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Gedanken zur Europafeier

Europa hat in den vergangenen Jahrhunderten durch Konflikte und Krieg viel menschliches Leid und Not erfahren. Die Schlussfolgerung nach dem zweiten Weltkrieg war, dass dieses nicht mehr in Europa geschehen darf. Diese Vision steht auf mehreren Säulen. Ein wesentlicher Teil ist die Völkerverständigung und hierbei nicht nur der Regierungen, sondern auch der normalen Menschen in den Städten und Ortschaften. Weitere Säulen sind die Anerkennung und die Unveränderlichkeit der Ländergrenzen sowie die wirtschaftliche Verflechtung. Im Bereich von West- und Mitteleuropa haben wir einen Stand und eine Selbstverständlichkeit erreicht, die unsere Vorfahren vor hundert Jahren sich nicht im Traum vorstellen konnten. Allerdings ist Europa nicht an den Grenzen der EU zu Ende, sondern es umfasst viele weitere Länder. Wir mussten in den letzten Monaten erkennen, dass diese Errungenschaften weder selbstverständlich noch von allen Machthabern in Europa akzeptiert werden.  Es gibt wieder in Europa den gewaltsamen Versuch Grenzen zu verschieben. Den Soldaten und Menschen wird wieder erklärt, warum der Gegenüber auf der anderen Seite böse ist und deswegen angegriffen werden muss. Es entsteht wieder viel Not und Leid von Menschen durch Krieg – Krieg, den wir aus Europa vermeintlich vertrieben hatten. Wir mussten lernen, dass die Verständigung der Menschen und Völker und die Unverrückbarkeit der Grenzen keine Selbstläufer sind. Diese müssen auch heute, aber auch in Zukunft, weiterhin erarbeitet werden.