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MECHANISIERT VS BIOLOGISCH-DYNAMISCH!

Am hundertsten Tag des Jahres werden bei trockener Witterung traditionell die Kartoffeln gesteckt. Lehrer Barth vom Leibnitz-Gymnasium war bei idealen Bedingungen mit gleich zwei Klassen auf dem Versuchsfeld des Ruhbenderhauses erschienen, um an diesem Ereignis nach Kräften mitzuwirken. Demonstriert werden sollte auch der Unterschied zwischen mechanisierter und konventioneller Landwirtschaft.

 

 

Gesteckt wurden vorgekeimte Kartoffeln der letztjährigen Ernte, wobei die biologisch-dynamischen deutlich runzliger wirkten. Zum Zweck der Unkrautbekämpfung und zum Auflockern des Bodens war der eine Acker schon gefräst worden. Beim Biologisch-dynamischen wurde auf diese Maßnahme verzichtet.

 

Dann kam Holzingers auch schon historischer Traktor mit einem Spezialpflug zum Einsatz. Ruck-Zuck war die erste Furche gezogen, genau 15 cm tief. (Alfons hat mit dem Zollstock nachgemessen, so genau geht es bei uns zu!) Dann wurden von den Schülern die Kartoffeln – die Triebe nach oben! – in genau 30 cm Abstand in die Furche gelegt. Noch Kompost dazu (eigene Herstellung) und der Graben konnte schon wieder zugeharkt werden. Dann kam die nächste Furche an die Reihe. Der Abstand war überraschend weit; das war der Tatsache geschuldet, dass der Ökonom zu faul ist, im Sommer diese Pflanzen anzuhäufeln. So kann er mit seinem Bulldog zwischen den Reihen durchfahren und mit dem Pflug beiderseits einen Damm aufwerfen, welcher die Pflanze stützt und die Knollen vor Licht schützt.

In der biologisch-dynamischen Abteilung wurden die Kuhlen einzeln mit der Hacke ausgehoben – auch 15 cm tief, auch in 30 cm Abstand. Dann kamen in jede Kuhle zwei Kartoffeln. Diese wurden mit reichlich Steinmehl gepudert – Ungeziefer wie Drahtwürmer, die sonst Löcher in die Knollen fressen, schätzen das überhaupt nicht. 

 

 

Dazu natürlich noch Kompost, dann kann das Ganze wieder zugeschüttet werden. Im Sommer muss dann regelmäßig mit der Hacke – deswegen die Bezeichnung „Hackfrucht“ – gehäufelt werden. Das alles macht viel schweißtreibende Arbeit, besonders in der Sommerhitze. 

 

Und bei der Ernte in weiteren 100 Tagen werden wir dann ja alle feststellen, wer die dicksten Kartoffeln hat.

Die Diashow zum Kartoffelstecken kann unter dem folgenden QR-Code aufgerufen werden: 

 

 

(Dr. Wendel Deschner)

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