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Geschenk zum 50. Geburtstag

Leingarten erhält Stadtrechte

Enthüllung der neuen Ortseingangsschilder durch Bürgermeister Ralf Steinbrenner in Leingarten

privat

Pünktlich zum 50-jährigen Zusammenschluss der beiden Gemeinden Großgartach und Schluchtern erhielt Leingarten die Stadtrechte – strahlende Gesichter bei der Enthüllung der neuen Ortseingangsschilder durch Bürgermeister Ralf Steinbrenner vor wenigen Wochen.

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk erhielt Leingarten zum 50-jährigen Zusammenschluss der Gemeinden Großgartach und Schluchtern: Seit dem 1. Januar hat Leingarten Stadtrechte.

Damit ist Leingarten die 314. Stadt in Baden-Württemberg. Begonnen hat die Vereinigung im Jahr 1968 mit der geplanten Erschließung der beiden Baugebiete „Massenbacher Weg“ in Großgartach und „Kiesberg“ in Schluchtern. Die beiden künftigen Siedlungen lagen so nah beieinander, dass so genannte „Grenzausgleiche“ zwischen den Kommunen nötig wurden. Deshalb tagten die Gemeinderäte beider Orte gemeinsam am 9. Dezember 1968. Bei der Diskussion stellte der Großgartacher Bürgermeister Heinrich Hägele kurzerhand den Antrag, die Grenze zwischen beiden Gemeinden aufzuheben und sich stattdessen zu vereinigen. Der gesamte Gemeinderat stimmte zu, doch in den Ortschaften gab es zunächst heftige Diskussionen. Im Frühjahr 1969 leitete Bürgermeister Hägele den Zusammenschluss ein, am 19. Oktober stimmten die Bürger beider Gemeinden mit großer Mehrheit zu. Zum Namensgeber aus dem freiwilligen Zusammenschluss von Schluchtern und Großgartach wird der Fluss Lein, der durch beide Orte fließt. Leingarten wird am 1. Januar 1970 mit seinen 6.500 Einwohnern zur fünftgrößten Gemeinde im Landkreis Heilbronn. Der Zusammenschluss ist der zweite in Baden-Württemberg und Vorbild für viele andere Kommunen.

Nach nunmehr 50 Jahren sind Großgartach und Schluchtern zu einer Einheit zusammengewachsen. Das im Jahr 2011 fertiggebaute neue Rathaus sowie umfassende Sanierungsarbeiten tragen zu einem städtischen Ortsbild bei, so hieß es vor wenigen Wochen als die Landesregierung der Stadtwerdung zugestimmt hat. Positiv bewertet wurden zudem, dass die Erholungs-, Sport und Freizeiteinrichtungen von überdurchschnittlicher Qualität sind. Leingarten baut derzeit ein neues Hallenbad und verwirklicht damit ein Projekt, zu welchem nur wenige Kommunen in der Lage sind. Die Auszeichnung als „Familienbewusste Kommune Plus“ durch die Arbeitsgemeinschaft Netzwerk Familie Baden-Württemberg und die starke lokale Wirtschaft mit fast 5.000 Arbeitsplätzen waren für die Landesregierung weitere gute Gründe, um grünes Licht für die Stadtrechte-Verleihung zu geben. Ferner wurden viele Einkaufsmöglichkeiten, eine gute Ärzteversorgung und das vielfältige Kultur-Angebot als Pluspunkte bewertet.

Die Vorbereitungen für das Festjahr laufen auf Hochtouren: Neben kulturellen Veranstaltungen und dem traditionellen „Käsritt“ wird es 2020 ein Weindorf mit dem klangvollen Namen „Weinkulinaria“ auf dem Marktplatz geben

 

Info

Wer mehr über den Zusammenschluss beider Orte erfahren will, dem sei die neue Ausstellung „Auf dem Weg zur Stadt – 50 Jahre Leingarten“ im Museum „Altes Rathaus“ in der Eppinger Str. 150 in Leingarten empfohlen: Eröffnung ist am Sonntag, 19. Januar, 11.00 Uhr.