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Startschuss für Modellbauvorhaben

Mit Freunden ein schönes Leben haben

Schwetzingen: Baustelleneinweihung in der Schützenstraße

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Mit Oberbürgermeister Dr. René Pöltl (l.) an der Spitze wurde als Symbol des unmittelbar bevorstehenden Abrisses des Hauses in der Schützenstraße 6 in Gemeinschaftsarbeit ein Mauerstein herausgestoßen

Wer seine Freunde mag und schätzt, gerne mit ihnen zusammen ist und weiß, dass auf sie Verlass ist, wird den Wunsch von Franziska, Dennis, Julius, Marc und Pascal voll nachvollziehen können. Denn sie sind so dick befreundet, dass sie am liebsten miteinander wohnen möchten. Und genau das kann dieses Quintett, das an einem bildschönen und warmen Mittwochnachmittag im Freien an einem Tisch sitzt, auch bald. Denn bei ihnen handelt es sich um einen Teil der künftigen Bewohnerschaft, die nach dem Abriss des Wohnhauses in der Schützenstraße 6 in den anschließend entstehenden Neubau einziehen wird.Träger dieses Projekts, das den Namen „Gemeinschaftliches Wohnen in Schwetzingen  – Ein Wohnprojekt mit sozialem Mehrwert“ trägt, sind die beiden gemeinnützigen Vereine „habito“ und „Pro-Down“ (mehr im Info-Kasten). Nun konnten sie gemeinsam die Einweihung feiern.

Millionenprojekt

Gefeiert wurde freilich nicht nur mit diversen Redebeiträgen, sondern auch mit Liedern. So ließ zum Auftakt Martina Mehrer, die 2. Vorsitzende von „Pro-Down“, den Klassiker „Musik, Musik, Musik“ aus dem Revuefilm „Hallo Janine“ von 1939 erklingen. Allerdings änderte sie die hierin enthaltene Textzeile „Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück“ flugs um in „Wir brauchen eure Millionen, und sagen herzlichen Dank“. Womit sie den Nagel durchaus auf den Kopf traf, denn dieses Projekt ist in der Tat ein Millionenprojekt.

Schwetzingen: Baustelleneinweihung in der Schützenstraße

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Dennis, Julius, Marc, Franziska und Pascal (v.l.) können es im Grund gar nicht erwarten, wann auch immer in „ihr“ Haus einziehen zu können

„Vorbildprojekt“

Die hatte Oberbürgermeister Dr. René Pöltl zwar nicht mitgebracht, dafür aber immerhin 50.000 Euro. Nach seinen Worten ist dies die Summe, mit der die Stadt den Abriss bezuschusst. Zugleich blickte er auf die Projektanfänge mit den ersten Kontakten zu den Initiatoren zurück. „Ich war von Anfang an inhaltlich voll bei der Sache“, brachte er diese auf den Punkt. Dann sei ihm ein sanierungsbedürftiges Haus eingefallen, das „zum Teil nicht einmal mehr eine Decke“ gehabt habe. In der Folge seien zwar „viele Hürden zu nehmen“ gewesen, doch habe man es nun mit einem Vorbildprojekt zu tun, das im Rhein-Neckar-Kreis und im Land seinesgleichen suchen dürfte. Aus diesem Grund sei ihm, so das Stadtoberhaupt, von Beginn klar gewesen, dass „wir das mitten in der Stadt machen müssen“. Denn wenn sich Schwetzingen als Generationenstadt definiere, beziehe sich dies nicht nur auf die Schwetzingerinnen und Schwetzinger. Sondern darauf, eine „Stadt für alle Menschen zu sein“ und damit auch für „Menschen, die es im Leben nicht einfach haben“.

Meilenstein für Schwetzingen

Als Kommunaler Behindertenbeauftragter des Rhein-Neckar-Kreises zog Patrick Alberti mit Blick auf das Projekt das Fazit, „vom ersten Moment an total begeistert“ gewesen zu sein. Unterm Strich sei der heutige Tag nicht mehr und nicht weniger als ein „Meilenstein für Schwetzingen, die Region und die Behindertenarbeit in Deutschland“. Denn das Projekt mache es „möglich, selbstbestimmt inmitten der Gemeinschaft zu leben, auch als Gastgeber“. Das damit einhergehende Lob für die Stadtverwaltung begründete Alberti damit, dass diese „immer ein offenes Ohr hat und wunderbar dabei ist“, und jenes für Dr. Pöltl damit, dass „Schwetzingen auf dem Weg zur Inklusion ist“, barrierefreie Stadtfeste eingeschlossen.

hwetzingen: Baustelleneinweihung in der Schützenstraße

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Carina Schneider (M.) war es eine Riesenfreude, die 500 000-Euro-Spende der Dietmar-Hopp-Stiftung per obligatorischem Riesenscheck zu überbringen

Hopp-Stiftung mit im Boot

Eine Rolle spielte der OB auch in der Ansprache von Carina Schneider von der Dietmar-Hopp-Stiftung. Denn dieser habe im Oktober 2016, als er Kontakt zu dieser Stiftung geknüpft habe, den Dominostein angestoßen. Als „großes Kernstück der Idee“, die diesem Projekt zugrunde liege, nannte sie, dass die Bewohnerinnen und Bewohner Selbstbestimmung, Chancengerechtigkeit und Teilhabe erfahren würden. Und auch, wenn es „nicht ganz die besungenen Millionen“ seien, sei die Stiftung „auf jeden Fall mit dabei“ und unterstütze das „tolle Projekt“, das ihrer Ansicht nach „nicht so einfach aus dem Ärmel geschüttel“ werden könne, mit einer Spende in Höhe von 500.000 Euro. Nicht zuletzt hoffe die Stiftung, dass das „Angebot ganz viele Nachahmer findet“.

Keine einfachen Bedingungen

Vor diesen Reden hatte Projektleiter Heiko Zillich von „habito“ unter anderem dem Architektenteam gedankt, das hier „keine einfachen Bedingungen“ vorgefunden habe, der „Aktion Mensch“, ohne die „das in mehrfacher Hinsicht nicht möglich gewesen wäre“ sowie dem „weiteren Förderer“ Lions-Club Schwetzingen, der durch Präsident Dr. Bernhard Schwab vertreten war. Nicht ohne ein Dankeschön davon kamen auch die „Vorstände der Vereine, die das stemmen“. Also zum einen Gisela Wrensch, die „Pro-Down“ vorsteht sowie Emine Yildirim, deren Pendant bei „habito“. Erstgenannte berichtete, dass sie „vom OB mit offenen Armen“ aufgenommen worden sei. Überdies habe sie gedacht, dass der „habito“-Verein „eigentlich ein guter Partner wäre“. Und zwar deswegen, weil „wir so ziemlich auf der gleichen visionären Wellenlänge sind“. Hiervon zeuge der letztendlich entwickelte Konsens. Yildirim wiederum war „von Anfang an klar, dass wir ein so großes Projekt gemeinsam hinkriegen“. Das „ganz Besondere“ sieht sie darin, dass das Projekt nicht in einem Gewerbegebiet realisiert werde, sondern mittendrin in einem Wohngebiet.

Aber natürlich kamen auch die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner zu Wort. So erklärte Julius, dass Schwetzingen seine Heimat sei, in der er seinen Steckenpferden Tanzen und Fahrradfahren nachgehen könne. Und hier habe er auch seine Freunde. Franziska freut sich vor allem auf ihr eigenes Zimmer und Marc darauf, hier ein schönes Leben zu haben. Selbstredend mit seinen Freunden.

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Mit dem Evergreen „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Zeichentrickklassiker „Dschungelbuch“ verliehen Mechthild und Rolf Haußmann der Feier eine musikalisch rundum entspannte Stimmung

Was ist konkret geplant?

Der gemeinnützige Verein „habito e.V.“ möchte zusammen mit dem in Schwetzingen verankerten Verein PRO DOWN Heidelberg e. V. das Wohnhaus Schützenstraße 6 in Schwetzingen als modellhaftes inklusives Gemeinschaftswohnprojekt mit Gemeinschaftsräumen und Garten für die Begegnung mit der Nachbarschaft umgestalten. In Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis bietet er individuelle Begleitung von Menschen mit Behinderungen an. In Heidelberg-Rohrbach betreibt er das inklusiv ausgerichtete Mehrgenerationenhaus „Schweizer Hof“. Dem gleichfalls gemeinnützigen Verein „Pro-Down“ gehören aktuell 100 Mitglieder an. Gegründet wurde er im Jahr 2000, seitdem fördert er Projekte für die Integration von behinderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aller Behinderungsarten in Freizeit und Familie. Mehrere der jungen erwachsenen Menschen aus dem Verein möchten von zuhause ausziehen und ihren Wunsch verwirklichen.


Als da ist ein gemeinschaftlich ausgerichtetes Wohnprojekt, in dem sie selbstbestimmt, so normal wie möglich und gleichzeitig gut begleitet leben können. Diesen Wunsch wollen „habito“ und „Pro-Down“ in der Schützenstraße 6 verwirklichen. Dafür soll das bestehende, im Verfall begriffene Gebäude abgerissen werden und durch einen Neubau mit vier Zwei-Zimmer-Wohnungen für insgesamt acht Mieterinnen und Mietern sowie mehreren Gemeinschaftsräumen ersetzt werden. Da ein Heimcharakter nicht entstehen soll, wohnen alle Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer eigenen Wohnung oder Wohngemeinschaft und gehen tagsüber einer geregelten Tätigkeit nach. Ganz normale Nachbarn also. Bauträger für die Immobilie wird der Verein „habito“ sein, das Grundstück stellt die Stadt Schwetzingen in Erbpacht zur Verfügung. Eine entsprechende Vereinbarung unterstreicht auch die langfristige Verbindung und Partnerschaft zwischen der Stadt und dem Gemeinschafts-Wohnprojekt.