Merken

Landtagsabgeordneter Daniel Born (SPD)

Ein mutiges Zeichen für eine Kirche ohne Angst

Als religionspolitischer Sprecher seiner Fraktion twitterte er gemeinsam mit seinem Kollegen und queerpolitischen Fraktionsprecher Florian Wahl: „Ihr seid wunderbar. Wir sind bei euch.“

In einer spektakulären Aktion hatten sich die Mitarbeiter als queer geoutet und unter dem Hashtag „Out in Church“ ein Ende der Diskriminierung innerhalb der Kirche gefordert. Unter den Personen, die jetzt unter anderem ihre Homo-, Bi- oder Transsexualität öffentlich gemacht haben, sind Priester, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen, Religionslehrer und -lehrerinnen – aber auch Mitarbeiter der kirchlichen Verwaltung. Ihnen droht nun eine Kündigung. Denn laut derzeit gültigem kirchlichem Arbeitsrecht sind sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten, die von der in der katholischen Kirche akzeptierten Norm abweichen, ein Kündigungsgrund. 

Außerdem, so die Forderung von „Out in Church“, sollen diffamierende Aussagen zu Geschlechtlichkeit und Sexualität aus der kirchlichen Lehre gestrichen werden und der Zugang zu den katholischen Sakramenten und zu allen Berufsfeldern der Kirche dürfe queeren Menschen nicht mehr vorenthalten werden.

Born und Wahl sprachen in ihrer Stellungnahme von einem mutigen und solidarischen Schritt: „Die 125 Gläubigen im Dienst der katholischen Kirche, die heute mit ihrem Coming-out den Schritt an die Öffentlichkeit wagen, haben ein wunderbares und mutiges Zeichen gesetzt! Sie kämpfen für eine Kirche ohne Angst.“

Der queerpolitische Sprecher Florian Wahl erklärte die Bedeutung der Initiative: „Diskriminierung richtet Schaden an und sorgt für Leid. Es geht um eine Kirche, in der Menschen aller sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten Zugang zu allen Berufs- und Handlungsfeldern haben. Wenn ich in einer lesbischen oder schwulen Partnerschaft lebe und standesamtlich heirate, darf ich keine Angst davor haben müssen, gekündigt zu werden!“

Daniel Born ergänzt: „Ich wünsche der katholischen Kirche, dass sie diesen Meilenstein nutzt, um endlich aktiv gegen Diskriminierung einzutreten: Keine Verweigerung der Kommunion von LSBTTIQ-Menschen, Segnung und Eheschließungen in der Kirche, Taufe von Transmenschen unter ihrem Namen, den sie nutzen. Da ist viel zu tun: Die Zeit ist überfällig, jetzt diesen richtigen Weg einzuschlagen! Als schwuler Christ fühle ich mich genauso von Gott angenommen wie heterosexuelle Christen, auch meine Partnerschaft ist von Gott beschirmt und wenn ich in meinem Leben Liebeskummer hatte, fiel ich nie tiefer, als in Gottes Hand. Derzeit wird aber in der katholischen Lehre teilweise anderes verbreitet. Das verletzt die Gläubigen und sorgt für Spaltung wo Gemeinschaft notwendig wäre. Dieser Tag ist eine große Chance, zu mehr Gemeinschaft zu finden.“ (di)