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Aktion „Schau mal an“

Generationen über Fotos ins Gespräch gebracht

Foto: frh

Vier Mosbacher Institutionen arbeiteten für die Aktion „Schau mal an“ zusammen. V.l.: Stefan Müller (Stadtmuseum), Andrea Zorn, Mandy Epp (beide Stadtmarketing), Martina Rantasa (Stadtarchiv), Christine Eggers (NKG-Geschichts-AG).

Stadtarchiv, Stadtmarketing, Stadtmuseum und der Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums (NKG) brachten die Aktion „Schau mal an – Mosbacher Geschichte(n)“ Anfang Juni als Gemeinschaftsprojekt an den Start. Die 14 Informationsstelen, die alte Fotoaufnahmen verbunden mit jeweils einem Zeitzeugenzitat in Mundart zeigen, finden beim Publikum in der Altstadt Resonanz. Entsprechend zufrieden fiel das Zwischenfazit der Verantwortlichen im Stadtmuseum bei einem Pressegespräch aus.

„Es ist eine sehr, sehr spannende Sache“, beschrieb Museumsleiter Stefan Müller die erstmalig erprobte Konstellation der vier beteiligten Akteure. Es ginge darum, dass „Generationen miteinander ins Gespräch kommen“, hob Müller hervor. Häufig ließe sich beobachten, dass die auffällig platzierten Säulen angeschaut werden und auch bei den beiden speziellen Führungen mit der „Freiluftausstellung“ im Mittelpunkt kamen jeweils um die 20 Teilnehmer. Ferner fanden mehrere weitere Führungen statt, bei denen die Ausstellung miteinbezogen wurde, ergänzte Mandy Epp vom Stadtmarketing.

Zeitzeugen

Und auch Citymanagerin Andrea Zorn betonte den Beitrag, „die Stadt lebendig zu halten“. Zeit sei hier nicht zu verlieren gewesen, da die Zeitzeugen jedes Jahr weniger werden: „So lange man die Leute noch hat“, solle die Idee umgesetzt werden, über die man bereits vor etwa eineinhalb Jahren ins Gespräch kam. Ursprünglich habe der Arbeitstitel auf „Häuser und Geschichte“ gelautet. „Wir sind von den Häusern zu Personen gekommen“, ergänzte Martina Rantasa vom Stadtarchiv, in dem rund 8.500 Fotos aufbewahrt sind.

Begleitbroschüre

Studienrätin Christine Eggers, die am NKG die Geschichts-AG leitet, ging auf die von ihrer Arbeitsgemeinschaft verfasste Begleitbroschüren ein. Gut 300 Exemplare, die für den Preis von fünf Euro im lokalen Buchhandel erhältlich sind, wurden bisher verkauft. Für das Projekt hatten die Schülerinnen und Schüler mehrere Zeitzeugen interviewt. Chancen rechne man sich einmal mehr auf den Schüler-Landespreis für Heimatforschung aus.

 

Milchbar

„Alleine wäre es nicht zu machen gewesen“, sprach Eggers auf die Kooperation an, welche nicht zuletzt die Finanzierbarkeit sicherte. Weniger angekommen sei im Rahmen des Begleitprogramms, zu dem die Stadt Mosbach ein eigenes Flugblatt herausgab, lediglich das „Erzählcafé“ gewesen, zu dem sich nur eine geringe Besucherzahl einfand. Die Resonanzen seien ansonsten bisher durchweg positiv gewesen: Die ehemalige „Milchbar“ rufe bei besonders vielen Mosbachern Erinnerungen hervor.

Führungen

Eine erneute Zusammenarbeit zu späterem Zeitpunkt hielten alle Beteiligten für möglich – man habe sich gegenseitig ergänzt und gebraucht. Die Ausstellung, deren Inhalte noch einige Stadtführungen mit einbeziehen, endet im November. Eine zusätzliche, bisher nicht eingeplante Sonderführung von Stefan Müller soll am Sonntag, den 14. Oktober, um 15.30 Uhr vom Hospitalhof am Stadtmuseum ausgehen.