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3. März: Tag des Artenschutzes

Pflanzen und Tiere im historischen Schlossgarten

Gartenfassade von Schloss Favorite

SSG/Andrea Rachele

Schwäne und Enten tummeln sich am See von Schloss Favorite bei Rastatt.

Die historischen Gartenanlagen stellen zum Teil seit Jahrhunderten gewachsene stabile Lebensräume für Pflanzen und Tiere dar. Sie bieten so eine geschützte Heimat für bedrohte Arten. Auch der Schlossgarten von Schloss Favorite vor den Toren von Rastatt ist mit seinem alten Baumbestand ein solcher Rückzugsort. Zum Welttag des Artenschutzes am 3. März erinnern die Staatlichen Schlösser und Gärten daran, wie bedeutend der Erhalt der Artenvielfalt ist.

Welttag des Artenschutzes

Mit dem „World Wildlife Day“, dem Tag des Artenschutzes, am 3. März weisen die Vereinten Nationen auf die Bedeutung und den Schutz bedrohter wildlebender Tiere und Pflanzen hin. Dabei richtet sich der Blick der Weltorganisation vor allem auf die Gefährdung durch Handelsinteressen. Jeden Tag sterbe nach Angaben der Vereinten Nationen rund 150 Arten aus - etwa 10 bis 20 Millionen Arten leben geschätzt auf der Erde. Es gilt nicht nur die Vielfalt der wildlebenden Arten zu schützen, sondern auch deren Lebensräume.

Der Aktions- und Gedenktag findet seit 1973 jedes Jahr zu einem festgelegten Thema statt. Das diesjährige Thema lautet „Wälder und Lebensunterhalt: Menschen und Erde unterstützen“. Wegen der Corona-Pandemie finden 2021 weltweit alle Veranstaltungen digital statt.

Lebenraum für Tiere

Biodiversität ist für die Staatlichen Schlösser und Gärten mehr als ein Schlagwort: Ob Fledermäuse in Schloss Heidelberg oder Bienenweide und Weiher-Biotop im Schlossgarten Favorite Rastatt - in den historischen Monumenten Baden-Württembergs hat sich eine unverwechselbare Artenvielfalt entwickelt. Tiere wie Feuersalamander, Bergmolche und Fledermäuse werden aktiv geschützt, damit die Populationen bestehen und wachsen können. Den Spaziergängern in den historischen Gärten fallen viele Tiere auf, die hier leben – etwa Igel, Bienen, Eichhörnchen, Maulwürfe oder Falken. Aber von fast noch größerer Bedeutung sind die weniger sichtbaren Insekten, für die ein Garten wie der von Schloss Favorite ein wichtiger Rückzugsraum ist.

„Unsere historischen Gartenanlagen sind längst geschützte Inseln inmitten der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung und der expandierenden Siedlungen“, erklärt Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.  

Biotop im Schlossgarten

„Durch die geringe Bewirtschaftung und Nutzung in unseren Gärten ist die Artenvielfalt sehr hoch“, betont Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. „Diesen Reichtum zu erhalten, haben wir in den letzten Jahren als eine wesentliche Aufgabe erkannt und angenommen.“ Ein wahres Biotop für viele Tiere ist der Weiher im Garten von Schloss Favorite Rastatt. Hier leben sogar Reptilien wie die Wasserschildkröte. Mit viel Glück bekommt man sie am Weiherufer zu sehen. Eine absolute Rarität ist der Uhu: Der elegante Greifvogel ist in der Regel nachtaktiv. Doch ein Blick in die Baumkronen des Schlossgartens lohnt, wenn die Monumente wieder geöffnet sind: Die streng geschützten Uhus nehmen auf den freilegenden Ästen gelegentlich ein ausgiebiges Sonnenbad.

Lebensraum historischer Garten

Pro Jahrzehnt geht die Artenvielfalt um rund zwei Prozent zurück. Von den etwa 72.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten Deutschlands sind ungefähr die Hälfte auf der Roten Liste des Bundesamtes für Naturschutz als bestandsgefährdet unter besonderer Beobachtung. Der Klimawandel ist eines der größten Probleme für das Überleben vieler Arten, wie sich auch in den historischen Gärten Baden-Württembergs zeigt: In den historischen Gärten gefährdet vor allem die zunehmende Trockenheit und Wärme die zum Teil 200 bis 300 Jahre alten Solitäre und Baumgruppen - der Lebensraum für Insekten, Kleintiere und Pilze

„Seit Jahren beobachten wir die Klimafolgen im historischen Pflanzenbestand unserer Schlossgärten“, erläutert Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten. „Inzwischen konnten wir mit den ersten Maßnahmen beginnen, um die Gärten für kommende Generationen erhalten.“

Klimawandel anhand von Pilzkulturen erforschen

Im vergangenen Jahr startete in den Schlossgärten Rastatt-Förch, Schwetzingen und Weikersheim ein Projekt, das die Biodiversität in den drei Monumenten erfasst. Fachleute der Staatlichen Schlösser und Gärten und des Naturkundemuseums Karlsruhe erforschen mit der Monitoring-Studie, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Gärten in ihrem Erscheinungsbild zu erhalten und inwieweit der Pflanzenbestand angepasst werden muss. Der Fokus der Untersuchung liegt insbesondere auf der Symbiose von alten, heimischen Bäumen und Pilzkulturen im Boden. Die Staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg fördert das Projekt mit Mitteln aus nicht abgeholten Gewinnen der Glücksspirale.

Information

Aktuell sind alle Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen des Landes wegen der Corona-Pandemie mindestens bis zum 7. März geschlossen.

Schlösser, Burgen und Gärten in Baden-Württemberg