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Premiere am 10. Dezember 2021

»Mutter Courage und ihre Kinder«

Schauspielerin Katharina Quast in einer Szene aus »Mutter Courage und ihre Kinder«

Susanne Reichardt

Der Krieg ist für Mutter Courage (Katharina Quast) Geschäftsmodell und -partner

Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg von Bertolt Brecht mit Musik von Paul Dessau

Am 10. Dezember 2021 feiert »Mutter Courage und ihre Kinder« von Bertolt Brecht mit Musik von Paul Dessau am Theater und Orchester Heidelberg Premiere.

Bertolt Brechts Antikriegsstück »Mutter Courage und ihre Kinder« ist eines der am häufigsten gespielten Stücke des modernen Theaters und eine kraftvolle Kriegs- und Kapitalismuskritik. Brecht schildert den Zynismus des Kriegs und die Verrohung des Menschen, der versucht, in einer vom Konkurrenzkampf bestimmten Welt zu bestehen.

Das Stück spielt mitten im Dreißigjährigen Krieg und begleitet die »Mutter Courage«, eigentlich Anna Fierling, die mit ihren Kindern den kämpfenden Truppen kreuz und quer durch Europa folgt. Der Krieg ist für sie Geschäftsmodell und -partner, doch während sie versucht, als Händlerin Profit zu machen, rinnt ihr das persönliche Glück durch die Hände: Nach und nach werden ihren Kindern ihre Tugenden zum Verhängnis und sie verliert alle drei an den grausamen Krieg.

Der Krieg als schlimmste Folge des Kapitalismus

In Anlehnung an Brechts Kapitalismuskritik verwenden Regisseur Markus Dietz und sein Team für die Inszenierung vor allem bereits vorhandene Materialien. Über 80 % der Gegenstände, Kostüme oder des Bühnenbilds sind wiederverwertete Materialien aus dem Theaterfundus. Dietz sieht das auch als Gesamtkonzept für das Stück, denn auch »die Courage« verwertet Fundstücke und sieht einen Wert in Dingen, die anderen wertlos erscheinen.

Der Regisseur war bereits mit Anton Tschechows »Die Möwe« in der Spielzeit 2013|14 zu Gast in Heidelberg und wird in dieser Spielzeit mit »Michael Kohlhaas« im April ein zweites Mal Premiere feiern.

Als Angebot für das englischsprachige Publikum wird »Mutter Courage und ihre Kinder« mit englischen Übertiteln gezeigt.

Weitere Informationen sowie Karten unter www.theaterheidelberg.de oder an der Theaterkasse, Theaterstraße 10; 06221 | 58 20 000; tickets@theater.heidelberg.de