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1250 Jahre Walldorf – Auf eine gute Zeit

Mit Broschüre, Buch und Briefmarke durchs Jubiläumsjahr 2020

Bürgermeisterin Staab und Beigeordneter Steinmann mit den Autoren

Pfeifer

Bürgermeisterin Christiane Staab und Erster Beigeordneter Otto Steinmann mit dem Autorenteam (v.l.n.r.) Andy Herrmann, Klaus Ronellenfitsch, Jürgen Kamm und Werner Sauer und ihrem Werk

Mit Andy Herrmann, Jürgen Kamm, Klaus Ronellenfitsch und Werner Sauer saßen als Vorboten die Autoren des neuen Walldorf-Buchs am Tisch, das zum Jubiläumsjahr „Walldorfer Geschichte(n) aus 12 Jahrhunderten“ bietet. Den ältesten Spuren und schriftlichen Dokumenten ist Klaus Ronellenfitsch nachgegangen. Zu diesen zählt der Lorscher Codex, dem Walldorf überhaupt sein nächstjähriges Jubiläum zu verdanken hat. Anno 770 nach Christus taucht der Name „Waltdorf“ in einer Urkunde des Lorscher Codex' zum ersten Mal auf. Dieses Ereignis jährt sich 2020 zum 1250. Mal – ein Grund zum Feiern.

Einladendes Lesebuch

„Es ist ein einladendes Lesebuch entstanden, das in jedem Walldorfer Haushalt stehen sollte“, erklärte die Bürgermeisterin, die sich von dem 168 Seiten starken und reich bebilderten Buch völlig begeistert zeigte. Von einer reinen Chronik sei man als zu „angestaubt“ abgekommen, berichtete Andy Herrmann. Das Autorenteam habe sich dafür entschieden, das Buch nach Themen zu gliedern, die noch nicht oder noch nicht in dieser Form publiziert worden seien. Vor zwei Jahren begann die Arbeit und, wie Erster Beigeordneter Otto Steinmann erklärte, sei „eine tolle Zusammenarbeit entstanden“.

Viel Neues aus dem alten Walldorf

Sowohl Steinmann als auch Staab hoben das rein ehrenamtliche Engagement des Autorenquartetts hervor. Klaus Ronellenfitsch, zwar schon lange in Walldorf, aber kein waschechter „Walldörfer“, ist Experte, wenn es um die Historie Walldorfs geht, die er in dem neuen Buch unter verschiedenen Aspekten beleuchtet. Auswanderern nach Ost und West, neuen Aspekten der jüdischen Geschichte in Walldorf, Unglücken vergangener Zeiten ist er nachgegangen, aber er räumt auch mit Irrtümern der Walldorfer Geschichtsschreibung auf. Mit Andy Herrmann kann man sich auf einen Rundgang durch das alte Walldorf begeben, vom Sickinger Hof bis zum Astorhaus. Auch Gebäude, die schon längst Vergangenheit sind, wie das Hotel Astoria, lässt er nochmals aufleben. Jürgen Kamm, vielen noch als redegewandter Kerweborscht in bester Erinnerung, hat sich ernsten Themen  zugewandt. „Besetzt? Befreit? Als die Amerikaner in Walldorf einmarschierten“, ist sein Kapitel überschrieben. Er habe viel in Archiven recherchiert und sei bei seinen Vorträgen mit Zeitzeugen ins Gespräch gekommen. Altersbedingt sind nun viele dieser Quellen versiegt. Mit dem Abdruck eines Denunzierungsbriefs aus dem Jahr 1944 erinnert das Buch an die wohl dunkelsten Kapitel der Walldorfer Geschichte. Für Werner Sauer, ehemaliger Rektor der Schillerschule, lag es nahe, sich der Entwicklung der Walldorfer Schullandschaft seit 1970 anzunehmen. Von der Volksschule zur Grundschule und bis zur heutigen Ganztagesschule zeichnet er den Werdegang aller Walldorfer Schulen nach.

Buchvorstellung

Live kann man die vier Autoren am Freitag, 22. November, bei einer Buchvorstellung mit Musik im Rathaus-Foyer erleben, die um 18 Uhr beginnt.

Broschüre 1250 Jahre Walldorf

Stadt Walldorf

Die Broschüre zum Jubiläumsjahr liegt im Rathaus und an vielen weiteren Stellen aus.

Stoff zum Lesen und Nachschlagen bietet auch die Broschüre der Stadt zum Jubiläum. Ein bunt gefiederter Storch ziert den Titel dieses „Begleiters für das Jubiläumsjahr“, wie Lis Böttcher von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit erklärte. Nach Vorworten von Bürgermeisterin Christiane Staab und Landrat Stefan Dallinger geht es in der Broschüre in chronologischer Reihenfolge durch das kommende Jahr mit Blick auf die großen Veranstaltungen wie Kinderfaschingsumzug, Festumzug, Oldtimerparade, Waldkonzert  oder historischer Markt.

„Wir wollten bei den Veranstaltungen die Stadtgesellschaft einbeziehen“, erläuterte Otto Steinmann das Konzept und so findet sich in der Broschüre auch ein umfangreicher Veranstaltungskalender von Januar bis Dezember, vom Fröhlichen Frühstück für Senioren der Generationenbrücke und der Kirchen, über die Lange Tafel des Tafel Walldorf e. V. im Juli bis zur Musik mit Querflöte und Orgel des Ökumenischen Arbeitskreises Walldorfer Kirchenmusiken im Dezember. Bürgermeisterin Staab freut sich, dass viele Vereine und Institutionen besondere Aktionen bieten oder ihre regulären Veranstaltungen im Sinne des Jubiläums gestalten.

Neue Kultur-Jahreszeiten

Andy Widder, bekannt als Organisator des Rock 'n' Roll Weekender plant für 2020 eine neue kulturelle Veranstaltungsreihe. Mit dem  „Walldorfer Sommer“ und dem „Walldorfer Herbst“ im August und Oktober/November will er gemeinsam mit der Stadt als Schirmherrin einen „Anstoß geben für neue Konzepte, Ideen und Projekte“. Konzerte, Kleinkunst, Ausstellungen oder eine Kombination davon sollen in ungewöhnlichen Räumen stattfinden, ähnlich wie bei „Zwei Städte lesen ein Buch“ im Jahr 2004. Andy Widder bringt die Kunstschaffenden und die Gastgeber gerne zusammen. Bewerben können sich Interessierte noch bis zum 2. Dezember. Der Bewerbungsbogen ist auf der städtischen Internetseite www.walldorf.de zu finden.

Sonderbriefmarke 1250 Jahre Walldorf

Imago

Die Sonderbriefmarke ist im Januar nur im Rathaus erhältlich.

Storch ziert die Post

Als Botin des Jubiläumsjahrs für Post in alle Welt und als Erinnerungsstück für Philatelisten gibt die Stadt im Januar eine 80-Cent-Sonderbriefmarke heraus. Auch sie ziert ein aufstrebender Storch, der sich vor der Textstelle aus dem Lorscher Codex, in dem Waltdorf erwähnt wird, über der Stadtsilhouette abhebt. Die Briefmarke wird es auf Bögen à zwanzig Stück zu kaufen geben. Der Erstausgabetag wird rechtzeitig bekannt gegeben. Das Motiv hat die Walldorfer Agentur Imago entworfen, die auch das vielversprechende Logo kreiert hat:
1250 Jahre Walldorf – Auf eine gute Zeit!