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Eine Boule-Anlage im Altenpflegeheim

Ein Ort der Begegnung zwischen den Generationen

Eröffnung der Boule-Anlage im Plankstadter Altenpflegeheim Sancta Maria mit Mitgliedern des Schwetzinger Rotary Clubs, Betreuern und Bewohnern des Heimes.

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Bürgermeister Nils Drescher, Simone Herold (Betreuung), Harald Weimer (Rotary Club), Rita Haffner, Prof. Dr. Michael Hauth, Dr. Ernst Hohner (beide Rotary Club), Christa Schöning, Marc-Philipp Unger (Rotary Club), Ursula Jacobb (Betreuung), Erika Lichtenstein, Daniela Habenberger (Pflegedienstleitung), Christine Straub (Betreuung), Gärtnermeister Fritz Sold jr., Hannelore Heiden und Einrichtungsleiterin Martha Trautwein (v.l.) hhten sich im Garten von Sancta Maria eingefunden, um die Boulebahn einzuweihen.

Wer schon einmal in Frankreich oder den Bergregionen Italiens unterwegs war, kennt das Bild: Gruppen von alten und jungen Menschen auf einem Dorfplatz, die bei einem Gläschen Wein die Kugeln rollen lassen und dabei gemütlich plauschen … Boule, Petanque oder Boccia erfreut sich bei unseren Nachbarn seit vielen Jahrhunderten großer Beliebtheit und wird auch hierzulande immer beliebter.

Platz für Jung und Alt

Boule ist ein Sport für Alt und Jung gleichermaßen und wo wäre eine Boulebahn deshalb besser aufgehoben, als dort, wo sich Jung und Alt auch begegnen können? Der Garten des Caritas-Altenzentrums Sancta Maria Plankstadt ist daher ein idealer Ort, das haben auch die Mitglieder des Rotary-Clubs Schwetzingen Kurpfalz richtig erkannt.

Erster Platz

Als Martha Trautwein erfahren hatte, dass der Club seinen alljährlichen Award für soziale Projekte in der Region vergibt, war für die Leiterin des Altenzentrums glasklar: Wir bewerben uns. Eine Boule-Bahn hatte es bereits im Garten des Vorgängergebäudes gegeben, nach dem Neubau im Jahr 2003 war dafür kein Platz mehr. Als aber feststand, dass einer der großen Bäume am Gartenrand der Axt zum Opfer fallen muss, war für Trautwein klar: Der Platz soll wieder genutzt werden – zum Boule spielen. Das Vorhaben wurde eingereicht und gefiel der rotarischen Jury so gut, dass sie es mit dem ersten Platz und mit der Fördersumme von 5000 Euro bedachte.

Abwechslung in Corona-Zeiten

Das war bereits im vergangenen Jahr, im Frühjahr diesen Jahres gingen dann die Arbeiten los: Gute drei Wochen waren Gärtnermeister Fritz Sold jr. und sein Team mit viel Freude damit beschäftigt, den Baum zu fällen und danach an der Stelle dem Bouleplatz Form und Gestalt zu geben. Pünktlich im März zum Frühjahrsbeginn war das Unterfangen beendet – dann kam Corona. Mit Begegnung war also vorerst einmal nichts, umso mehr freuten sich die Heimbewohner in der kontaktarmen Zeit über etwas Abwechslung. Und jetzt, mit der vorsichtigen Lockerung der Maßnahmen dürfen auch wieder Gäste im Heim vorbeischauen – nach Absprache dürfen kleinere Gruppen die Anlage ebenso nutzen.

 

Mitglieder des Rotary Clubs Schwetzingen - Kurpfalz beim Boulespiel auf der frisch eingeweihten Anlage im Plankstadter Altenheim Sancta Maria.

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Marc-Philipp Unger, Dr. Ernst Hohner und Harald Weimer vom Rotary Club testeten die Anlage im Anschluss ausführlich. Die Zsuchaer konnten unter Sonnenschirmen verweilen.

Auf Stippvisite

Nun also kamen die Spender selbst auf Stippvisite vorbei: Marc-Philip Unger, der bis vor eine Woche noch als Präsident die Geschicke des Clubs gelenkt hatte, sein frisch gekürter Nachfolger Dr. Michael Hauth, Harald Weimer, der den Rotary Award federführend betreut und Dr. Ernst Hohner statteten der Anlage einen Besuch ab. Auch Plankstadts Bürgermeister Dr. Nils Drescher überzeugte sich vor Ort von der gelungenen Umsetzung des Projektes – was zu einer emotionalen Szene führte. Denn gerade als das Ortsoberhaupt zu einer kleinen Rede ansetzen wollte, schaltete sich Hannelore Heiden aus dem Kreis der anwesenden Heimbewohnerinnen ein und dankte dem Bürgermeister für seine Präsenz und die Aktion: „Uns gibt das wieder Wärme und Lebensmut.“ Drescher, völlig überrumpelt von der Reaktion, gab den Dank gerne an die Rotarier weiter: „Die Wärme spüre ich auch – und zwar nicht nur, weil die Sonne scheint. Vielen Dank, dass Sie sich in Plankstadt engagieren für so eine tolle Sache.“

Unbürokratische Unterstützung

„Das ganze Projekt hätten wir nicht realisieren können, wenn Sie nicht wären“, meint auch Martha Trautwein. „Ich finde es klasse, dass Sie sich hier für Senioren engagieren. Für Dr. Michael Hauth schloss sich mit der Eröffnung ein Kreis: in seine erste Amtszeit als Präsident fiel die Verleihung des ersten Awards – damals an den TSV Oftersheim für das Projekt „We play Wii“ – nun, fünf Jahre später, konnte er ihn nach seinem Wiederantritt als Präsident erneut verleihen: „Wir haben diesen Award ja genau deshalb ins Leben gerufen, um zu sehen, wo in der Region Bedarf für Unterstützung ist. Sie als modernes Haus haben sich direkt beworben“, lobte er Trautwein und ihr Team. „Das ist das schöne beim Rotary-Award, dass wir die Möglichkeit haben, schnell und unbürokratisch Unterstützung zu geben.“

Auf Schweinchenjagd

Das ist den Rotariern durchaus gelungen, wovon sich alle – Bewohnerinnen, Pflegerinnen, die Heimleitung, Bürgermeister und Gäste – bei einer ersten Partie überzeugen konnten. Coronakonform, mit Maske und Abstand versteht sich, schickten die Anwesenden die silbernen Kugeln auf „Schweinchenjagd“. Die rollten einwandfrei über das frische Bett aus Sand und Kies – Mission Bouleplatz erfolgreich. Mit dem Award geht es übrigens schon bald weiter – bereits am nächsten Montag werden die Siegerprojekte für 2020 gekürt – 22 haben sich beworben.