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Swing Night mit dem Blue Sky Orchestra

Gute Laune und Bewegung von der ersten Minute an

Die beiden Sänger überzeugten auch im Duett.

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Die beiden Sänger überzeugten auch im Duett.

Als die neun Musiker des „Blue Sky Orchestra“ die Bühne betraten, waren die Besucher von der ersten Sekunde an wie angeknipst und es herrschten gute Laune und viel Bewegung.
Schon beim ersten Stück, „Sing Sing Sing“ von Louis Prima aus dem Jahr 1936 hatte sich die Stadthalle in eine Swing-Party verwandelt. Sänger und Moderator Rob Dawn führte von da an mit vielen kleinen geschichtlichen Details durch eine Swing-Zeitreise von den frühen Anfängen dieses Musik-Stils bis sogar in die Zukunft. Denn in die habe man ja im Film „Krieg der Sterne“ bereits Einblick bekommen können, in welchem die Aliens nichts anderes spielten, als Swing. Diese Aussage untermalte der Rob Dawn mit einem blauen Laserschwert fuchtelnd. Insgesamt sorgte er für viele Lacher mit seiner heiteren Ansprache. So zauberte er ganz nebenbei unter dem Vorwand, etwas über New Orleans erzählen zu wollen, einen Drink auf Eis aus einem antiken Globus. Aber er überzeugte auch durch grandiosen und ausdrucksstarken Gesang, egal, ob er Lieder von Dean Martin oder von Cole Porter anstimmte.

Hervorragende Stimmverstärkung

Das „Blue Sky Orchestra“, bestehend aus Piano, Bass, Schlagzeug und Blasinstrumenten, an denen durch die Reihe weg versierte Musiker saßen, tat ihm mit hochkarätigem Spiel gleich. Mit vereinzelten Soli imponierten alle Musiker nach und nach dem Publikum, das jedes einzelne Stück ausgiebig feierte. Und auch in rein instrumentalen Stücken wie etwa „Tiger Rag“ von der „Dixieland Jazz Band“ konnten viele nicht anders, als das Tanzbein zu schwingen. Schließlich betrat auch noch die in Deutschland und Südafrika lebende Caroline Mhlanga die Bühne und verzauberte mit einer Stimme, die stark an die junge Whitney Houston erinnerte. Ob im Duett mit Sänger Rob mit dem Song „You make me feel so young“ von Frank Sinatra oder allein mit „I got rhythm“ von George Gershwin: Die technisch astreine und darüber hinaus sehr berührende Stimme der hübschen Frau begeisterte jeden. Nach nur drei Songs überließ sie dem „Blue Sky Orchestra“ wieder allein die Bühne, dabei hätte sie gerne durchweg dortbleiben dürfen.

Geschehen im gesamten Raum

Nach der Pause zog der leidenschaftlich spielende Künstler-tross musizierend durch das Publikum zurück auf die Bühne, so wie man das eben aus den alten Jazz-Filmen kennt. Mit ihnen kam auch Caroline Mhlanga. Entertainer Rob Dawn animierte das Publikum dazu, sich bei einem Mambo mit einer Art kurz gewürgtem „Üh“ am Song zu beteiligen. Von da ab wusste man fast nicht mehr, ob man nach hinten oder vorne schauen sollte – auf die Tänzer oder die Musiker auf der Bühne. Einer weiteren Aufforderung zum Mitmachen bedurfte es nicht mehr. Chorusse wurden mitgesungen oder als Echo beantwortet. Es wurde geklatscht, begeistert gepfiffen, gejauchzt und mit den Fingern geschnippt. Manche begnügten sich damit, auf ihrem Stuhl zu zappeln, viele standen aber auch immer mal wieder auf und gingen in den Bereich hinter der Bestuhlung, gesellten sich auf die Tanzfläche, auf der schon etliche Paare eben das taten – tanzen.
Mit „Feeling good“ in der Version von Michael Bubl é und weiteren Stücken von Frank Sinatra wollte sich das „Blue Sky Orchestra“ langsam verabschieden. Doch das Publikum verlangte natürlich nach mehreren Zugaben und bekam sie auch. Mit dem Duett „Something stupid“ wurde der Swing- und Jazz-Abend perfekt.

Caroline Mhlanga beeindruckte mit Stimme und außergewöhnlicher Technik.

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Caroline Mhlanga beeindruckte mit Stimme und außergewöhnlicher Technik.