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Ein Plädoyer für den Ausbau der Nord-Süd-Straße

Beisitzer Klaus Machanek

Machanek

Beisitzer Klaus Machanek

Feindbild der Grünen in L-E ist der Autofahrer (m/w/d, sowie auch bei den Substantiven im Folgenden), dem sie die Verkehrsflächen beschneiden wollen, mit dem Kalkül, wenn es weniger Straßen gibt, kann auch weniger gefahren werden. Deshalb lehnen sie seit Jahrzehnten den Ausbau der Nord-Süd-Straße in Richtung Steinenbronn ab, gestützt auf die Behauptung, der Bau von Straßen führe zu immer mehr Verkehr. Dieses Argument ist unsinnig, da kaum jemand nur deshalb Auto fährt, weil es eine Straße gibt. Eine Umgehungsstraße schafft keinen neuen Verkehr, sie bewältigt den bestehenden und würde im Fall der Nord-Süd-Straße die überlasteten Hauptstraßen, insbesondere in den Ortskernen von Echterdingen und Leinfelden, von Durchfahrts-, vor allem Schwerverkehr befreien. Davon würden, mit Ausnahme der Tankstellenpächter, alle profitieren: Anwohner, Fußgänger, Radfahrer, der straßengebundene ÖPNV, die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und vor allem unsere Umwelt. Autos im Stop-and-go-Verkehr verbrauchen etwa doppelt so viel Energie wie Fahrzeuge, die sich gleichförmig auf einer Umgehungsstraße bewegen, und sie erzeugen eine entsprechend höhere Belastung. Solange zur Erzeugung von Strom fossile Energien eingesetzt werden, gilt dies für Verbrenner und Elektroautos gleichermaßen.

Das Bemühen um die von den Grünen zu Recht als Hauptziel hervorgehobene Reduktion der Emissionen wird durch die grüne Verkehrspolitik konterkariert. Straßenbauprojekte werden aus weltanschaulichen Gründen geradezu verteufelt, Bahnprojekte verzögert, Mischverkehre von Radfahrern und Autos auf überlasteten Ortsstraßen gefördert, die Risiken für Gesundheit und die Mehrbelastung der Umwelt ignoriert oder bagatellisiert.

Es ist richtig, die vermehrte Nutzung des Fahrrades zu fördern, man kann sie aber nicht fordern. Vielen Menschen kann das Fahrrad das Auto nicht ersetzen. Wer denkt an ältere, kranke, behinderte Menschen? An berufstätige Eltern, die an unterschiedlichen, mitunter entfernteren Orten arbeiten und auf dem Weg zur Arbeit auch noch ihre Kinder innerhalb eines knappen Zeitfensters zur nicht immer verkehrsgünstig gelegenen Betreuungseinrichtung bringen müssen? Wer denkt an Eis, Schnee, Regen, Sturm und Gewitter. Mobilitätsmodelle, die in München-Schwabing, im Stuttgarter Westen oder vielleicht auch in Echterdingen-Mitte praktikabel sein mögen, lassen sich nicht auf die Fläche übertragen. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Menschen, die in Waldenbuch oder Steinenbronn wohnen und auf den Fildern oder in Stuttgart arbeiten, weiterhin Auto fahren werden. Dies wird nicht davon abhängen, ob wir das gut oder schlecht finden. Es gibt aber keinen Grund, diesen Verkehr weiterhin durch unsere Ortszentren zu führen.

Machanek