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Unterwegs auf der Kurpfalz-Route

Radfahren auf den Spuren des Kurfürsten

Schloss Schwetzingen

Tobias Schwerdt

Die Blickachse führt von Schloss Schwetzingen auf den Königstuhl

Vom Schloss zum Schlossgarten: Von Heidelberg nach Schwetzingen führt eine lohnende und gut ausgeschilderte Fahrradtour, ein Abschnitt der „Kurpfalz-Route“. Der Radweg auf historischen Spuren zwischen Residenzschloss und Sommerresidenz ist ein gutes Angebot, um in diesem Jahr die eigene Region zu erkunden. Auf rund 13 Kilometern kombiniert die Radtour Geschichte mit Kunst und lässt einen zugleich die Schönheit der heimischen Landschaft entdecken. Die Strecke entspricht in etwa dem Weg, den vor Jahrhunderten auch die Kurfürsten nutzten, um von Residenz zu Residenz zu gelangen. Vor Schwetzingen führt der Radweg sogar über die kurfürstliche Prachtstraße. Ursprünglich sollte die repräsentative Chaussee die beiden Schlösser über die gesamte Strecke verbinden. Sie wurde aber nicht fertiggebaut. Start und Zielort der Fahrt können beliebig gewählt werden – und lohnend ist die Tour in beide Richtungen.

Historie und Natur – Schloss Heidelberg

Schloss Heidelberg, die wohl bekannteste Ruine der Welt, bildete über Jahrhunderte den Dreh-und Angelpunkt der Kurpfalz. Eindrucksvoll thront die Ruine über der Altstadt am Rand des Waldes auf dem Königsstuhl. Hier lässt sich die Tour beginnen – etwa mit dem berühmten Blick vom Schlossaltan oder von den Gartenterrassen. Zudem bietet die Jubiläumsausstellung des Künstlers Jürgen Goertz noch bis zum 25. Oktober eindrucksvolle Großskulpturen im frei zugänglichen Schlossgarten. Und wer aufmerksam durch Schloss- und Gartenanlage spaziert, entdeckt noch Spuren des „achten Weltwunders“ bekannten Hortus Palatinus – etwa den steinernen „Vater Rhein“.

Unterwegs auf der ehemaligen Hauptverbindungsstraße

Abwärts geht der Weg durch das Heidelberger Villenviertel am Schlossberg, immer der Ausschilderung Altstadt nach. Am Karlsplatz angekommen startet die Beschilderung der Kurpfalz-Route. Auf dem Weg durch die historische Altstadt lohnt es sich immer wieder, durch die Gassen oder von einem der Plätze aus, etwa vom Karlsplatz, den Blick auf das eindrucksvolle Panorama des Schlosses zu suchen. Über die Plöck, eine beliebte Fahrradstraße, gelangt man zum belebten Bismarckplatz und dann zum Adenauerplatz, zwei Verkehrsknotenpunkte der lebendigen Großstadt Heidelberg, die Radfahrer vor eine kleine Herausforderung stellen. Anschließend geht die Fahrt gemütlich weiter, hauptsächlich über Fahrradwege, durch die Stadtteile Pfaffengrund und das über 1200 Jahre alte Eppelheim hinaus auf die Felder der Kurpfalz. Nach der Umrundung von Plankstadt kann nichts mehr schiefgehen: Denn hier gelangt man auf die historische Kurfürstenstraße, die geradeaus von den Feldern durch Schwetzinger Randgebiete zur Carl-Theodor-Straße führt. Unter den Bäumen der als Allee angelegten Carl-Theodor-Straße radelt es sich mit fantastischem Blick direkt bis zum Schwetzinger Schloss.

Flanieren im Schwetzinger Schlossgarten

Vor dem Schloss heißt es allerdings absteigen: Der berühmte Schlossgarten ist nur für Fußgänger geöffnet. Die Räder lassen sich bequem im Ehrenhof von Schloss Schwetzingen abstellen. Ein Fahrradparkplatz befindet sich in der Nähe der Kasse und auch Lademöglichkeiten für E-Bikes sind vorhanden. Der Garten lockt mit seiner einzigartigen Verbindung aus den geometrischen Partien des französischen Schlossgartens und der weiten, romantischen Anlage im englischen Stil. Je nach Lust bieten breite Promenierwege oder schmale Pfade beeindruckende Blicke auf Wasserspiele und Skulpturen. Der Schlossgarten ist berühmt für seine einzigartigen Bauwerke aus dem 18. Jahrhundert, vom Tempel nach antikem Vorbild über das luxuriöse kurfürstliche Badhaus bis zur einzigartigen Gartenmoschee. Und er lohnt die Entdeckung zu jeder Jahreszeit.

Weitere Infos zur Route

https://www.tourismus-bw.de/Media/Touren/Kurpfalz-Route-Etappe-1-von-Heidelberg-nach-Schwetzingen