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Nach sexuellen Übergriffen

Miramar-Betreiber zieht Konsequenzen

Im „Miramar“ kam es in der vergangenen Woche zu einer mutmaßlichen Vergewaltigung. Badbetreiber Marcus Steinhart will nun die Sicherheit überarbeiten.

cs

Im „Miramar“ kam es in der vergangenen Woche zu einer mutmaßlichen Vergewaltigung. Badbetreiber Marcus Steinhart will nun die Sicherheit überarbeiten.

Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen, die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt. Es ist ein Fall in einer Reihe sexueller Übergriffe im Bad, aufgrund derer der Betreiber nun Konsequenzen zieht.

Marcus Steinhart, Geschäftsführer des Miramars, ist sichtlich angefasst. Ereignisse und Berichterstattung der vergangenen Woche haben ihm offensichtlich zugesetzt. Vielleicht sind es auch noch Nachwirkungen, denn bereits im Frühjahr 2018 stand das Miramar im Fokus der lokalen Presse, als im Bad vorgefallene Sexualdelikte thematisiert wurden. Nun die vermutliche Vergewaltigung, die sich am Dienstag voriger Woche ereignet haben soll.

Insgesamt, so wird bei dem Pressetermin, bestätigt, sei es im Miramar seit Beginn 2017 zu 25 sexuellen Straftaten gekommen. In acht Fällen seien Minderjährige betroffen gewesen. Jede der Taten sei durch den Badbetreiber zur Anzeige gebracht worden. Das betont Marcus Steinhart mehrmals. Zugleich ist Steinhart die Unterscheidung der Schwere der Delikte wichtig. Es steht im Raum, dass Exhibitionismus oder die sexuelle Handlung an sich selbst keine dritte Person schädige und daher nicht gleichzusetzen sei mit Übergriffen auf andere. Die Verantwortung der Taten sieht Steinhaus in allen Fällen allein beim Täter und nicht beim Miramar. „Wir werden - wie die Opfer der Taten - auch zum Opfer“, so der Geschäftsführer des Familienbads. Allerdings sei es seine Zuständigkeit, wie mit den Taten seitens des Bads umgegangen wird, bestätigt er. Auch die Sensibilisierung der Gäste sei seine Verantwortung.

Als Konsequenz werde mittlerweile jede Tat im Haus protokolliert, um Problemzeiten und –orte herauszufiltern. Zudem sei jeder Fall „Chefsache“, sprich: die Geschäftsleitung wird informiert. Das sei bisher nicht so gewesen und „das war ein Fehler“, stellt Steinhart fest. Seit dem Frühjahr gibt es im Bad zusätzlich einen Sicherheitsdienst, der entsprechende Kontrollgänge ausführt, und ein ehemaliger Polizeibeamter wurde eingestellt, um sich mit Sicherheitsfragen zu beschäftigen. Durch interne Schulungen soll zudem das Personal sensibilisiert werden. Ein Flyer wird Familien zukünftig „Serviceinformationen“ geben – und den „unmissverständlichen Hinweis, dass die Aufsichtspflicht bei den Aufsichtspersonen liegt“.

Die Kritik, dass man nicht offen mit den Taten umgehe und sie vertusche, will Marcus Steinhart nicht stehenlassen. Es gehe um Opferschutz und Persönlichkeitsrechte, die es zu respektieren gelte. Daher gehe man nicht aktiv an die Öffentlichkeit. Zudem verweist er nochmals auf die Strafverfolgung: „Wir bringen jeden Fall zur Anzeige. Aber wir werden von der Polizei nicht über die Ergebnisse der Ermittlungen informiert.“ Er stellt klar, dass man jeden Fall ernst nehme. Und er sagt auch: Jeder Fall sei einer zu viel.