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Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag

Erinnerung an die Toten und Mahnung für die Zukunft

Kranzniederlegung beim Volkstrauertag

dom

Fünf Organisationen und Einrichtungen legten Kränze am Ehrenmal nieder.

Viele Menschen mussten und müssten sterben, weil Frieden und Freiheit eben nicht gegeben waren und seien, so Zeitler. Er erinnerte an die Leiden während der NS-Zeit und die vielen Opfer des 2. Weltkrieges. Die Frage nach Krieg und Frieden sei aktuell geblieben, sagte Zeitler. Flüchtlingsströme aus aller Welt machten dies deutlich. Der Volkstrauertag setze ein Zeichen und stelle die Frage, welche Schlüsse aus der Vergangenheit zu ziehen seien. Und es sei ein Gebot der Menschlichkeit, so das Stadtoberhaupt, bei aktuellen Konflikten in der Welt nicht wegzuschauen. Denn auch aus Deutschland werden Soldaten in Krisengebiete geschickt. Zeitler machte darauf aufmerksam, dass manche von ihnen verletzt und traumatisiert zurückkehrten. Sie bräuchten „mehr Unterstützung, als sie heute finden“. Es sei an der Zeit, resümierte Marcus Zeitler, die Frage zu stellen, wann und ob Gewalt ein Mittel der Konfliktlösung sein darf und appellierte, wo es möglich sei, in Verhandlungen einen Weg zu suchen, um zu Lösungen zu kommen. Auch wenn Aussöhnung und Annäherung nicht immer leicht seien, so hätten die Entwicklungen nach dem 2. Weltkrieg gezeigt, dass dies am wirkungsvollsten zu Verständigung und Einigung führe. Zu der Gedenkstunde kamen am Sonntag zwar einige Dutzend Besucher.

Programm

Wie in den vergangenen Jahren dominierten aber fast ausschließlich ältere Menschen die Reihen. Jugendliche und junge Erwachsene waren aber immerhin bei der Gestaltung des Programms beteiligt. Das Blechbläserensemble der Stadtkapelle spielte auf und der Männergesangverein Eintracht trug ebenfalls zur musikalischen Umrahmung der Gedenkveranstaltung bei. Die beiden Pfandfinder Fabian Drews und Clemens Herzog lasen abwechselnd die zehn Gebote auf. Diese waren nämlich Teil der Rede von Pastoralreferent Benno Müller. Er ging auf den Umgang mit der Wahrheit von Mächtigen ein, die Böses im Schilde führten. „Oft war die Lüge Ausgangspunkt von Schlimmem“, so Müller und bezog sich auf die Rede Adolf Hitlers am 1. September 1939, in der dieser den Angriff auf Polen rechtfertigte. Benno Müller stellte in Bezug auf die zehn Gebote die Frage in den Raum, ob es denn überhaupt Richtlinien für das Zusammenleben der Menschen bräuchte. Er beantwortete sie mit einem klaren Ja, denn der Frieden sei auch heute nicht alles andere als gesichert. Populisten würden ihre eigenen Wahrheiten verbreiten, um diejenigen, die anders seien, abzuwerten. Die zehn Gebote, so Müller, seien für alle geschrieben. Und wenn alle danach leben würden, wäre die Welt wesentlich friedlicher.

Kranzniederlegung

Nach der Gedenkstunde in der Friedhofskapelle schlossen sich die meisten Besucher der anschließenden Kranzniederlegung am Ehrenmal an, obwohl es zu diesem Zeitpunkt schon regnete. Für die Kranzniederlegung zeichneten die Stadtverwaltung, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der VdK-Sozialverband und der Sozialverband Deutschland sowie die Marinekameradschaft 1935 Seydlitz verantwortlich. Mit dem Totengedenken durch Oberbürgermeister Marcus Zeitler und dem obligatorischen Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ endete die kurzweilige Gedenkveranstaltung.