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Oberbürgermeisterwahl Hockenheim

Keiner der Kandidaten erreicht absolute Mehrheit

Hockenheim-OB-Wahl-Stadthalle

Dominic Manuel

Große Spannung herrschte in der Stadhalle am Sonntagabend bei der Bekanntgabe der Ergebnisse der OB-Wahl 2019.

Allerdings war Marcus Zeitler dicht dran: Er erhielt laut amtlichem Endergebnis 47,51 % der Stimmen. Um kurz vor 20 Uhr betrat der Gemeindewahlausschuss nach dem Aufruf durch seinen Vorsitzenden Oberbürgermeister Dieter Gummer die Bühne im großen Saal der Stadthalle, um das Endergebnis zu verkünden. Bereits zwei Stunden zuvor strömten die ersten Neugierigen in die Stadthalle. Um 18.31 Uhr wurde die Auszählung der ersten von insgesamt 18 Wahlkreisen auf eine Leinwand projiziert. Schon da war zu erkennen: Marcus Zeitler würde mit großem Abstand die meisten Stimmen bei der Wahl holen.

Wahlbeteiligung 48,66%

Ein großes Raunen ging durch den Saal, als Oberbürgermeister Dieter Gummer die Wahlbeteiligung verkündete. Nur 48,66 % der Wahlberechtigten (16.645) gingen zur Wahl. Es gab 36 ungültige Stimmen. Da nun keiner der Bewerber um das Amt des Oberbürgermeisters die notwendige absolute Mehrheit der Stimmten (über 50 Prozent) erreicht hat, wird es eine Neuwahl am 21. Juli geben. „Keine Stichwahl“, wie Gummer betonte. Das heißt, dass es möglich ist, dass sich weitere Bewerber melden können. Allerdings ist das nur bis zum heutigen Mittwoch, 10. Juli, 18 Uhr möglich. Es besteht auch die Möglichkeit, dass sich Bewerber aus dem Bewerbungsverfahren zurückziehen. „Das muss aktiv erfolgen“, so Gummer, „indem dann eine Bewerberin oder ein Bewerber erklärt, ich möchte nicht mehr für die Neuwahl kandidieren.“

Filbert und Bohn hören auf

Ein Kandidat verkündete am Wahlabend bereits seinen Rückzug. Matthias Filbert, der 9,46 % der Stimmen bekam, möchte sich nicht weiter um das Amt des Oberbürgermeisters bewerben. Enttäuscht sei er von dem Ergebnis aber nicht. „Ich bedanke mich bei meinen Wählern“, so Filbert. „Es war mir eine Ehre dabei gewesen zu sein.“ Er möchte erst einmal mit den anderen Kandidaten sprechen, um dann zu entscheiden, wen er für die kommende Wahl unterstützen möchte. Dr. Ing. Jörg Söhner landete mit 17,09 % bei dieser Wahl auf Platz drei. „Ich habe mir gewiss mehr erhofft“, gab Söhner zu. Wie es weitergeht und ob er bei der nächsten Wahl wieder antreten wird, wollte er an dem Abend noch nicht entscheiden. „Ich lasse mir alle Optionen offen“, so Söhner. Lisa Bohn, die mit 2,74 % die wenigsten Stimmen erhielt, wertete das Ergebnis „für zwei Wochen intensiven Wahlkampfes als respektabel“. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung würden nicht unbedingt der Zahl entsprechen, die „am Wahlabend auf der Leinwand zu sehen war“. Ihr Dank galt den Wählerinnen und Wählern sowie den Mitbewerbern für einen „sehr fairen Umgang miteinander“. Für die nächste Wahl werde sie nicht mehr antreten, sagte Lisa Bohn am Montag.

Sachlicher Wahlkampf

Für Marcus Zeitler ist der Antritt zur Wahl am 21. Juli sicher keine Überraschung. „Ich bin zufrieden“, so Zeitler. „Wenn man bedenkt, dass ich bei null angefangen habe, ist das ein tolles Ergebnis“. Er lobte den sachlich geführten Wahlkampf aller Bewerber. Enttäuscht zeigte er sich wie alle anderen Kandidaten von der geringen Wahlbeteiligung. Er befinde sich mit seinem Ergebnis nun in keiner schlechten Ausgangssituation, um den Wahlkampf für die kommenden zwei Wochen anzugehen. Den wird auch Marco Germann führen, der als Zweitplatzierter bei dieser Wahl 23,12 % der Stimmen holte. Erhofft hatte er sich aber etwas mehr. Der Abstand sei zwar deutlich, aber die Zeit zur Neuwahl wolle er nutzen, um seinen Wahlkampf, in dem täglich von Haustür zu Haustür geht und sich persönlich vorstellt, fortzuführen. „Ich bin eine Kämpfernatur“, blickte er optimistisch auf die anstehende Herausforderung. Bei der Wahl am 21. Juli wird es in jedem Fall einen neu gewählten Oberbürgermeister geben. Dann reicht eine einfache Mehrheit aus.