – denn Katharina starb unerwartet im Jahr 1819. König Wilhelm I. ehrte seine verstorbene Frau auf besondere Art und Weise: Er ließ die Ruine der Stammburg der Württemberger über dem Neckar schleifen, um Platz für den Neubau zu schaffen. Die Grabkapelle diente nicht nur als letzte Ruhestätte Katharinas, sondern auch als russisch-orthodoxe Kirche – die russische Prinzessin hatte ihren Glauben nach der Eheschließung behalten. Ein Geistlicher und zwei Sänger beteten und sangen für das Seelenheil der Königin. Die klassizistischen Heiligenfiguren im Altarraum verleihen dem Ort bis heute eine stille Würde.

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Grabkapelle auf dem Württemberg

SSG / Arnim Weischer

Noch heute steht der Sarkophag von Königin Katharina von Württemberg und ihrem Ehemann König Wilhelm I. hier.

Die Gruft

Unterhalb des Hauptraums liegt die Gruft. Hier ruht nicht nur Königin Katharina, sondern auch König Wilhelm, vereint in einem prächtigen Doppelsarkophag. Der König hatte selbst ausdrücklich bestimmt, dass er an ihrer Seite bestattet werden wollte. Außerdem steht hier der Sarkophag der gemeinsamen Tochter Marie. Einen ersten Blick in die Gruft gewinnt man bereits im Kapellenraum: Durch eine feine Gusseisenplatte in der Mitte des Bodens fällt ein stimmungsvolles Licht in die Gruft. Zwei Büsten, ebenfalls in der Gruft, erinnern an das erfolgreiche Powerpaar, das Württemberg nach Kriegen und Hungersnöten modernisierte.

Priesterhaus auf dem Württemberg

SSG / Günther Bayerl

Auf dem Württemberg kann man sich im historischen Priesterhaus, gleich unterhalb der Kapelle gelegen, trauen lassen. Das elegante klassizistische Gebäude hat der Hofarchitekt Giovanni Salucci zusammen mit dem Mausoleum entworfen und gebaut.

Ein Ort der Liebe

Aus einem Ort der Trauer ist der romantische Ort Stuttgarts geworden: Die Grabkapelle auf dem Württemberg liegt idyllisch mitten in den Weinbergen oberhalb des Neckars. Jedes Jahr versprechen sich Verliebte die Ehe auf den Stufen der Grabkapelle oder feiern hier ihre Hochzeit. Das grandiose Panorama verschönert den Moment.