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Integrationskonzept für Weinheim

Große Bürgerbeteiligung bei der Auftaktveranstaltung

Auftaktveranstaltung für das Integrationskonzept

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Für Ideen, Fragen und Lösungsansätze war fast eine Stunde Zeit.

Die Auftaktveranstaltung für das Projekt „Integrationskonzept für Weinheim“ hatte rund 160 Bürgerinnen und Bürger in die Stadthalle gelockt. Über die große Beteiligung zeigten sich die Veranstalter zugleich erstaunt und erfreut. In ihrer Ansprache erklärte Ulrike Herrmann, Integrationsbeauftrage der Stadt, dass aktuell 6.937 Ausländerinnen und Ausländer aus 120 verschiedenen Staaten in Weinheim leben. Die meisten kommen aus Europa und Asien. Zum Thema Integration gebe es bereits viele Ideen und Projekte und den Beschluss für ein Integrationskonzept. „Gibt es einen gemeinsamen neuen Ansatz?“, fragte Ulrike Herrmann mit Blick auf das große Vorhaben und ergänzte: „Bei dem Integrationskonzept darf es nicht nur um Flüchtlinge gehen, sondern um uns alle.“ Gemeinsam mit den Bürgern will die Stadt Pläne erstellen und dieses Konzept erarbeiten. Ulrike Hermann machte deutlich, dass es gewünscht sei, dass sich alle Menschen, egal ob mit oder ohne Integrationshintergrund, einbringen.

Bedarf aus verschiedenen Augen

Eingangs waren verschiedene Personen aus Weinheim zu Wort gekommen, die aus ihrer ganz persönlichen Sicht den Bedarf an Integration beschrieben, unter ihnen ein Wohnsitzloser, ein Hochbetagter und ein 8-jähriges Mädchen aus Nigeria. Sie wünschten sich einen gelungenen interkulturellen Austausch, bezahlbaren Wohnraum für Jung und Alt, ein würdevolles Altern ohne finanzielle Bedrängnis, mehr Barrierefreiheit für Behinderte und dass Mädchen auch an Fußballturnieren teilnehmen dürften. Nach den anschließenden etwas langatmigen Reden und Vorträgen herrschte in der Stadthalle reges Treiben. An Diskussions-Inseln gab es Informationen über bereits bestehende Angebote der Stadt zu den Themen Weinheimer Bildungskette, Jugend, Freizeit, Wohnen, Beschäftigung / Soziales und interkulturelle Verständigung. Hier konnten auch eigene Ideen eingebracht werden. Die Inhalte der einzelnen Themenfelder waren zuvor von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt in kurzen Präsentationen vorgestellt worden. Außerdem waren alle Teilnehmer eingeladen, sich bereits für die im April stattfindenden Workshops anzumelden, die die Themen vertiefen sollen.

Viele Fragen

Am Ende sammelte Moderatorin Carla Schönfelder direkt an den Ständen die Ergebnisse des Abends ein. Es kristallisierten sich resultierte Fragen heraus, zum Beispiel: Wie können sich Integrationsfamilien selbst stärker einbringen, wie können Jugendliche sich über das Jugendangebot in Weinheim informieren, wie kommen Flüchtlinge zum Sportplatz, wie kann man Bewerbern den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern? Beim Thema „Wohnen“ wünschten sich die Beteiligten eine aktivere Rolle der Stadt, um etwa Wohnraumbesitzer zur Vermietung zu animieren. Auch konkrete Aussagen zu Wohnungen für Obdachlose und mehr soziale Konzepte wurden aufgenommen.
Oft zu hören war die Frage, wie die Informationen besser zu den Betroffenen gelangen könnten. Vor allem aber hatte es an allen sechs Stationen bereits zahlreiche Anmeldungen für die Workshops gegeben.

Fertigstellung bis Jahresende

Zur endgültigen Verfassung des Strategiepapiers tragen mehrere Gruppen bei: Eine Konzeptgruppe mit 15 zuständigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung, eine Lenkungsgruppe, die strategisch wichtige Entscheidungen trifft sowie eine Begleitgruppe, die sich aus Vertretern von Organisationen, Kirchen, Moscheen, AK Asyl und Verbänden zusammensetzt. Außerdem waren 50 zufällig ausgewählte Personen aus Weinheim angeschrieben worden mit der Bitte, sich an der Entwicklung des Integrationskonzepts zu beteiligen. Noch vor der Sommerpause sollen dem internationalen Ausschuss Zwischenergebnisse vorgestellt werden. Im Herbst wird es erneut eine öffentliche Veranstaltung geben. Ziel ist es, im November dieses Jahres dem Gemeinderat eine Dokumentation zu übergeben.

Workshops

Alle Bürger sind zu  bevorstehenden Workshops eingeladen, die jeweils um 16 Uhr beginnen werden:
- „Interkulturelle Verständigung“ (1.4.)
- „Weinheimer Bildungskette“, (2.4.)
- „Beschäftigung/Soziales“, (4.4.)
- „Freizeit“, (8.4.)
- „Wohnen“, (9.4.)
- „Jugend“, (10.4.)

Eine vorherige Anmeldung bei der Stadt Weinheim ist erforderlich bei Roland Kern, Tel. 82-390, E-Mail: pressestelle@weinheim.de oder Ulrike Hermann, Tel. 82-457, E-Mail: integration@weinheim.de

Zur Auftaktveranstaltung waren ca. 160 Menschen gekommen.

ib

Zur Auftaktveranstaltung waren ca. 160 Menschen gekommen.