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Manuel Just hat sein Amt angetreten

„Ein relativ normaler Arbeitstag“

Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just

cs

Manuel Just hat am vergangenen Montag sein Amt als Oberbürgermeister Weinheims angetreten.

Dieser Tag ist der Montag. Es ist der Tag, an dem Just als Oberbürgermeister seinen ersten Arbeitstag in Weinheim hat – fast ein Jahr nach seiner Wahl.
Organisatorische Dinge habe er am Morgen geregelt, mit seinen Sekretärinnen den Austausch in Bezug auf die täglichen Arbeiten gesucht, um 10 Uhr seine erste Sitzung geleitet. Am Nachmittag stehen Gespräche mit dem Personal- und Organisationsamt an, am Abend die Sitzung des Ältestenrats. „Ein relativ normaler Arbeitstag“ nennt es Manuel Just. Für ihn hat mit diesem Tag die Einarbeitungszeit begonnen. Einen guten Überblick erwartet er für sich nach den bisherigen Erfahrungen nach „einigen Wochen“. Das sei auch der Anspruch, den er an sich selbst habe, bekräftigt er. Dabei gilt es für ihn, sich auch in neue Themenfelder einzuarbeiten, etwa wenn es um den Übergang Schule/Beruf geht. „Das hatten wir in Hirschberg nicht“, stellt Manuel Just nüchtern fest. Andere Themen wie Tourismus und Kultur würden nun mit viel mehr Akteuren einen ganz anderen Stellenwert einnehmen als in der Nachbargemeinde. Um hier einen intensiveren Einblick zu erhalten, werde es zeitnah Gespräche mit den verschiedenen Ämtern geben. Die will der neue Oberbürgermeister auch führen, wenn es um das Thema „Zukunftswerkstatt“ geht. Dabei strebe er erstmal die „Strukturierung des Prozesses“ an. „Der OB wird das aber nicht leiten“, bezieht er klar Stellung. Auch er habe seine Meinung, daher soll eine Betreuung von außen den Prozess steuern, um nicht dem Vorwurf einer Einflussnahme in bestimmte Richtungen ausgesetzt zu sein.

Gekommen, um zu bleiben

Dass die Erwartungen hoch sind, weiß Manuel Just. Das Wahlergebnis, so sagt er, ist Erfolg und Hypothek zugleich. „Übers Wasser gehen kann ich nicht“, sagt er kurz ganz salopp, um dann wieder ernst zu werden. Die Bürger könnten sich sicher sein, dass sie jederzeit eine ehrliche Antwort erhalten und er auch andere Meinungen gelten lasse. Die Unkenrufe, dass Weinheim in sechs Jahren einen neuen OB wählen wird – das wäre das Jahr der nächsten Landratswahl des Kreises Rhein-Neckar – beantwortet er sehr konkret: „Seien Sie sich sicher, dass dieses Projekt nicht auf eine Amtszeit angelegt ist.“ Er komme nicht, um nach einigen Jahren wieder zu gehen. „Aber das habe nicht ich alleine zu entscheiden, sondern auch die Wähler“, fügt
Just an. Bei seinem ersten Auftritt wirkt Manuel Just konzentriert und überlegt. Das ändert sich, als er zum ersten Mal auf den Balkon vor seinem Dienstzimmer tritt. Bisher war dafür keine Zeit, jetzt öffnet er die Türen. „Das ist schon ein Moment, der einen demütig werden lässt“, zeigt er sich beim Blick in den Schlosspark beeindruckt. Zum ersten Mal habe er 2007 auf dem Balkon gestanden, als Besucher des Bürgermeisterrundgangs im Rahmen der Weinheimer Kerwe – als frischgebackener Bürgermeister Hirschbergs. Hat er jemals geglaubt, dass es irgendwann „sein“ Balkon sein könnte? „Nein, nie.“ Und in diesem Moment blitzen die Augen auf und das Lachen auf dem Gesicht lässt allen Ernst und jede OB-Manier für einen langen Augenblick verschwinden.