Merken

Verpachtung auf der Kippe?

Nur noch zwei Bewerber für das Schlossparkrestaurant

Das Weinheimer Schlossparkrestaurant.

cs

Der bisherige Fahrplan für die Neuverpachtung des Schlossparkrestaurants steht auf der Kippe. Der Hauptausschuss wird im März über das weitere Vorgehen entscheiden.

Damit stellten sich nur noch zwei potenzielle Pächter der Kommission „Schlossparkrestaurant“ vor. Über die Rückzugsgründe des dritten Bewerbers ist nichts bekannt. Tatsache ist damit, dass von den ursprünglich acht Bewerbern nur noch zwei ernsthaftes Interesse an der Pachtung von Weinheims Schlossparkrestaurant zeigen. Ob sie zum Zug kommen, ist derzeit aber ungewiss. Hintergrund ist die anstehende Sanierung von Dach und Fassade des Schlosses, die mittlerweile – vielleicht auch vor dem Hintergrund der dünnen Bewerberschicht – mit Blick auf eine dann laufende Gastronomie kritisch beäugt wird. Im Zuge der Arbeiten ist die Aufstellung eines Gerüsts notwendig, wodurch mit einer wahrscheinlichen Beeinträchtigung des Gastronomiebetriebs vor allem im Außenbereich gerechnet werden muss. „Bei den Sanierungsarbeiten ist es nicht mit zwei Monaten getan“, sagt dazu Weinheims Pressesprecher Roland Kern. Zwar wäre man bestrebt, die Arbeiten in eine Zeit zu verlagern, in der der Terrassenbetrieb des Restaurants nicht zu sehr betroffen wäre – in Gänze werde das aber nicht zu schaffen sein. Dass die Sanierung kommen muss, ist derweil klar: Durch das Dach in dem Schlosstrakt, in dem sich auch das Restaurant befindet, regnet es laut Kern rein.

Erst Sanierungsarbeiten beenden

Die Weinheimer Liste hatte sich schon früh für die Verschiebung der Neuverpachtung ausgesprochen. Es sei sinnvoller, erst die Sanierungsarbeiten zu beenden, um Gastronomen eine gute Startbasis zu ermöglichen, so die Meinung der Fraktion. „Dann hätte man wahrscheinlich auch ein breiteres Bewerberfeld“, sagte dazu WL-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Lehner. Dem Vernehmen nach mehren sich die Stimmen in der Kommission, die gleicher Meinung sind. Die Option soll daher nun in der Hauptausschusssitzung im März besprochen werden. Die ursprünglich für den Termin geplante Vorstellung der Interessenten ist damit Stand jetzt geplatzt. Ob sie nachgeschoben wird, hängt von der Gremiumsentscheidung zum weiteren Vorgehen ab. Will man die Neuverpachtung zeitnah vorantreiben, könnte die Bewerberpräsentation in einer Sondersitzung stattfinden. Der städtische Wunschtermin einer Eröffnung Ende April oder zumindest im Mai ist aber wohl in weite Ferne gerückt. Bei einer Entscheidung für eine Neuverpachtung erst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten könnte sie sich gen 2021 ziehen.

Lange Schließung des Restaurants?

Die Sanierungsarbeiten sind derzeit für 2020 geplant. Danach müsste das Bewerbungsverfahren zur Neuverpachtung wieder in Angriff genommen werden. Über Bewerbungsfrist, erneutes Auswahlverfahren bis hin zu Entscheidung und Vertragsunterschrift könnten dann weitere Monate vergehen. Vorausgesetzt man fährt nicht komplett parallel zu den Arbeiten, sondern wartet das (absehbare) Ende ab. Das würde allerdings eine Schließung des Restaurants von mehr als zwei Jahren bedeuten, denn der bisherige Pächter hatte den laufenden Betrieb schließlich schon im Sommer 2018 eingestellt, die endgültige Schließung nach Durchführung der bis dahin noch gebuchten Feiern erfolgte Ende des Jahres. Die weitere Zeitschiene sei Spekulation, sagt Kern. Jetzt gehe es um die Entscheidung des Hauptausschusses. Die wird voraussichtlich am 13. März fallen.