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Hochburg bei Emmendingen

Heinrich I. von Baden-Hachberg baut die Hochburg aus

Hochburg

Axel Brinkmann / ssg

Ohne Laub lassen die Bäume erst in den Wintermonaten die ganze Größe der Burg erkennen.

Am 2. Juli 1231, genau vor 790 Jahren, starb Heinrich I. von Baden-Hachberg. Zusammen mit seinem Bruder war er regierender Markgraf von Verona und Baden. Später teilten die beiden Brüder die Markgrafschaft Baden auf. Heinrich I. wurde der Begründer der Seitenlinie Baden-Hachberg und baute die Hochburg bei Emmendingen zu seiner Residenz aus.

Weit verstreutes Herrschaftsgebiet

Heinrichs Großvater Hermann III. von Baden erhielt 1151 von König Konrad III. die Markgrafschaft Verona übertragen – davon hatte er jedoch nicht viel, da die norditalienischen Städte, räumlich weit von Baden entfernt, damals schon sehr nach Unabhängigkeit strebten. Die Bedeutung der Territorien allerdings machte es möglich, dass er die Tochter des Königs heiratete. Der Markgrafentitel vererbte sich weiter auf Sohn und Enkel.

Heinrich als Markgraf

Vor dem Jahr 1190 kam Heinrich von Baden auf die Welt. Er war der Sohn Hermanns IV. von Baden und Berthas von Tübingen. Er und sein älterer Bruder Hermann V. teilten sich die Markgrafschaft auf: Heinrich erhielt die markgräflichen Haus- und Lehensgüter im Breisgau sowie die Grafschaftsrechte, soweit diese dem Geschlecht der Badener hier noch verblieben waren – ein wahrer „Flickenteppich“, der Ursache vieler Streitereien war. Sein Bruder Hermann führte die Hauptlinie des Hauses Baden fort und baute die Städte Stuttgart, Backnang und Pforzheim aus, wo er auch residierte.

Die Hochburg wird Residenz

Heinrich I. richtete die Hochburg oberhalb von Emmendingen als seine Residenz ein. Den Befehl zum Bau der Anlage dürfte wohl bereits Dietrich von Hachberg aus dem Hause der Grafen von Nimburg um 1100 gegeben haben. Mit dem neuen Burgherrn wandelte sich auch das Aussehen der Burg. Neben einer Erweiterung der Anlage wird auch der repräsentative Anspruch der badischen Seitenlinie, die in der Gefolgschaft der Staufer stand, erkennbar. Eine größere Ringmauer und ein zweiter, runder Bergfried im Norden der Anlage wurden in der damals typischen Buckelquadertechnik errichtet. Die Burg nahm jetzt den ganzen oberen Bergrücken ein – eine beeindruckende Festungsanlage im Oberrheintal.

Begraben im Zisterzienserkloster

Heinrich bestimmte das Zisterzienserkloster Tennenbach, fünf Kilometer nördlich der Hochburg, als Grablege. Von dem mächtigen Kloster, für das die Markgrafen von Hachberg im 13. und 14. Jahrhundert die Klostervogtei innehatten, ist heute nur noch die Spitalkapelle erhalten. Die Markgrafschaft existierte als selbstständiges Territorium bis 1415. Der letzte Markgraf von Hachberg, Otto II., verkaufte die Markgrafschaft an einen entfernten Verwandten, den Markgrafen Bernhard I. von Baden. Mit dem Tod Ottos II. im Jahr 1418 erlosch die Linie Baden-Hachberg.