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Gemeindewald Sandhausen

Ersatzpflanzung für abgestorbene Kiefern verschoben

Maikäfer und Engerlinge

Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

Maikäfer und Engerlinge nach Probegrabungen auf einer der Pflanzflächen im Gemeindewald Sandhausen.

Beide Flächen befinden sich in der Abteilung 10 „Viehtriebsschlag“ des Gemeindewalds – eine im Bereich des Waldkindergartens, die andere weiter südlich. Die dort für dieses Frühjahr geplanten Pflanzungen werden in den Herbst verschoben. „Der Grund hierfür“, erklärt Forstrevierleiter Robert Lang „ist der Maikäfer, genauer gesagt seine Engerlinge. Der sogenannte „Flugstamm“ hier in Sandhausen befindet sich aktuell im vorletzten Stadium der Entwicklung. Deshalb sind jetzt die dreijährigen Larven im Boden. Diese sind besonders groß und gefräßig und haben eine besondere Vorliebe für die Wurzeln junger Bäume. Hinzu kommt, dass die Engerlinge massenhaft im Boden vorhanden sind, die Dichte ist extrem hoch. Wenn wir die Pflanzen nun in den Boden setzen, würden wir ihnen das Essen auf dem Silbertablett servieren.“

Kritische Grenze überreicht

Probegrabungen des Kreisforstamtes ergaben auf den Pflanzflächen eine Dichte von teilweise über 15 Engerlingen pro Quadratmeter. Die kritische Grenze für Schäden an Jungpflanzen ist bereits bei zwei bis drei Engerlingen pro Quadratmeter überschritten.

Überwinterung

Über den Sommer entwickeln sich die dreijährigen Engerlinge zu ausgewachsenen Käfern. Diese überwintern dann noch einmal im Boden. Die Käfer stellen für die Wurzeln der jungen Pflanzen aber nur noch eine geringe Gefahr dar, genauso wie das erste Larvenstadium der nächsten Maikäfergeneration, die im kommenden Jahr zu erwarten ist.

Mit der Natur arbeiten

„Naturnahe Forstwirtschaft bedeutet für uns Forstleute, mit der Natur und nicht dagegen zu arbeiten. Durch ein Verschieben der Pflanzung haben wir ein Zeitfester, in dem sich die Bäume etablieren können, ohne dem Fraßdruck der Engerlinge ausgesetzt zu sein. Es ist deshalb sinnvoller, die Pflanzungen erst im Herbst durchzuführen“, so Forstbezirksleiter Philipp Schweigler.

Für Eiablage unattraktiv

Die Pflanzflächen sind zwar schon für die Frühjahrspflanzungen vorbereitet, allerdings ist dieser Umstand bei der Maikäferproblematik sogar von Vorteil. Dadurch, dass der Bewuchs auf den Flächen im Zuge der Vorbereitung entfernt wurde, sind sie für die Eiablage der diesjährigen Maikäfer unattraktiv. Dies steigert die Hoffnung, dass die jungen Bäume sogar noch länger ungestört von den Maikäferengerlingen wachsen können.