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Im Kampf um die Talente

Jugendarbeit: Die tägliche Herausforderung

Handball beim TV Bammental

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Bei der Herrenmannschaft startet in dieser Saison das Projekt „Jugend forscht“.

Bei den Herren gab es durch den bedingten Kaderumbruch und der Neubesetzung des Trainerpostens schon vor der Saison Anzeichen, die auf einige Herausforderungen hinweisen. Zahlreiche Leistungsträger verließen die Crocodiles. Neue Hierarchien müssen erst noch gebildet und Taktiken verinnerlicht werden. Um die aufgetretenen Lücken im Kader zu schließen, wurden Spieler aus der eigenen A-Jugend hochgezogen, die sofort im laufenden Spielbetrieb eingesetzt werden. Zu verdanken ist dies einer Jugendarbeit, die schon seit Jahren mit größter Leidenschaft geführt wird. 

Und diese Leidenschaft wird aktuell auf eine harte Probe gestellt. So verließen noch im Sommer drei Jungs aus der C-Jugend den TV Bammental und wechselten zu den Rhein-Neckar Löwen. Die Rhein-Neckar-Region ist bekannt dafür, eine Hochburg für den Handballsport zu sein. Die Eulen Ludwigshafen und die Rhein-Neckar Löwen spielen seit Jahren Bundesliga, im Damenbereich sind die Kurpfalz Bären aus Ketsch das Nonplusultra im Umkreis. 

Fluch oder Segen?

Sind diese Vereine ein Fluch oder Segen für den Amateursport? Der stellvertretende Abteilungsleiter Wolfgang Hell wiegelt beide Seiten ab: „Bundesligaclubs wie die Rhein-Neckar Löwen sind natürlich sehr wichtig für die Region, um die Sportart nach vorne zu bringen. Wir vom Verein sind allerdings strikt dagegen, Kinder in jungen Jahren mit fragwürdigen Methoden abzuwerben.“ 

Klar ist: Das Leistungsprinzip bei den Proficlubs wird auch im Jugendbereich angewandt. Wer keine Leistung bringt, wird schnell wieder aussortiert und muss den Verein verlassen. Die Intensität ist dazu noch einmal höher, dem Sport muss und wird  alles untergeordnet. Nicht jede/r Nachwuchsspieler/in kommt damit klar. Und dennoch sind die Verlockungen und das Prestige für Kind und Eltern meist zu groß, um auf die Angebote zu verzichten. 

Handball TV Bammental

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Die Damen I. machen sich schonmal warm für den Aufstieg.
Handball TV Bammental

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Trainer Wolfgang Hell (r.) gibt den Takt bei den Damen I vor.
Handball TV Bammental

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Der neue Trainer Gregor Batke (4.v.r.) will die Leidenschaft bei den Crocodiles wecken.
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Kritik an die Profivereine

Ein wesentlicher Kritikpunkt, den die Verantwortlichen des TV Bammental (Abt. Handball) anprangern, war die schlechte Kommunikation in diesem Jahr mit den Proficlubs. Hier sei einiges nicht optimal gelaufen. So wurden Jugendliche bei der Talentsichtung des Badischen Handballbunds abgeworben, ohne vorher das Gespräch mit dem Verein zu suchen. Hat man erstmal die Kontaktdaten von Familie und Spieler, wird der Ausbildungsverein nicht mehr benötigt. Ein Aspekt, der bei Trainer und Verantwortlichen auf Unverständnis stößt. 

Damen weiter optimal besetzt

Ein großer Lichtblick bleibt weiterhin die Damenmannschaft. Im zweiten gemeinsamen Jahr mit Mückenloch soll nun der Aufstieg in die Verbandsliga gelingen, nachdem dieser in der vergangenen Saison als Zweiter noch knapp verpasst wurde. Hinzu kommt die große Substanz in den Jugendmannschaften, wo bislang alle Bereiche abgedeckt werden. 

Überhaupt sieht die weibliche Jugendwartin Barbara Durst das Ergebnis der intensiven Jugendarbeit sehr positiv. Bis zur C-Jugend sei das Niveau zwischen Amateur- und Profivereinen auf ähnlichem Niveau. Heißt im Umkehrschluss: Auch beim TV Bammental ist eine gute Ausbildung möglich. Nicht zuletzt deshalb sind die Jugendmannschaften fast ausschließlich mit Spielern aus dem eigenen Reihen besetzt. Das Motto: Für jeden etwas anbieten mit dem Ziel, den maximalen Erfolg zu erreichen.