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Getreidemangel zwingt zum Handeln

MAI

Die Getreidekrise scheint weit weg von Deutschland zu sein – in Afrika, in Asien, im Nahen Osten und sonstwo in der Welt. Und doch treffen die Auswirkungen auch die hiesigen Landwirte. Und nicht nur sie. Auch die Verbraucher, also uns Bürger, durch drastisch steigende Preise. Obwohl unsere Landwirte zumindest rechnerisch mehr anbauen, als wir selbst verbrauchen, nämlich 104 Prozent des Bedarfs. Doch ist der Konflikt zwischen energie- und landwirtschaftlicher Nutzung weiterhin nicht gelöst. Der jüngste Kompromiss sieht einen Ausbau der Solarenergie auf landwirtschaftlicher Fläche um 500 Megawatt pro Jahr vor, sprich um 500 Hektar. Sie gehen unwiderruflich für die Produktion von Nahrungsmitteln verloren. Andererseits sind mehr Flächen für den Getreideanbau erforderlich, um die Ertragsausfälle in der Ukraine zu kompensieren.

Doch verhindern gesetzliche Auflagen die Nutzung von Brachflächen und ökologischen Vorrangflächen ebenso wie den Einsatz von modernen Pflanzenschutzmitteln. Ökologische Vorratsflächen sollen einzig zur Produktion von Gras und Futterpflanzen genutzt werden dürfen. Wirksame Düngemethoden wiederum scheitern oft an fehlenden Voraussetzungen. „Dieser Zustand ist vor dem Hintergrund der aufziehenden Hungerkrise kaum noch haltbar“, findet die FDP-Ortsvorsitzende Renate Iby. „Unseren Bauern in LE sind durchaus umweltbewusst genug, um einerseits zur Ernährungssicherheit beizutragen und dabei die Nachhaltigkeitsziele nicht aus den Augen zu verlieren“, so Iby „Ihnen sollte folglich die Entscheidung weitgehend überlassen werden, wie sie mit den geänderten Umfeldbedingungen und dem weltweiten Bedarf umgehen.“