Merken

Barockschloss Mannheim

Originaler Stuck kehrt in die Beletage zurück

Barockschloss Mannheim

Uta Coburger / ssg-Pressebild

Stuck wird in der Beletage angebracht.

Zur Zeit ist Schloss Mannheim wegen der Corona-Pandemie geschlossen – doch die Arbeiten der Staatlichen Schlösser und Gärten an der Präsentation der Geschichte der kurpfälzischen Residenz gehen unter Einhaltung der strengen Auflagen weiter. Gestern wurde der im Rahmen der virtuellen Rekonstruktion des Prachtschlafzimmers von Kurfürst Carl Philipp im Keller gefundene originale Stuck im Schlossmuseum angebracht. Der einzigartige Deckenschmuck aus dem zerstörten Raum hat nun wieder seinen Platz in der Beletage gefunden.

Kostbarer Stuck des Paradeschlafzimmers kehrt zurück

Im Rahmen der Arbeiten zur virtuellen Rekonstruktion des Paradeschlafzimmers des Kurfürsten Carl Philipp wurden im Keller von Schloss Mannheim über 150 Stuckfragmente wie Köpfe, Ornamente und Reliefs untersucht, die sich diesem und anderen Räumen der ehemaligen Residenz als erhaltene Originalfragmente zuordnen ließen. 30 Stück gehören ins Paradeschlafzimmer und wurden für die virtuelle Rekonstruktion digital erfasst. Gestern kehrten die Teile frisch restauriert aus dem Keller in die Beletage zurück, wo sie als Bestandteil des neuen Virtual-Reality-Raumes angebracht wurden. „Zukünftig werden die einzigartigen Originale neben der virtuellen Rekonstruktion über Monitor und Virtual-Reality-Brillen ein besonderes Besuchserlebnis bieten“, sagt Dr. Uta Coburger, die für Schloss Mannheim zuständige Konservatorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

Besondere Herausforderung

Der Transport des Stucks war eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten, da das größte Fragment, das Relief mit der Auszeichnung des Helden Kurfürst Carl Philipp, über 250 kg wiegt! Restaurator Andreas Gehrlein, der auch die Restaurierung übernommen hatte, sorgte dafür, dass die kostbaren Relikte unversehrt aus dem Schlosskeller in die Beletage gelangten. Vor allem die steile und enge Kellertreppe hatte allen Beteiligten Kopfzerbrechen bereitet, doch dank des Fingerspitzengefühls des Mannheimer Klavier- und Flügeltransporteurs Sommer verlief der Transport des schweren Reliefs ohne Komplikationen.

Projekt virtuelle Rekonstruktion

Die „Virtuelle Rekonstruktion von Kulturliegenschaften“ ist ein Leuchtturmprojekt innerhalb der Digitalisierungsstrategie des Landes Baden-Württemberg und eines der zentralen Projekte der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Schloss Mannheim steht dabei im Zentrum. Umfangreiche Recherchen in historischen Quellen waren nötig, damit man die ursprüngliche Ausstattung der Prunkräume wieder erleben kann. Das Projekt zielt auf die virtuelle Rekonstruktion von verlorenen Bauten oder Innenräumen zerstörter Monumente und wird mit neuester Technik den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit geben, virtuell auf Zeitreise zu gehen. Für das Barockschloss Mannheim wird einer der einst wichtigsten Räume rekonstruiert: das Paradeschlafzimmer des Kurfürsten Carl Philipp mit seiner einzigartigen Stuckdecke.

Ein verlorener Raum entsteht wieder

Digitale Rekonstruktion: Wie sah eine Burg früher aus, von der heute nur noch Ruinen stehen? Wie war ein Prunksaal eingerichtet, von dem heute nichts mehr übrig ist? Teil der Digitalisierungsstrategie des Landes Baden-Württemberg ist es, Kulturgüter mit Hilfe von Experten mehrerer Universitäten virtuell wieder erstrahlen zu lassen. Dazu zählt auch das Appartement samt Paradeschlafzimmer von Carl Philipp, das über eine einzigartige Stuckdecke verfügte, die den Kurfürst als erfolgreichen Feldherrn in den Türkenfeldzügen darstellte. Sein Nachfolger Carl Theodor und dessen Frau Elisabeth Auguste teilten das Schlafzimmer in mehrere Räume auf, Stefanie von Baden machte daraus ein Wohnzimmer, heute ist es ein Treppenhaus. Ab dem Frühjahr 2021 wird die virtuelle Rekonstruktion des Paradeschlafzimmers zu erleben sein.