Merken

Baustellen in der Mannheimer Straße

Knifflig wird es beim Postknoten

Arbeiten an der neuen Haltestelle „Weinheim Hauptbahnhof“

cs

An der neuen Haltestelle „Weinheim Hauptbahnhof“ laufen die Arbeiten an der Stützwand, die zur Verlegung notwendig ist.

Die Schienenerneuerung in der Mannheimer Straße samt Haltestellenverlegung an der B3 ist für viele keine Freude. Bisher läuft dort laut rnv alles nach Plan in der auf 40 Wochen getakteten Baustelle. Vielleicht ist Wolf deshalb entspannt. Vielleicht aber auch, weil er weiß, dass das wirkliche Nadelöhr erst noch kommt.
„Wenn wir an die Sanierung der OEG-Brücke und Erneuerung des Postknotens kommen, da wird es eng“, wagt Udo Wolf einen Blick in die Zukunft. Etwa im März wird das so weit sein. Dann werden Ampelanlagen und Gehwege erneuert. Für das Unterfangen wird der Verkehr einspurig auf schmaler Breite an der Baustelle entlanggeleitet. „Dann wird es knifflig“, ist sich der Tiefbauamtsleiter sicher. Drei Monate sind veranschlagt. Insgesamt ist die Umbaumaßnahme im Verkehrsherz Weinheims eine logistische Meisterleistung, bei der viele Akteure ineinandergreifen.

39 Unterabschnitte

„Es können bis zu zehn Firmen sein, die in der Spitze beschäftigt sind“, überschlägt Udo Wolf. Viele davon sind Subunternehmer der vom Bauherrn rnv beauftragten Unternehmen. Sie sind derzeit auf der Mannheimer Straße damit beschäftigt, auf einer Gesamtlänge von 900 Metern bis zur Haltestelle „Händelstraße“ die Schienen freizulegen, abzubauen und durch neue zu ersetzen. Die Erneuerung ist in vier Abschnitte unterteilt, der erste zieht sich vom Ende OEG-Brücke bis zur Kreuzung Weststraße, die weiteren Abschnitte orientieren sich an den jeweiligen Kreuzungsbereichen Richtung Stadtausgang. Innerhalb der vier Abschnitte gibt es außerdem 39 Unterabschnitte. Allein ein Drittel der Unterabschnitte sind dem ersten Abschnitt der Gleiserneuerung zugeschlagen. Dazu zählen etwa Straßensanierungen durch die Stadt und Anschlüsse an das Fernwärmenetz sowie Arbeiten an Wasserleitungen und Rohrneuverlegungen, die die Stadtwerke vornehmen. Letztere werden derzeit noch an der Kreuzung „Suezkanalweg“ vorgenommen. Geht alles gut, soll die Grube bis Weihnachten wieder zu und die Straße als wichtige Verbindung zur B3 wieder offen sein.

Sanierung OEG-Brücke

Die neu zu verlegenden Schienen, die jene aus den 1980er-Jahren ersetzen, sind aus einem besonders langlebigen Material mit einer Liegedauer von 60 Jahren, erklärt Gunnar Straßburger, Bereichsleiter Infrastruktur des rnv. Die OEG-Brücke wird in diesem Zug ausgespart – weil die Schienen eine höhere Lebensdauer haben als die Brücke selbst. „Das hätte sich nicht gelohnt“, sagt Wolf. Trotzdem werden die Schienen in dem Bereich freigelegt, um die schon erwähnte Sanierung der Brücke zu ermöglichen. Streusalz hat ihren Untergrund angegriffen, jetzt dringt Feuchtigkeit ein. „Das wollen wir in der Zeit machen, in der der Schienenersatzverkehr eingesetzt ist“, so Wolf. Generell arbeite man Hand in Hand in regelmäßiger Abstimmung. Der wöchentliche „Jour Fix“ ist bei den Beteiligten gesetzt, denn „es gibt immer etwas zu besprechen“, sagt Udo Wolf.

Neubau OEG-Haltestelle

Auch hinsichtlich der OEG-Haltestellenverlegung, die zwar im Grunde eine Baustelle für sich ist, aber doch eingebunden ist in das Gesamtwerk. Hier laufen derzeit die Arbeiten an den Stützwänden, die es braucht, um die Verlegung überhaupt zu realisieren. Sie werden benötigt im Bereich der Treppenanlage wie auch der 100 Meter langen Rampe, die für den barrierefreien Zugang zum Bahnhof notwendig ist. Hier müssen die neuen Schienenquerungen verlegt werden, die einen recht engen Radius von der OEG-Brücke in Richtung Süden haben. Und auch später, wenn die Schienen die B3 mit Beginn etwa auf Höhe der Luisenstraße und dann über eine Distanz von ca. 80 Meter kreuzen, wird das ein recht spitzer Winkel sein, wie Udo Wolf erklärt. Insgesamt sind in diesem Bereich fünf Bauabschnitte geplant. Einer davon wird die Installierung einer Ampelanlage auf der B3 sein – zur sicheren Querung der Linie 5 über die Straße. Darin eingebunden ist dann auch eine zweite Fußgängerampel.
Im Juli 2019 soll die gesamte Maßnahme fertiggestellt sein. Kleinere Zeitpuffer sind laut rnv eingeplant. Bisher laufe alles wie gewünscht – wenn auch das Wetter ein ungewisser Faktor ist. Doch Udo Wolf bestätigt: „Wir sind noch gut drin.“

 

Schienen in der Mannheimer Straße

cs

Die Schienen in der Mannheimer Straße sind auf einem Abschnitt bereits erneuert. Insgesamt sind es 900 Meter Schienenmaterial, das ersetzt werden muss.