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Beeindruckende Geschichte

Nussbaum Medien feiert 60-jähriges Bestehen

Die führenden Köpfe von Nussbaum Medien mit den Festrednern.

Michael Lübke

Die führenden Köpfe des Unternehmens mit den Festrednern: Timo Bechtold (Kaufmännischer Geschäftsführer), Andreas Tews (Geschäftsführer Marketing und Vertrieb), Annette Schavan (Bundesministerin a.D.), Klaus Nussbaum (Geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter), Dr. Matthias Kaiser (Dozent und Visionär), Theresa Schopper (Staatsministerin in Baden-Württemberg), Alexander Nussbaum und Michael Schmidt (Geschäftsführer IT)

1959 gründete Oswald Nussbaum den Südwestdeutschen Presse- und Wirtschaftsverlag – heute bekannt als Nussbaum Medien mit 570 Mitarbeitern an elf Standorten.

„Den Pioniergeist haben wir behalten“

Geschäftsführer Klaus Nussbaum erzählte von den Anfängen der bewegten Unternehmensgeschichte: „Meine Großeltern betrieben eine Strumpffabrik in Weil der Stadt. Durch eine Weiterbildung in New York erkannte mein Vater, dass die Branche keine Zukunft mehr hatte.“ Also entschied er sich, Amtsblattverleger zu werden. Mit einer klaren Vision und dem Glauben an sich selbst produzierten die Nussbaum Medien zehn Jahre nach der Gründung bereits für über 100 Kommunen das lokale Amtsblatt. Dabei wurde von Anfang an auf moderne Druck- und Kommunikationstechnik gesetzt. „Den Pioniergeist meines Vaters haben wir uns bis heute erhalten. Aus 60 Jahren Veränderungen wissen wir: Nichts ist so sicher wie der Wandel.“ Deshalb habe man eine Zukunftswerkstatt gegründet und plane ein neues und hochmodernes Druckzentrum. „Effizienz und behutsamer Umgang mit Ressourcen in der Produktion werden dabei die Kernelemente sein“, so Klaus Nussbaum.

Partner der Vereine

Die amtlichen Bekanntmachungen, die Informationen aus Vereinen, Kirchen und Parteien sind das Herzstück des Amtsblattes und der Mitteilungsblätter, die seit Jahrzehnten über Belange des kommunalen Lebens berichten. „Dadurch erfährt das Ehrenamt seine Wertschätzung. In der herkömmlichen Tagespresse finden diese Nachrichten keinen Platz mehr.“ Man verstehe sich als Partner der Vereine und gehe mit der Digitalisierung neue, crossmediale Wege. „Wir gehen mit Zuversicht und Mut in die Zukunft. Wir werden die lokale Kommunikation gestalten und entwickeln. Wir stärken Heimat.“

Alexander und Klaus Nussbaum

Michael Lübke

Alexander und Klaus Nussbaum beendeten, bzw. eröffneten den Festakt mit ihren Reden.

„Wichtig für die Gesellschaft“

Theresa Schopper, Staatsministerin für politische Koordination in Baden-Württemberg, ließ Grüße von Ministerpräsident Winfried Kretschmann ausrichten. Ihm seien starke Mittelständler eine Herzensangelegenheit. „Die Anzahl der Bürgermeister und politischen Vertreter heute Abend zeigt, wie wichtig Nussbaum Medien für die Gesellschaft ist“, merkte sie im Blick auf die Gäste im Publikum an. „Ihre Amtsblätter tragen dazu bei, die Demokratie zu stärken.“ Die Geschichte des in zweiter Generation geführten Familienunternehmens zeige, dass echte Könner am Werk seien, „sonst wären Sie nicht Marktführer in Baden-Württemberg und einer der drei größten Amtsblattverlage Deutschlands“.

Oettinger: „Ich weiß, wie wertvoll das ist“

Auch der ehemalige EU-Kommissar und Ministerpräsident Günther Oettinger zollte der Erfolgsgeschichte von Nussbaum Medien Respekt und weiß, wie wertvoll Amts- und Mitteilungsblätter für Gemeinden, Vereine und Parteien sind: „In der Jungen Union engagiert, wollte ich immer, dass wir im Ditzinger Amtsblatt nicht unter ‚CDU‘ stehen, sondern eine eigene Rubrik bekommen. Auch bestimmte Bilder sollten abgedruckt werden. Da das kostenlos war, hoffte man auf die Gunst des Verlages.“ Er wies in seiner Rede auf drei prägende Trends der Zeit hin: Die Globalisierung lasse den Bedarf nach Heimat und die Frage wachsen, was im Ort eigentlich passiere. So seien lokale Medien noch immer wichtig und stifteten Identität. Zudem werde die digitale Revolution, vor allem von den USA und China, immer weiter vorangetrieben. Auch Nussbaum Medien sei hier mit der Weiterentwicklung der Mitteilungsblätter ein Visionär. „Geschwindigkeit macht den Erfolg aus.“ Drittens sei die Meinungs- und Pressefreiheit weltweit in Gefahr, die unersetzlich für die Demokratie sei. Entsprechend müsse alles dafür getan werden, Kinder für lokale Kommunikation zu begeistern – beispielsweise mit einem Abo des hiesigen Amtsblatts zur Konfirmation.

Auch Günther Oettinger (Ministerpräsident a.D.) gratulierte zum Jubiläum.

Michael Lübke

Auch Günther Oettinger (Ministerpräsident a.D.) gratulierte zum Jubiläum.

 „Menschen, die die Zukunft mögen, gibt es selten“

„Das Gesetz des Lebens ist der Wandel“, begann Annette Schavan, ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, ihre Laudatio. Er sei Zeichen des Aufbruchs; Krisen eine zweite Chance. Wer wissen wolle, wie das geht, solle mit Klaus Nussbaum sprechen. „Menschen, die die Zukunft mögen, gibt es selten.“ Sein Unternehmen verstehe es, Menschen zu verbinden, nach Lösungen zu suchen, Chancen zu nutzen und stetig an eigenen Innovationen zu arbeiten. Schavan hob Merkmale hervor, die Nussbaum Medien ausmachen: „Der Verlag will Kommunikation ermöglichen“, deshalb werden durch die Umsetzung der Digitalisierung neue Wege der Kommunikation geschaffen. Durch lokales und regionales Denken pflege Nussbaum Medien das Gemeinwesen, gehe gegen Spaltungen vor und sei so „ein Glücksfall für die Gemeinden des Landes“. Außerdem habe das Unternehmen eine gesellschaftliche Vision und sei mit seinem Forscherdrang und der Schaffung neuer Plattformen (z.B. kaufinBW, jobsucheBW, Ausbau von lokalmatador als individualisierbare App) „ein Vorbild für jüngere Generationen“.

„Für die Zukunft hervorragend aufgestellt“

Dr. Matthias Kaiser beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der natürlichen und künstlichen Intelligenz und begleitet Nussbaum Medien beim Prozess der digitalen Transformation. Als Redner und Visionär sieht er den Verlag „für die Zukunft hervorragend aufgestellt“. Lokale Dringlichkeit und Interessen gingen im Internet unter (z.B. Restkarten für den Auftritt der regionalen Band, aktuelle Straßensperrungen im Ort), hier lege man eine Lupe drauf. Zudem werde die Trennung von Meinungen und Fakten immer wichtiger. Auch der Schutz der Privatsphäre durch Nussbaum als Drittanbieter sei gewährleistet, die Daten bleiben „im Ländle“, und auch vom Knüpfen neuer Kontakte würden Kunden und Leser durch die 60-jährige Erfahrung der Firma profitieren und Vertrauen schöpfen. Dabei sei die Transformation, die Nussbaum bisher durchgemacht habe, bemerkenswert, denn „am Anfang stand der Strumpf“.

Nussbaum Medien feierte mit über 1000 Gästen das 60-jährige Bestehen.

Michael Lübke

Nussbaum Medien feierte mit über 1000 Gästen im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg.

Familienunternehmen als Lebensbegleiter

Abschließend kam auch Klaus Nussbaums ältester Sohn Alexander zu Wort. Zur Nussbaum-Familie gehören für ihn alle  Mitarbeiter, die – teilweise schon seit Jahrzehnten – an einem Strang ziehen, um das Unternehmen voranzubringen. „Als viertes Kind saß Nussbaum Medien immer mit am Tisch“ und sei stets präsent gewesen, so der 21-Jährige. Er erinnerte sich an seinen Großvater Oswald als einen liebevollen Menschen, für den das Unternehmen sein Leben war. „Man hat ihn häufiger am Empfang angetroffen als in seinem Büro im 1. Stock.“ Dafür mussten allerdings auch Opfer gebracht werden, denn das eigentliche Familienleben leide auch zeitweilen darunter. „Meine Eltern haben sich aber immer Mühe gegeben, für uns da zu sein. Besonders das regelmäßige gemeinsame Essen war ihnen sehr wichtig.“ In Boston studiert Alexander Nussbaum  nun für die nächsten vier Jahre – und wer weiß, welche Ideen er von dort mitbringt.

Kulturelles Rahmenprogramm

Für einen kurzweiligen und unterhaltsamen Abend sorgte auch Schauspieler Richy Müller, der zwischen den Reden, auf einem roten Sessel sitzend, mit Zitaten von Goethe und Theodor Heuss sowie Gedanken von Steve Jobs aufwartete. Beim anschließenden Büfett mischte er sich unter die Gäste und kam mit einigen über seine Rolle als Stuttgarter Tatort-Kommissar ins Gespräch.
Der künstlerische Part der Geburtstagsfeier lag in den Händen von Prof. Enno-Ilka Uhde, der die namhaften Künstler Daniela Vega (Sopran), Cenk Biyik (Tenor) und die Aurelius Sängerknaben unter der Leitung von Bernhard Kugler verpflichtet hatte, die zusammen mit dem Musikerensemble Hsu-Chen Su (Klavier), Martin Bosse-Platière (Flöte), Shinichi Minami (Perkussion) und Vasily Bystrow (Cello) die musikalischen Akzente setzten. Besonders der Vortrag des Volksliedes „Die Gedanken sind frei“ durch die Sängerknaben und im Anschluss die freie Interpretation in moderner Klangfolge von Vega und Biyik kamen gut an. Den Schlussakkord des Abends setzten die Sänger mit der Europahymne „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven, zu der alle Anwesenden aufstanden.

Schauspieler Richy Müller gab Zitate berühmter Persönlichkeiten zum Besten.

Michael Lübke

Schauspieler Richy Müller gab Zitate berühmter Persönlichkeiten zum Besten.