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Schloss Bruchsal

Georg Maria Eckert - der Fotograf des Schlosses Bruchsal

Torhaus

Georg Maria Eckert / ssg-Pressebild

Torhaus von Schloss Bruchsal

Am 22. Januar 1901, heute vor 120 Jahren, starb Georg Maria Eckert in Karlsruhe. Der ausgebildete Landschaftsmaler fertigte 1870 und 1871 über 150 Fotografien von Schloss Bruchsal an. Unter dem Titel „Das Schloss zu Bruchsal in Photographieen" veröffentlichte die Bassermann’sche Verlagsbuchhandlung die Aufnahmen.

Der Weg zur Fotografie

Georg Maria Eckert wurde am 17. September 1828 in Heidelberg geboren. Er war ursprünglich Landschaftsmaler, studierte unter anderem in Düsseldorf bei Johann Wilhelm Schirmer und gehörte dem Kreis der sogenannten Düsseldorfer Schule an. Das Studium und Zeichnen von Naturformen bildete für diese Schule eine wichtige Grundlage. Ab 1867 widmete sich Eckert der Fotografie. Sie war für ihn aber zunächst kein künstlerisches Ausdrucksmittel, sondern eine Möglichkeit, originalgetreue Bildvorlagen zu produzieren, die er an andere Künstler als Vorlagen verkaufen konnte. Georg Maria Eckert starb am22. Januar 1901 in Karlsruhe.

Eine Fotomappe über das Schloss

Nach dem Tod von Markgräfin Amalie von Baden 1832 erlebte das Schloss Bruchsal eine Phase der Umnutzung. Die Beletage blieb zwar der großherzoglichen Familie für gelegentliche Besuche erhalten, die übrigen Flächen wurden jedoch vermietet. Als Georg Maria Eckert um 1871 damit begann, das Schloss zu fotografieren, fertigte er nicht nur nüchterne Gesamtansichten einzelner Räume an. Durch kleine Inszenierungen, wie dem Blick in das Innenleben eines Schrankes oder der Fotografie durch geöffnete Türen, die die eindrucksvolle Enfilade, die Raumfolge, sichtbar machte, wurde der Betrachter neugierig auf das, was ihn als nächstes erwarten würde. Im Pagenzimmer arrangierte er vermutlich sogar Möbel, die nicht zur fürstlichen Einrichtung gehörten, um gemäß dem Geschmack seiner Zeit das Bild eines geheimnisvollen Schlossinterieurs zu inszenieren.

Großes Interesse an Details

Neben den Raumansichten beinhaltete die Mappe über Schloss Bruchsal Fotografien der Deckengemälde des Kuppel- und des Marmorsaals, der Tapisserien und zahlreiche Details der Wand- und Deckendekorationen. Die 82 Blätter wurden von der Bassermann’schen Verlagsbuchhandlung in Heidelberg unter dem Titel „Das Schloss zu Bruchsal in Photographieen" veröffentlicht. Einige Zeit später erschien eine zweite Mappe mit dem Titel „Ornamente aus der Rococozeit“ mit 38 weiteren Aufnahmen. Doch Eckert fotografierte nicht nur Schloss Bruchsal. Spätestens 1873 war er als „badischer Hofphotograph“ unter anderem damit beauftragt, im Schwetzinger Garten und Rokokotheater, im Schwarzwald und in der Pforzheimer Schlosskirche zu fotografieren. Seine Bilder erlauben noch heute einen spannenden und detailreichen Blick ins 19. Jahrhundert.