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Gartenschau Eppingen 2022

OB Klaus Holaschke im Gespräch

Klaus Holaschke, Oberbürgermeister von Eppingen

Stadt Eppingen

Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke freut sich schon auf die 136 Tage Gartenschau, die vor seiner Heimatstadt liegen.

Oberbürgermeister Klaus Holaschke freut sich schon sehr auf den 20. Mai. Denn dann wird in seiner Heimatstadt Eppingen die Gartenschau eröffnet - endlich, muss man sagen, wurde die Schau doch im letzten Jahr coronabedingt abgesagt und auf 2022 verschoben. Nussbaum Medien ist als Medienpartner mit dabei und begleitet die 136 Tage Gartenschau in der Fachwerkstadt umfassend auf allen Kanälen. Grund genug für Klaus Holaschke uns vor der Eröffnung noch einmal ein kleines Update zu geben, was die Besucher in der Kraichgaustadt alles erwartet.

Lokalmatador.de (LM): Herr Holaschke – Am 20. Mai startet mit einem Jahr Verspätung endlich die Gartenschau in Eppingen. Wie groß war die Enttäuschung als die Gartenschau im vergangenen Jahr verschoben werden musste und wie froh sind Sie, dass es nun endlich losgeht?

Klaus Holaschke: Wir sind sehr froh, dass es nun losgeht. Jeden Tag, mit dem das Ereignis näher rückt, schaut man aufs Gelände. Jeden Tag gibt es einen Fortschritt, aber es gibt auch jeden Tag noch etwas zu tun, sicherlich auch bis kurz vor Eröffnung am 20. Mai um 11 Uhr. Die Frage nach der Enttäuschung kann ich gar nicht so einfach beantworten. Es gab damals Pro und Contra-Argumente für das Verschieben. Es war eine sehr heftige Diskussion im Gemeinderat im März 2021, allerdings mit einer klaren Mehrheit für die Verschiebung. Es gab viele offene Fragen: Wie werden die Auflagen sein? Wie können wir überhaupt im Jahr 2021 Veranstaltungen durchführen? Rückblickend muss ich sagen, es war die richtige Entscheidung. Denn wir wussten damals, dass die Impfungen voranschreiten werden, die Immunisierung voranschreiten wird, gleichwohl wir ja auch jetzt noch nicht mit dem Thema Pandemie durch sind. Auch die Bürgerinnen und Bürger sagen, es war die richtige Entscheidung. Außerdem konnte dadurch die Vegetation nochmal ein Jahr lang wachsen.

Vorfreude auf die Gartenschau

LM:  Blicken wir mal ganz unabhängig von Corona auf die Gartenschau. Wieviel bedeutet es Ihnen, also der Stadt Eppingen, diese auszurichten?

Holaschke: Der Zuschlag 2009 war für uns einerseits ein Riesenerfolg, aber auch eine große Bürde. Bis zur Eröffnung sind nun 13 Jahre ins Land gegangen, 2015 haben wir mit Wettbewerben die Planungsbüros ausgewählt, bis hin zu den letzten drei bis vier Jahren, in denen es dann um die konkrete Umsetzung ging. Ich danke dem Land Baden-Württemberg für den Zuschlag. Das ist eine große Ehre, denn es reißen sich wirklich viele Kommunen um eine Gartenschau.

Bürde sage ich deswegen, weil wir gute Gastgeber sein wollen. Wir sind nicht ganz unerprobt, 2007 hatten wir die Heimattage in Eppingen. Insofern herrscht Dankbarkeit, dass wir die Gartenschau durchführen dürfen, sicher auch eine Anspannung, jedoch auch die Gelassenheit. Am Ende ist die Gartenschau vor allem eine städtebauliche Chance. Es ist ein Projekt, bei dem die klare Mehrheit der Bürger sagt: ‚So eine Chance kriegen wir nie wieder.‘ Das macht mich richtig stolz. Für die Zukunft bleiben Aufenthaltsorte, Treffpunkte, eine Altstadtpromenade, die die Innenstadt von West nach Ost durchzieht mit zusätzlichen gastronomischen Einrichtungen erhalten. Für mich persönlich in meiner dritten Amtszeit sicher der Höhepunkt meines Wirkens in Eppingen.

Team der Eppinger Garstenschau-Roadshow

Stadt Eppingen

Bunte Botschafter für ein blühendes Eppingen: Auf der Roadshow präsentierte sich das Gartenschau-Team mit einem Infostand in verschiedenen Kraichgaustädten.

LM: Hat es sich bewährt, die Bürgerschaft frühzeitig einzubinden?

Holaschke: Es gibt Beiträge online auf YouTube, in denen wir die Bürgerbeteiligungsprozesse von der Ideensammlung bis zu Themenforen dokumentiert haben. Was uns sehr zupass kam, war die Bundesgartenschau 2019 vor der Haustüre in Heilbronn. Das ist natürlich eine andere Dimension, aber wir konnten dort sehr viel lernen und nebenbei – zusätzlich zu den engagierten Hauptamtlichen – schon eine überragende Zahl von ehrenamtlichen Gartenschau-Botschaftern generieren, die über die 180 Tage in Heilbronn präsent waren. Diese Stimmung konnten wir mitnehmen.

LM: In rund zwei Wochen geht es los. Was genau gibt’s bis dahin noch zu tun?

Holaschke: Das Allerwichtigste, bei dem wir jetzt noch ansetzen müssen, sind die Stellen, an denen man bislang nur Pflanzenbeete sieht, wo nur die Erde liegt. Das ist der Sommerflor, der sich durch die ganzen elf Hektar in Eppingen zieht. Er soll Farbe in die Gartenschau bringen. Der Sommerflor wird in den kommenden drei Wochen noch gepflanzt. Aktuell wird zudem auch noch das Beschilderungssystem fertiggestellt.

LM: Was waren – von der Pandemie mal abgesehen – die größten Herausforderungen bei der Planung und vor allem praktischen Umsetzung?

Holaschke: Eine große Herausforderung war das Thema Wasser. Da gab es große technische Hürden beim Stadtweiher. Wenn man mit der S-Bahn ankkommt, ist das Eingangstor der Bahnhof und von dort aus schaut man direkt auf den Stadtweiher. Aber die Wasserzuführung dort gestaltete sich schwieriger als gedacht. Denn dort verläuft unser kleiner Fluss Elsenz. Da dachten wir, den lassen wir einfach durchlaufen, wenn wir den Weiher angelegt haben. Doch das ging technisch gar nicht. Auch die Frage, wie wir den Stadtweiher dicht bekommen, war nochmal eine große Herausforderung, die es zu lösen galt. Wenn man von Herausforderungen spricht, dann geht es dabei um die Herausforderungen längerfristiger Art, umplanen, nachbessern müssen, dies alles im Gemeinderat zu besprechen.
Ebenso kompliziert war die Tatsache, dass sich öffentliche und private Fläche abwechseln. Nicht alles innerhalb des Gartenschaugeländes ist öffentliche Fläche. Deshalb war die Grundstücksverhandlung mit den Eigentümern ein großer Akt, die Menschen zu überzeugen, dass sie nicht nur Geld dafür bekommen, wenn sie ihre Flächen zur Verfügung stellen, sondern dass die Bürgerschaft insgesamt vom Projekt einen Mehrwert hat. Dieser Mehrwert ist für mich die Nachhaltigkeit nach 136 Tagen Gartenschau. Von den elf Hektar bleiben ungefähr neun als innerstädtische Grün-, Erholungs-, Aufenthalts-, Spiel- und Begegnungsfläche erhalten.

Das Bürgerhaus "Schwanen" in Eppingen - während der Gartenschau wird es zum Treffpunkt Baden-Württemberg

Stadt Eppingen

Hier trifft sich das Land: Das frisch sanierte ehemalige Gasthaus "Schwanen" wird für die Dauer der Gartenschau zum "Treffpunkt Baden-Württemberg". Danach wird es zum Bürgerhaus.

LM: Wie viel Aufwand bedeutet denn die Organisation für eine Stadt wie Eppingen?

Holaschke: Der organisatorische und der personelle Aufwand sind enorm groß. Aber das gegenzurechnen ist nicht die Hauptfrage … der Mehrwert ist enorm! Die Eppinger sehen das als Jahrhundertchance, wollen mit dabei sein, gesehen werden, der Stadt ein Stück zurückgeben.

LM: Was würden Sie sagen, macht die Gartenschau besonders?

Holaschke: Einzigartig macht die Eppinger Gartenschau die Lage mitten in der Stadt, die auch die Chance bietet, nicht nur das Gartenschau-Gelände kennenzulernen. Wer das verlässt, ist mittendrin in einer historischen Altstadt. So nah und so eng verbunden aber dennoch so weitläufig - in den letzten 12 Jahren, in denen ich Gartenschauen von der IGA Berlin bis zu jedem Grünprojekt besucht habe, habe ich das so noch nicht gesehen. Das wird eine Gartenschau, die ihresgleichen sucht.

LM: Woran wurde in dem zusätzlichen Jahr der Vorbereitungszeit nochmals gefeilt? Wie genau haben Sie die Zeit genutzt? Was ist an neuen Ideen hinzugekommen?

Holaschke: Eine sehr intensive Arbeit für unser Team war die Bearbeitung des Veranstaltungskalenders. Die 2000 Veranstaltungen, die wir letztes Jahr geplant hatten, alle zu verschieben und nach Möglichkeit fürs neue Jahr wieder organisiert zu bekommen, das war eine Menge Aufwand. Das kann auch nicht das Gartenschau-Team alleine machen. Es sind viele, die hier bei der Gartenschau mitmachen, beispielsweise die ganzen Vereine, bei denen man natürlich auch erstmal schauen musste, wie sich die Pandemie auf diese ausgewirkt hat oder noch auswirkt. Aber es ist uns gelungen, dass wir soweit alle Veranstaltungen wieder bekommen haben. Im niedrigen Prozentsatz gab es Verschiebungen.  Wir haben ein unheimlich starkes Ehrenamtsengagement. Es haben sich sogar extra neue Vereine gegründet für die Gartenschau. Von den Konzeption her hat sich nichts geändert.

Virtueller Rundgang durch das Gelände

LM: Sie hatten im vergangenen Jahr bereits angekündigt, dass es wegen der Pandemie eher keine Großveranstaltungen auf dem Gelände geben werde und stattdessen mehr kleinere Events. Ist das nach wie vor der Fall?

Holaschke: Nein, wir können in diesem Jahr unseren Plan auch mit den großen Veranstaltungen durchziehen. Schließlich gibt es auch bei den großen Sportveranstaltungen ja keine Besucherzahlbegrenzungen mehr. Das ist sicherlich eine der größte Chancen für uns dieses Jahr, auch weil man merkt, dass die Leute hungrig sind, wieder rauszugehen.

LM: Was wird Ihr persönliches Highlight, auf was freuen Sie sich selbst nun schon ganz besonders?

Holaschke: Für mich wird es sicherlich ein Erfolg sein, wenn wir es schaffen, die Vielfalt von Eppingen zu präsentieren. Es werden lange Tage für uns, aber wenn wir uns abends mit Team und Bürgerschaft im Bürgerpark am extra gebauten Stadtweiher zusammensetzen und den Tag gemütlich bei einem Sommergetränk ausklingen lassen, während die Sonne über unserer Altstadt untergeht – darauf freue ich mich besonders. Das sind Momente, nach denen man sich sehnt, und die wollen wir 136 Tage lang erleben.

Stadtweiher mit Altstadtpanorama Eppingen

Planorama Berlin (Grafik)

Weitläufig und mit viel Grün umsäumt präsentiert sich Eppingens "blaues Band" um die malerische Altstadt zur Gartenschau 2021. Hier zu sehen: Der neu angelegte Stadtweiher.

LM: Wie genau beeinflusst die Pandemie den Ablauf, gibt es zum Beispiel eine Maskenpflicht?

Holaschke: Wenn sich jetzt nichts mehr ändert, gibt es auf dem Gelände keine Maskenpflicht. Das geben die Verordnungen auch gar nicht mehr her. Wir sind aber vorbereitet, wenn sich zum Ende der Gartenschau im Herbst nochmal etwas in den Verordnungen verändern würde, sei es Erfassungssysteme, Teststationen oder ähnliches. Wir sind auch auf solche Situationen vorbereitet.

LM: Und was können Sie den Besuchern ans Herz legen?

Holaschke: Zuerst einmal würde ich den Besuchern empfehlen Zeit mitzubringen. Und zwar genug, um über die Altstadtpromenade die gesamten 10 Hektar zu erschließen, erleben, erlaufen.  Gastronomisch ist ausgesorgt, wir haben uns für ein regionales Konzept entschieden. Blumen- und Pflanzenliebhabern empfehle ich unsere Blumenhalle, die immer wieder unterschiedliche Themen in neun Blumenschauen behandeln wird. Das kennt man bislang von Landesgartenschauen, aber nicht vom Grünprojekt. Da bin ich auch selbst gespannt und würde das jedem ans Herz legen. Unheimlich spannend finde ich die Altstadtpromenade und dass man auf einer großen Wegbreite, in den Abendstunden auch illuminiert, das Thema Wasser begleitet. Da steckt so viel Liebe zum Detail drin – weshalb ich wieder auf meine Aussage komme: Nehmen Sie Zeit mit! Am besten kaufen Sie sich eine Dauerkarte, wenn Sie aus der Nähe kommen, die lohnt sich schon nach dem vierten oder fünften Besuch.

LM: Und wie genau wird der Auftakt am 20. Mai sich gestalten?

Holaschke: Es wird eine kunterbunte Veranstaltung. Wir wollen weg von starren Reden. Es wird unter anderem Talkrunden geben. Wir wollen das, auch weil wir viele Bürgerinnen und Bürger mit ihren Kindern in die Eröffnungsveranstaltung integriert haben, zeitlich begrenzen. Wir feilen aktuell gerade noch an etwas Peppigem zum Auftakt. 

Die Fragen stellten Felix Haberkorn und Johannes Rehorst

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