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Pflanzung von Bäumen für Neugeborene

Jahrgangsbäume im Obstsortengarten

Pflanzung der Jahrgangsbäume in Bönnigheim

Stadtverwaltung Bönnigheim

Bürgermeister Albrecht Dautel (re.) und Martin Waibler, stellvertretender Bauhofleiter der Stadt Bönnigheim (li.) brachten die Hinweistafeln bei den beiden neu gepflanzten Jahrgangsbäumen für die Neugeborenen von 2018 und 2019 an

Bürgermeister Albrecht Dautel und der stellvertretende Bauhofleiter Martin Waibler überzeugten sich Ende April vor Ort im Schlossfelder Obstsortengarten am Ende der Gottlob-Stierle-Straße von dem Wohlergehen der Ende März gesetzten Schwarznuss und dem Speierling, die für die Jahrgänge 2018 und 2019 gepflanzt wurden.

Alte Tradition - neue Form

Damit wurde die Tradition in anderer Form fortgeführt, denn seit Beginn der Amtszeit des Vorgängers Kornelius Bamberger schenkte die Stadt jedem Neugeborenen eine Rebe. Die Eltern durften dabei zwischen einer Rotwein- und Weißweinrebsorte auswählen und die Rebe dann entweder in der Rebenanlage im Bönnigheimer Schlossfeld oder auch zu Hause im Garten einpflanzen.

Nun pflanzte das Bauhofteam erstmals Jahrgangsbäume für die Neugeborenen. Die rund drei Meter hohen Bäume sind bereits gut angewachsen und zusammen mit dem stellvertretenden Bauhofleiter Martin Waibler brachte Bürgermeister Albrecht neben den Bäumen die eigens dafür gestalteten Erklärungstafeln an.

Alte Baumsorten werden gepflanzt

Bei der Wahl der Bäume entschied sich der Bauhof für alte Sorten wie die Schwarznuss, den Jahrgangsbaum 2018. Sie gilt als sturmfester Waldbaum, der in Nordamerika zu den begehrtesten Hölzern für die Möbel- und Furnierherstellung verwendet wird. Er ist unempfindlich gegen Winterkälte, jedoch empfindlich bei Früh- und Spätfrösten. Da die Schwarznuss ihre Pfahlwurzeln tief ins Erdreich gräbt, benötigt sie lockeren, gut wasserversorgten und nährstoffreichen Boden. Die Frucht hat eine kugelige Form mit rauer, brauner bis schwarzbrauner Schale, die sehr dick und nur schwer zu öffnen ist. Der Baum erreicht ein Alter von bis zu 250 Jahren.

Der Speierling, den die Stadt für den Neugeborenenjahrgang 2019 auswählte, zählt als Wildobstbaum zu einer der selteneren Baumarten in Deutschland. Er wächst als mittelgroßer, sommergrüner Baum und erreicht freistehend eine Höhe von bis zu 20 Meter, sein Stamm kann im Durchmesser mehr als einen Meter messen. 1993 wurde er Baum des Jahres und kann bis zu 400 Jahre alt werden. Besonders Instrumentenbauer schätzen sein Holz, aber auch für den Möbelbau wird es verwendet. Die Früchte, die vom Aussehen an kleine Äpfel oder Birnen erinnern, sind wegen ihres Geschmacks jedoch eher zum Speien, und werden meist zu Most, Apfelwein oder Essig verarbeitet.

Baumschilder als Zeitdokumente

Auf den nun angebrachten Baumschildern wird erklärt, was die Jugend der jeweiligen Jahrgänge beschäftigte. Im Jahr 2018 beschäftigte die jungen Menschen vor allem der Klimawandel. Nach dem Vorbild der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg verweigern von Herbst 2018 an auch in Deutschland Schüler den Unterricht. Jeden Freitag gehen sie auf die Straße und demonstrieren unter dem Motto „Fridays for Future“. Ihr Ziel: Politiker und Verantwortliche sollen effektive Maßnahmen für den Klimaschutz ergreifen.

Die Jugendsprache im Jahr 2019 prägte Sprüche wie: „Alles gucci?“, was soviel heißt wie „Alles in Ordnung?“ oder „Hast du Lack gesoffen?“ für die rhetorische Frage, ob jemand noch bei Trost ist. Der Jahrgangsbaum für die Kinder des Jahres 2020 wird voraussichtlich im Frühjahr 2021 gepflanzt und eingeweiht.