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Hoher Besuch am Standort Schwetzingen

Französische Botschafterin zu Gast bei Decathlon

Schwetzingen: Französische Botschafterin besucht Decathlon-Standort

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V.l.: BM Matthias Steffan, die französische Generalkonsulin von Baden-Württemberg, Catherine Veber, Stephane Montini (Decathlon) und die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes lassen sich von Dominique Tousch und seinen Mitarbeitern die kleinen Besonderheiten des Standorts erklären.

Vom Samenkorn in der Wüste zum Baum, der Stürmen trotzt und am Ende einer ganzen Oase Schatten spendet – das ist die Botschaft, die Decathlon in einem Imagefilm transportieren möchte. Zu sehen war dieser am Donnerstagnachmittag in den Räumen am Standort des französischen Sportartikelriesen vor den Toren der Stadt. Die Zuschauerin, die der Film vor allem überzeugen sollte, sitzt in der ersten Reihe im Seminarraum des Decathlon-Logistikcenters: Anne-Marie Descôtes. Der offizielle Titel der 60-Jährigen lautet „Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin der Französischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland“. Sie ist nach Schwetzingen gekommen um sich einen Überblick über die Arbeit des französischen Sportartikelriesen am Standort Deutschland zu verschaffen – und die ist durchaus bemerkenswert.

Rasante Expansion

Vom kleinen Samenkorn in der Wüste zum starken Baum, das Bild gefällt auch Stephane Montini. Der Decathlon-Regionalleiter Deutschland sieht den Werbefilm exemplarisch für die Expansion seines Unternehmens in Deutschland: Vom ersten Store, 1986 in Dortmund eröffnet, bis zu den heutigen konnte das Unternehmen am Standort Deutschland ein stetiges Wachstum verzeichnen – 30 Prozent davon alleine in den letzten vier Jahren. Denn erst als Decathlon sein Konzept an die deutschen Verhältnisse – eine stark reglementierte Fokussierung auf den innerstädtischen Handel, ein ausgeprägter Trend zum Onlinehandel  - angepasst hat, läuft das Geschäft richtig rund. Waren es 2006 noch sieben Filialen deutschlandweit, lautet die Bilanz heute: 80 Stores, drei „Warehouses“ (Großlager) und 6500 Angestellte. Dem Handelsblatt war das in den Jahren 2017 und 18 immerhin zweimal die Auszeichnung als „Marke des Jahres“ in der Katgorie Sport wert.

Schwetzingen: Besuch der französischen Botschafterin bei Decathlon

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Decathlon-Logistik-Regionalleiter Dominique Tousch (l.) erläutert der französischen Botschafterin Anne-Marie Descôtes die Abläufe der Logistik vor Ort.

Gekommen um zu bleiben

„Durable“,  dauerhaft, ist bei Montini  immer wieder zu hören – man ist gekommen um zu bleiben.  Ehrgeiziges Ziel: 2027 sollen flächendeckend in ganz Deutschland 130 Stores dafür sorgen, dass die Sportartikel aus dem Haus Decathlon überall erhältlich sind, fünf Warehouses sollen für den reibungslosen Vertrieb on- und offline sorgen und 12.500 „Teammates“ , wie Decathlon seine Angestellten nennt, in Lohn und Brot stehen – knapp doppelt so viele wie bisher.

International

Als „große Ehre“ bezeichneten die beiden Verantwortlichen vor Ort den Besuch von Madame Descôtes. Für Recep Sari, Bereichsleiter in Sachen Expansion ist der Schwetzinger Standort „sein erstes Baby“. Auch sein Kollege Dominique Tousch ist  stolz auf das, was hier in den letzten Jahren seit der Einweihung des Standorts 2012 passiert ist. 40.000 m² Fläche und damit das größte Warenlager in Deutschland, dazu eine kleine Ladenfiliale, die in ihrer Form „unique“ – sicherlich die einzige auf der Welt ist.  Dazu über 700 Mitarbeiter „von überall her“, wie Tousch erläutert: „Wir sind sehr stolz auf das Klima hier.“ Internationalität ist in der Tat ein Faktor, dem die Verantwortlichen große Bedeutung zumessen. Menschen aus 47 Nationen arbeiten hier.  „Wir sind in der Lage in vier Sprachen  Mitarbeiter zu rekrutieren“, erklärt Tousch. Englisch, Spanisch, Polnisch, Deutsch – und natürlich Französisch, auch wenn am Standort Schwetzingen nur wenige Franzosen arbeiten. „Wie sprechen Sie hier dann?“, will Anne-Marie Descôtes wissen: „Deutsch“, lautet die Antwort.

Noch viel geplant

12 Mitarbeiter waren es am Anfang, erinnert sich Tousch. „aber die Geschichte geht weiter, Matthias“, meint  Recep Sari mit einem Blick zu Bürgermeister Matthias Steffan, der als Repräsentant der Stadt gekommen ist. Über 1000 will man hier laut Sari 2021 beschäftigen, dann, wenn die Fläche um weitere 10.000 m² erweitert ist, wenn alles gut läuft auch in den Wagenrichthallen des Bahnbetriebswerks. Die historischen Gebäude sollen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, Teil des Ensembles werden. Momentan laufen gerade umfangreiche Gutachten, wenn diese positiv ausfallen, trete man mit der Stadt in Verhandlung, erklärt Sari später im Gespräch. Ein weiterer Faktor, der den Decathlon-Standort Schwetzingen ein Stückchen einzigartiger machen soll. „So etwas gibt es noch nicht“, so Sari, der die Botschafterin zu einem Rundgang durch  die Hallen einlädt.

Schwetzingen: Französische Botschafterin bei Decathlon

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In der Radwerkstatt lässt sich Anne-Marie Descôtes die spezifischen Abläufe für den deutschen Fahrradmarkt erläutern.

„Dreamteam Schwetzingen“

Nach einem Stopp im lebhaft besuchten Store geht es ins Herz des Standorts, wo sich das „Dreamteam Schwetzingen“, wie sich die Mitarbeiter selbst nennen, herzlich und offen präsentiert. Mustafa Güngör zum Beispiel ist stolz darauf, dass die meisten seiner Kollegen die Möglichkeit haben, mit dem Unternehmen zu wachsen. Bianca-Maria Namaloiu ist eine davon. Die 31-jährige Rumänin kam 2014 nach Deutschland – eigentlich, um Archäologie zu studieren. Angekommen ist sie schließlich bei Decathlon, wo sie ganz „von unten“ angefangen hat. Heute kümmert sie sich im Team und selbstständig um Projekte zur Digitalisierung. Auch Patrik Shtufi kam vor zwei Jahren nach Schwetzingen und betreut inzwischen erste Projekte. Sein Kollege Yussuf Adigüzel erklärt: „Als ich hier hergekommen bin, hatte ich wenig Ahnung von Logistik, heute unterrichte ich Kollegen und mache Schulungen“.  Und mit Alexander Resseguer kann sich die Botschafterin auch ausführlich in der Stammsprache des Unternehmens unterhalten. Klar, dass sich das gute Klima auch positiv auf die Zufriedenheit auswirkt: Über 92 % der der Mitarbeiter sind laut der jährlichen Evaluation „sehr zufrieden“ mit dem Standort. Eine Zahl, auf die man bei Decathlon sichtbar stolz ist. Einblicke in die Radwerkstatt, wo die Räder für den deutschen Markt von Hand zusammengeschraubt werden und in das vollautomatisierte Warenlager, wo Roboter die Regale zu den Kommissionierungskräften fahren, runden den Einblick für die Botschafterin ab.

Beispielhaft

„Dieses Unternehmen zeigt beispielhaft, wie wichtig Europa ist“, meinte Matthias Steffan, der sich über die kurze Visite aus Berlin freute und Descôtes  zum Abschied einen Schwetzingen-Fotoband überreichte. Das passt auch hervorragend, denn Fotograf Horst Hamann hat neben der Spargel- auch die französische Hauptstadt mit seinen „Verticals“ in Szene gesetzt. Als „sehr interessant und lehrreich“ bezeichnete die Botschafterin selbst ihren Besuch. Besonders beeindruckte Anne-Marie Descôtes augenscheinlich die „Frauenpower“ – auch die ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für den Schwetzinger Standort: In vielen Abteilungen dominieren die Frauen.