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Den Postknoten will niemand queren

Radfahrer protestieren gegen die rnv

Die Protestaktion von Fahrradfahrern verlief über die Verkehrsführung am Postknoten während der Baumaßnahmen der rnv.

cs

Die Protestaktion von Fahrradfahrern verlief über die Verkehrsführung am Postknoten während der Baumaßnahmen der rnv.

Fast 90 Teilnehmer kamen und machten ihrem Ärger gegen die rnv als Verursacher der Situation Luft. Auf einer Route durch die Stadt kreuzten die Teilnehmer auch zweimal den Postknoten – allerdings unter Abriegelung durch die Polizei, was ungefährlich war als zu den sonst üblichen Verkehrsbedingungen. Eigentlich, so Elisabeth Kramer vom ADFC, war die Nutzung des Postknotens durch Radler während der Baumaßnahme gar nicht geplant. Laut Zusage des rnv an ADFC wie auch Stadt sollte der Weg für Fahrradfahrer vom ZOB entlang der Schienen unter der Brücke zum Parkplatz von Denn‘s Biomarkt führen und von da aus wieder auf den Radweg entlang der B3. Doch der rnv hat die Passage geschlossen. Und auch eine zweite Strecke entlang der Bahnschienen auf DB-Gelände ist mittlerweile dicht. „Man muss daher über den Postknoten, will man nicht einen langen Umweg fahren“, so Kramer in ihrer Begrüßung. Sie betonte, dass man die Stadt hier nicht in der Verantwortung sehe. Dem widersprach Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner: „Ich sehe uns hier schon in der Pflicht für Abhilfe zu sorgen.“ Eine technisch umsetzbare Lösung liege dem rnv vor, so der Bürgermeister.

rnv reagiert

Die Antwort der rnv kam quasi prompt. Laut Pressemitteilung wurde am vergangenen Montag mit der Gesellschaft vereinbart, dass in Nord-Süd-Richtung zwischen Haupt- und OEG-Bahnhof ein ungefährlicher Weg für Fahrradfahrer und Fußgänger entstehen soll. Der Weg soll im Bereich östlich der Bahngleise  hergestellt werden, also entlang der Bundesbahn zwischen den Gleisen und den dort stehenden Barackengebäuden. Er wird dann wieder über den „Denns“-Parkplatz auf die B3 geführt. Die Lösung soll noch in dieser Woche greifen. Der Städtische Bauhof werde für die Verkehrssicherheit und insbesondere den Räumdienst im Winter sorgen, die Stadtwerke für den Stromanschluss der Beleuchtung.
Unabhängig von der nun gefundenen Lösung zeigte sich Dr. Fetzner im Rahmen der Demo kritisch, als er sagte, die Situation für Radfahrer in Weinheim sei seit Jahren schlecht. Er bemängelte, dass die Stadt kein qualifiziertes Fahrradwegekonzept habe, man aber innerhalb der Verwaltung weiter an Verbesserungen arbeiten werde. Einige konnte er auch benennen: So würden im Zuge der Entwicklung des Gewerbegebiets Langmaasweg 1,50 Meter breite Fahrradwege entstehen und auch im Zuge der Baumaßnahme in der Mannheimer Straße würden 1,40 Meter breite Fahrradschutzstreifen zu beiden Seiten eingerichtet. In der derzeit schwierigen Situation warb er darum, Autofahrer nicht zu provozieren oder erziehen zu wollen: „Das bringt nichts.“ Vielmehr gehe es um gegenseitige Rücksichtnahme – vor allem des Stärkeren auf den Schwächeren.

 

Der ADFC wollte die Gelegenheitheit nutzen, um insgesamt auf die suboptimale Situation für Weinheims Fahrradfahrer aufmerksam zu machen.

cs

Der ADFC wollte die Gelegenheitheit nutzen, um insgesamt auf die suboptimale Situation für Weinheims Fahrradfahrer aufmerksam zu machen.