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Die Gartenschau, die ihresgleichen sucht

Gartenschau Eppingen: OB Klaus Holaschke im Gespräch

Klaus Holaschke, Oberbürgermeister von Eppingen

Stadt Eppingen

Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke freut sich schon auf die 129 Tage Gartenschau, die vor seiner Heimatstadt liegen.

Oberbürgermeister Klaus Holaschke freut sich schon sehr auf den 7. Mai. Denn dann wird in seiner Heimatstadt Eppingen die Gartenschau eröffnet. Nussbaum Medien ist als Medienpartner mit dabei und begleitet die 129 Tage Gartenschau in der Fachwerkstadt umfassend auf allen Kanälen. Grund genug für Klaus Holaschke uns rund 100 Tage vor der Eröffnung einen kleinen Vorgeschmack zu geben, was die Besucher in der Kraichgaustadt alles erwartet.

Lokalmatador.de (LM): Herr Holaschke – es sind noch rund drei Monate bis zur Eröffnung. Ist Eppingen bereit?

Klaus Holaschke: Ein klares Ja. Am 7. Mai geht’s los, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, ein Betriebs- und Hygiene-Sicherheitskonzept ist erstellt, so dass wir auch unter Corona-Bedingungen eröffnen können, sofern nicht noch eine Verschärfung kommt. Dadurch, dass das Gelände eingezäunt ist, können wir die Besucherzahlen registrieren und die Besucher leiten. Auf dem 10 Hektar großen Gelände mitten in der Innenstadt gibt es genügend Ausweichflächen. Und wir denken auch an Leute, die mobil nicht so gut unterwegs sind, für diese halten wir Rollstühle bereit. Kurzum: Ja, wir sind vorbereitet.

Die Entstehung der Gartenschau im Video

LM:  Das sind ja auch viele Dinge, die Sie zu Beginn noch gar nicht auf dem Schirm hatten. Wie hat sich Corona im vergangenen Jahr auf die Planungen ausgewirkt?

Holaschke: Rückblickend auf ein Jahr Corona weltweit stellt uns das insgesamt tatsächlich täglich vor neue Herausforderungen. So lange nun noch der harte Lockdown gilt, treibt uns - je näher der Tag rückt - täglich die Frage um, wie wir eröffnen können. Großveranstaltungen haben wir im Hinblick auf die Krise so weit heruntergestuft, dass wir stattdessen viele tolle kleinere Veranstaltungen bieten werden.

LM: Das setzt natürlich eine gewisse Flexibilität voraus ...

Holaschke: Ja. Die Flexibilität konnten wir einerseits dadurch mitbringen, dass die Bauarbeiten seit dem Spatenstich 2019 auch im Corona-Jahr ohne Einschränkungen durchlaufen konnten. Andererseits soll es eine Gartenschau der Eppinger für ihre Gäste sein und es gestaltet sich momentan schwierig, die Ehrenamtlichen zu schulen oder sich zu treffen. 2018 haben wir mit Baustellenrundgängen angefangen, mit einer tollen Resonanz aus der Bürgerschaft und von den Unterstützern. Das ist momentan nicht möglich. Aber die Eppinger sind aufgrund größerer Veranstaltungen der Vergangenheit – z.B. der baden-württembergischen Heimattage 2007 - bereit. Wir könnten diese Gartenschau sicherlich nicht ausschließlich mit einer nicht großstädtisch organisierten Verwaltung bewältigen, aber gemeinsam mit unserem Partner bwgrün und dem ungebrochenen bürgerschaftlichen Engagement schaffen wir das.

Team der Eppinger Garstenschau-Roadshow

Stadt Eppingen

Bunte Botschafter für ein blühendes Eppingen: Auf der Roadshow präsentierte sich das Gartenschau-Team mit einem Infostand in verschiedenen Kraichgaustädten.

LM: Also hat es sich bewährt, die Bürgerschaft frühzeitig einzubinden?

Holaschke: Es gibt Beiträge online auf YouTube, in denen wir die Bürgerbeteiligungsprozesse von der Ideensammlung bis zu Themenforen dokumentiert haben. Was uns sehr zupass kam, war die Bundesgartenschau 2019 vor der Haustüre in Heilbronn. Das ist natürlich eine andere Dimension, aber wir konnten dort sehr viel lernen und nebenbei – zusätzlich zu den engagierten Hauptamtlichen – schon eine überragende Zahl von ehrenamtlichen Gartenschau-Botschaftern generieren, die über die 180 Tage in Heilbronn präsent waren. Diese Stimmung konnten wir auch ins Jahr 2021 mitnehmen.

LM: Bis hierhin war es ein langer Weg  – wenn wir mal zurückschauen vom Spatenstich bis zur bald anstehenden Eröffnung. Wie blicken Sie auf die letzten Jahre zurück, Corona mal ausgeklammert?

Holaschke: Es ist für Eppingen die einmalige Chance, auch mit großartiger Unterstützung des Landes, in den letzten Jahren ein Stadtentwicklungsprojekt umzusetzen, das durch den Zuschlag für die Gartenschau 2009 angeschoben wurde. Das Durchführungsjahr 2021 ist nun natürlich der Höhepunkt, zu dem wir gute Gastgeber sein wollen. Aber die eigentliche Frage ist doch, was bleibt von dieser Gartenschau? Und das ist mehr als nur aufgehübschte Grünanlagen. Statt grün könnte man auch blau sagen – sprich: Wir präsentieren die Gewässer, die Elsenz und den Hilsbach, die durch unser schönes Städtchen fließen, durch die Renaturierung in einer neuen Qualität. Wir konnten mit Fördermitteln manche Punkte in der historischen Altstadt noch schöner machen - zum Beispiel den Treffpunkt Baden-Württemberg, den „Schwanen“, ein ehemaliges Gasthaus, wo sich über die 129 Tage das Land präsentiert. Danach wird der „Schwanen“ ein Bürgerhaus. Der Mehrwert ist langfristig

Das Bürgerhaus "Schwanen" in Eppingen - während der Gartenschau wird es zum Treffpunkt Baden-Württemberg

Stadt Eppingen

Hier trifft sich das Land: Das frisch sanierte ehemalige Gasthaus "Schwanen" wird für die Dauer der Gartenschau zum "Treffpunkt Baden-Württemberg". Danach wird es zum Bürgerhaus.

LM: Wie viel Aufwand bedeutet denn die Organisation für eine Stadt wie Eppingen?

Holaschke: Der organisatorische und der personelle Aufwand sind enorm groß. Aber das gegenzurechnen ist nicht die Hauptfrage … der Mehrwert ist enorm! Die Eppinger sehen das als Jahrhundertchance, wollen mit dabei sein, gesehen werden, der Stadt ein Stück zurückgeben.

Der finanzielle Aufwand ist in diesen Zeiten natürlich schwer abschätzbar – wir gehen dieses Jahr auch stark in die Verschuldung. Das hat aber auch viel mit Corona zu tun, weil eben Steuern ausfallen. Der Finanzrahmen liegt bei 14,5 Millionen Euro, den werden wir einhalten. Wir haben Planer, die uns von Anfang an begleiten und das spricht ja auch für eine Konstanz. Und ich bin nun auch im 17. Amtsjahr, das ich am 1. April voll mache. Ich denke es ist maßgeblich und wichtig, da eine Konstanz zu haben, und die spiegelt sich auch im Gemeinderat wider. Egal wie viele Wechsel es gab, es hieß nie, wir wollen oder brauchen das nicht oder das wird uns zu teuer.  Also eine klare Positionierung zur Gartenschau.

Und der finanzielle Erfolg wird von den Eintrittsgeldern abhängen. Ich bin überzeugt, dass es im Mai, wenn wir eröffnen, für die Leute kein Halten gibt. Sie wollen raus, das geht uns allen so. Ich glaube, dass nicht viele als Urlaubsziel vier Wochen Australien oder die ferne Insel planen, sondern das Regionale, das Lokale, den Besuch der Gartenschau vorziehen. Da sehe ich viel mehr Chance als Risiko.

LM: Was würden Sie sagen, macht die Gartenschau besonders?

Holaschke: Einzigartig macht die Eppinger Gartenschau die Lage mitten in der Stadt, die auch die Chance bietet, nicht nur das Gartenschau-Gelände kennenzulernen. Wer das verlässt, ist mittendrin in einer historischen Altstadt. So nah und so eng verbunden aber dennoch so weitläufig - in den letzten 12 Jahren, in denen ich Gartenschauen von der IGA Berlin bis zu jedem Grünprojekt besucht habe, habe ich das so noch nicht gesehen. Das wird eine Gartenschau, die ihresgleichen sucht.

Wassernase Eppingen

Planorama Berlin

Viel Grün und naturnahes Erleben - die Renaturierung von Elsenz und Hilsbach machen die Gartenschauanlage zu einem besonderen Erlebnis.

LM: Wie geht’s los am 7. Mai?

Holaschke: Fördergeber für die Gartenschau ist das Ministerium ländlicher Raum mit Minister Hauck an der Spitze. Wir bemühen uns, auch Herrn Kretschmann nach Eppingen zu bewegen. Zum Auftakt wird es, wenn Corona uns lässt, wie üblich ein paar Begrüßungsworte geben, vom Ministerium, vielleicht vom Ministerpräsidenten. Moderieren wird der SWR. Die Partnergesellschaft bwgrün wird sprechen, es wird ein feines Programm geben, an dem sicherlich auch Kinder beteiligt sind. Und am Folgewochenende wird sich Eppingen gleich zum Auftakt mit den Vereinen und eigenen Besonderheiten präsentieren, eine lebendige Vielfalt, die ganz explizit unter der Überschrift „Ehrenamt“ steht.

LM: Was wird Ihr persönliches Highlight, auf was freuen Sie sich selbst nun schon ganz besonders?

Holaschke: Für mich wird es sicherlich ein Erfolg sein, wenn wir es schaffen, die Vielfalt von Eppingen zu präsentieren. Es werden lange Tage für uns, aber wenn wir uns abends mit Team und Bürgerschaft im Bürgerpark am extra gebauten Stadtweiher zusammensetzen und den Tag gemütlich bei einem Sommergetränk ausklingen lassen, während die Sonne über unserer Altstadt untergeht – darauf freue ich mich besonders. Das sind Momente, nach denen man sich sehnt, und die wollen wir 129 Tage lang erleben.

Programmpunkte, auf die ich mich besonders freue, sind sicherlich die Phil Collins/Genesis-Tribute-Band, eine sensationelle Band aus der Region, das „Best of Bee Gees“, aber auch „Meilensteine der Rockmusik“. Und für mich ein ganz persönliches Highlight, weil ich seit 50 Jahren Rock- und Pop-Fan bin: Max Mutzke am 20. Juni. Ein Blick in unseren Eventkalender lohnt sich also!

Stadtweiher mit Altstadtpanorama Eppingen

Planorama Berlin (Grafik)

Weitläufig und mit viel Grün umsäumt präsentiert sich Eppingens "blaues Band" um die malerische Altstadt zur Gartenschau 2021. Hier zu sehen: Der neu angelegte Stadtweiher.

LM: Und was können Sie den Besuchern ans Herz legen?

Holaschke: Zuerst einmal würde ich den Besuchern empfehlen Zeit mitzubringen. Und zwar genug, um über die Altstadtpromenade die gesamten 10 Hektar zu erschließen, erleben, erlaufen.  Gastronomisch ist ausgesorgt, wir haben uns für ein regionales Konzept entschieden.

Blumen- und Pflanzenliebhabern empfehle ich unsere Blumenhalle, die immer wieder unterschiedliche Themen in neun Blumenschauen behandeln wird. Das kennt man bislang von Landesgartenschauen, aber nicht vom Grünprojekt. Da bin ich auch selbst gespannt und würde das jedem ans Herz legen.

Unheimlich spannend finde ich die Altstadtpromenade und dass man auf einer großen Wegbreite, in den Abendstunden auch illuminiert, das Thema Wasser begleitet. Und natürlich auch so etwas wie das mit unseren Kirchen erarbeitete Integrationskonzept. Da steckt so viel Liebe zum Detail drin – weshalb ich wieder auf meine Aussage komme: Nehmen Sie Zeit mit! Am besten kaufen Sie sich eine Dauerkarte, wenn Sie aus der Nähe kommen, die lohnt sich schon nach dem vierten oder fünften Besuch.

Floristik-Installation vor der Blumenhalle der Gartenschau Eppingen

Stadt Eppingen

Vor dem Rathaus geben die Floristen einen kleinen Einblick in ihre Kunst, die sie dort in der Blumenhalle präsentieren werden.
Altstadtweiher Eppingen mit Terrasse

Stadt Eppingen

Am Altstadtweiher lädt eine Uferterrasse zum gemütlichen Sitzen ein.
Spatenstich zur Gartenschau Eppingen im Jahr 2018

Stadt Eppingen

Seit dem Spatenstich 2019 hat das Gartenschaugelände Form angenommen.
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