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Weitere Großinvestition der GRN-Klinik

Neues 3D-Mapping folgt auf neues Herzkatheterlabor

Wenn es darum geht, das Mittelzentrum Schwetzingen als zugleich medizinisches Zentrum für gut 150.000 Menschen im hellen Licht erstrahlen zu lassen, ist dies der Klinik der Gesundheitszentren Rhein-Neckar (GRN) in der Bodelschwinghstraße allem Augenschein nach‚ sowohl personell als auch finanziell‚ Anstrengung und Investition wert. Einmal mehr deutlich wurde das nun durch eine Pressekonferenz, in deren Rahmen Professor Dr. Eberhard Scholz, seit Mitte Januar Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I, Kardiologie (griechisch: „Lehre vom Herzen“) und Angiologie („Lehre von den Gefäßen“), einen weiteren Fortschritt im Bereich der Rhythmologie („Lehre von der elektrischen Erregung des Herzens“) vorstellte.

EKG am Herz

Als da wäre die Elektrophysiologische Untersuchung (EPU). Letztere dient der Abklärung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen, die zuvor entweder im EKG oder durch Herzrasen auffällig geworden sind. Hierfür werden elektrisch leitende Katheter an verschiedenen Orten des Herzens platziert und elektrische Signale gemessen. „Der Arzt leitet gewissermaßen direkt am Herzen ein EKG ab“, so die Erläuterung von Professor Dr. Scholz. Zusätzlich könnten während der EPU elektrische Reize gesetzt werden, die versteckte Herzrhythmusstörungen auslösen und so auffindbar machen. Durch die Investition in ein hochmodernes 3D-Mapping-System der Firma Biosense Webster werde die Behandlung von Herzrhythmusstörungen nun deutlich verbessert.

Individuelle Vorsorge

Unter dem Begriff 3D-Mapping versteht man eine seit einigen Jahren verfügbare Technologie, mit der die anatomischen Strukturen des Herzens, zum Beispiel die Vorkammer, abgetastet und vermessen werden. In der Tat ermöglicht dieses System die kontinuierliche Lokalisierung der Katheter im Körper in einer millimetergenauen Auflösung. Erreicht wird das über Magnetfelder, die unter dem Untersuchungstisch ausgesendet werden. „Durch Sensoren in den Kathetern“, ging Professor Dr. Scholz ins Detail, „werden dreidimensionale Karten erstellt.“ Auf der Oberfläche dieser realistischen, individuellen 3D-Modelle des Herzens könnten dann Erregungsausbreitung oder Vernarbungen dargestellt werden.

Quantensprung

Mithilfe dieser Karten erfolge dann die Ablation, also ein spezieller Eingriff, der am Herzmuskelgewebe durchgeführt wird, beziehungsweise die Verödung. Auf diese Weise können nach seinen Worten „auch sehr komplexe Herzrhythmusstörungen in schlecht zugänglichen Regionen des Herzens behandelt werden“. Obendrein ergebe sich der Vorteil, dass die Untersuchung typischerweise mit einer deutlich geringeren Belastung an Röntgenstrahlen ablaufe. Denn die Katheter würden im Computer in Echtzeit dargestellt. Da in der GRN-Klinik bislang nur konventionelle Ablationen, sprich: unter Röntgen-Visualisierung, durchgeführt worden seien, habe sich jetzt eine grundlegende Veränderung ergeben, die Professor Dr. Scholz so auf den Punkt brachte: „Mit dem Gerät haben wir den Sprung in die moderne Elektrophysiologie absolviert, das Gerät ist topaktuell.

Ja, das, was Professor Dr. Eberhard Scholz hier in Händen hält, ähnelt zwar schon einem WC-Sitz, ist aber ein „Location Pad“ und somit eine überaus wichtige und deutlich kostspieligere Gerätekomponente des hochmodernen 3D-Mapping-Systems der Firma Biosense Webster; unter dem Patiententisch liegend erzeugt diese Magnetfelder mit geringer Amplitude, um eine genaue Ortung zu ermöglichen

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Ja, das, was Professor Dr. Eberhard Scholz hier in Händen hält, ähnelt zwar schon einem WC-Sitz, ist aber ein „Location Pad“ und somit eine überaus wichtige und deutlich kostspieligere Gerätekomponente des hochmodernen 3D-Mapping-Systems der Firma Biosense Webster; unter dem Patiententisch liegend erzeugt diese Magnetfelder mit geringer Amplitude, um eine genaue Ortung zu ermöglichen

Erprobtes System

Dass das System in Schwetzingen nun bereits im Routinebetrieb eingesetzt wird und in den letzten vier Monaten schon 30 Patienten erfolgreich behandelt werden konnten, ist für ihn dementsprechend Anlass zu großer Freude. Er hat mehr als zehn Jahre Erfahrungen im Herzkatheterlabor des Universitätsklinikum Heidelberg gesammelt und erhielt, wie GRN-Klinikleiterin Katharina Elbs mitteilte, in den vergangenen drei Jahren durch seine Aufnahme in „Die besten Ärzte“-Liste der Zeitschrift Focus eine ganz besondere Auszeichnung.

Zukunftsinvestitionen

Genau betrachtet ist die 150.000 Euro-Investition in das neue 3D-Mapping-System nur einer der Schritte, die die GRN-Klinik in Sachen Zukunftsinvestitionen unternimmt. Denn schon zu Jahresbeginn erfolgte mit einer Investition von 500.000 Euro der Neustart des modernisierten zweiten Herzkatheterlabors, das nach GRN-Geschäftsführer Rüdiger Burger sogar ein „Hybrid-OP“ ist. Sprich: In diesem Labor könnten nicht nur Untersuchungen, sondern auch Operationen vorgenommen werden. Zugleich hob er hervor, dass es mit Blick auf Professor Dr. Scholz historische Parallelen und sich ähnelnde Entwicklungen gebe. Denn schon dessen beide Chefarztvorgänger seien gleichfalls vom Heidelberger Uniklinikum zur Schwetzinger Klinik gewechselt. Und exakt darin, nämlich in der Nähe zu Heidelberg, liege nun mal der große Vorteil Schwetzingens.

Ergänzung statt Konkurrenz

Jetzt davon auszugehen, dass es deswegen zu Spannungen gekommen sei, sei allerdings falsch. Vielmehr stehe die enge Kooperation mit dem Universitätsklinikum Heidelberg dafür, dass man nicht konkurriere, sondern sich als Ergänzung verstehe. Alles in allem gehe es der GRN-Klinik stets darum, gezielt in die Qualität der medizinischen Behandlung zu investieren.