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Wanderausstellung in der Klima Arena

Nachhaltige Mode interaktiv erleben

Joachim Klaehn, Leiter Medien und PR begibt sich mit Prof. Martina Glomb sowie der Kreativgruppe auf einen Rundgang durch die Ausstellung.

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Joachim Klaehn, Leiter Medien und PR, begibt sich mit Prof. Martina Glomb sowie der Kreativgruppe auf einen ersten Rundgang.

Wie entsteht eigentlich nachhaltige Mode und wie können wir sie so entwickeln, dass Kleidungsstücke nicht in der Abfalltonne landen? Antworten auf diese und weitere Fragen rund um das Thema „Erforschung des eigenen Kleiderschrankes und der Wertschätzung von textilen Materialien“ gibt die Wanderausstellung „use-less – Slow Fashion gegen Verschwendung und hässliche Kleidung“, die nach Bremen ab sofort und bis zum 7. Februar 2021 auch in der Klima Arena Sinsheim für Interessierte zugänglich ist. 

Mode im Einklang mit der Umwelt

In dieser interaktiven Ausstellung kann das Publikum die Entstehung von ressourcenschonender Mode entlang des gesamten Kreislaufs erleben und nachvollziehen. Im Mittelpunkt von „use-less“ stehen die kreativen Entwürfe von Studierenden des Studienganges Modedesign der Hochschule Hannover. Unter Regie der Modeschöpferin, Professorin Martina Glomb, vermitteln die Entwürfe einen Einblick in die Prinzipien von Modedesign und präsentieren gleichzeitig Lösungsvorschläge zur Vermeidung von Verschwendung und Schädigung von Mensch und Umwelt. 

Modeschöpferin Prof. Martina Glomb eröffnet die Mode-Ausstellung in der Klima Arena.

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"Die Natur ist eine große Inspiration", meint Modemacherin Prof. Martina Glomb.

Zero waste

Eine aktuelle Methode ist etwa die Zero-Waste-Mode, eine Arbeitsweise, bei der keine Reste entstehen. „Durch die unglaublich vielen Produkte der Fast-Fashion-Industrie in schlechter Qualität ist hochwertige Kleidung selten geworden. Dabei landet minderwertige Ware in der Altkleidersammlung“, so die Modeschöpferin Martina Glomb. Sie arbeitete schon in London als Chefdesignerin für Vivienne Westwood, lebte lange auf Jamaika und unterrichtet seit 2005 an der staatlichen Fachhochschule in Niedersachsen experimentelles Modedesign.

Von der Natur lernen

„Trends ändern sich. Persönlichkeit und Attitüde bleiben“, meint die experimentierfreudige, humorvolle Schaffenskünstlerin und führt aus: „Die Natur ist eine großartige Inspiration“. Dass Kleidungsstücke auch Geschichten erzählen, liegt auf der Hand. Wie sind sie entstanden? Wer hat sie gekauft? Warum wurden sie entsorgt? Hier zeigt die Ausstellung, was in den Kleiderschränken der Republik steckt und was sich hinter der Idee der „Slow Fashion“ verbirgt. Egal ob Jeans, T-Shirts oder Nylonstrümpfe – Kleider entstehen in komplexen Produktionsabläufen mit Folgen für Menschen und Umwelt.
 

Eine Gruppe steht vor einer Infotafel. Vor ihnen befindet sich Einkaufswagen mit einigen Materialen.

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Die Wanderausstellung "use-less" zeigt Entwürfe der Studierenden des Studiengangs Modedesign der Hochschule Hannover.

Anschauen und lernen

Die ausgestellten Designobjekte machen deutlich, wie Mode langlebig, ressourcensparend und schön gestaltet werden kann. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, was Nutzerinnenund Nutzer durch ihre Art des Konsums verändern können. Nicht nur Verzicht, sondern auch Transparenz und Teilhabe seien wichtig, um Mode nachhaltig zu gestalten, hieß es. Dabei würden Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen eine ebenso große Rolle spielen wie Material, Kreativität und Ästhetik.  So heißt es beispielsweise an einer Station: „Weißt du, woher die Kleidung kommt? Die Antwort lautet: Vorwiegend Frauen aus Indien, China, Bulgarien und vielen anderen Ländern stellen unsere Kleidung her. Überlange Arbeitszeiten, niedrige Löhne, mangelnder Arbeits- und Gesundheitsschutz und vieles mehr, sind die negativen Begleiterscheinungen.

Interaktive Ausstellung

Insgesamt neun solcher interaktiver Stationen mit dem Kreislauf „Material, Veredelung, Entstehung, Zero-Waste, Tradition, Handwerk, Produktion, Kaufen, Upcycling“ laden ein, näher in den Kontakt mit Mode und Gestaltung zu treten. Gekennzeichnet sind sie mit einem Logo der „Make SMTHNG-Kampagne“ von Greenpeace. Diese fördert das Erlernen von kreativen Fähigkeiten und gemeinschaftlichen Praktiken wie Reparatur, Upcycling und Tausch. 
 

Modeschöpferin Martina Glomb, neben einem ihrer Objekte stehend, erklärt die Hintergründe zur Wanderausstellung.

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Modeschöpferin Prof. Martina Glomb erklärt die Hintergründe zu "use-less".

Mode emotionalisiert

„Wir freuen uns sehr, dass wir ‚use-less‘ für die Klima-Arena in Sinsheim gewinnen konnten“, so Dr. Bernd Welz, Vorstandsvorsitzender der Klimastiftung für Bürger. „Mode emotionalisiert und zeigt wie kaum ein anderes Thema, wie unsere Kaufentscheidung direkten Einfluss auf die Umwelt und die Lebensbedingungen der Menschen haben, dort, wo die Kleidung hergestellt wird.“ 

Weitere Informationen

Alle Informationen zur Klima Arena Sinsheim mit Eintrittspreisen sowie Infos zur Sonderausstellung gibt es beim Ausflugsziel "Klima Arena" oder unter www.klima-arena.de.

Die Sonderausstellung wird ergänzt durch Workshops, Kreativwerkstätten, Talks und verschiedene Veranstaltungen.